Produktkonfigurator erstellen lassen für Shop und Vertrieb
Ein Produktkonfigurator macht komplexe Produkte digital konfigurierbar und führt Kunden, Vertrieb oder Innendienst durch Varianten, Regeln und Preislogik. maexware entwickelt individuelle Konfiguratoren für Shop, B2B, Vertrieb und Angebotsprozesse und bindet sie in bestehende Daten- und Systemlandschaften ein.
Viele Unternehmen verkaufen Produkte, die sich nicht sinnvoll über einfache Standardvarianten abbilden lassen. Unterschiedliche Optionen, technische Abhängigkeiten, Maße, Materialien, Komponenten oder kundenspezifische Anforderungen können Auswahl und Angebot deutlich komplexer machen.
Ein Produktkonfigurator bildet diese Produktlogik in einem geführten Auswahlprozess ab. Nutzer können passende Optionen zusammenstellen, unzulässige Kombinationen ausschließen und Preise auf Basis definierter Regeln ermitteln, ohne die dahinterliegende fachliche Komplexität selbst kennen zu müssen.
Entscheidend ist auch, was mit dem Konfigurationsergebnis geschieht. Je nach Einsatzbereich kann es in Warenkorb, Angebot, Bestellung oder weitere Folgeprozesse übergeben und mit relevanten Produkt-, Preis- und Unternehmensdaten aus bestehenden Systemen verbunden werden.
Was ist ein Produktkonfigurator?
Ein Produktkonfigurator ist eine digitale Anwendung, mit der Kunden, Vertriebsteams oder interne Mitarbeiter ein Produkt anhand definierter Auswahlmöglichkeiten und Regeln zusammenstellen können. Aus den gewählten Optionen entsteht eine konkrete Konfiguration, die entsprechend der hinterlegten Produktlogik geprüft und weiterverarbeitet werden kann.
Anders als eine einfache Auswahl vorhandener Produktvarianten kann ein Konfigurator Beziehungen zwischen einzelnen Optionen berücksichtigen. Er kann beispielsweise verhindern, dass nicht zulässige Komponenten kombiniert werden, erforderliche Ergänzungen einbeziehen oder bestimmte Auswahlmöglichkeiten erst dann verfügbar machen, wenn zuvor definierte Bedingungen erfüllt sind.
Das Ergebnis ist damit nicht nur eine Folge einzelner Auswahlfelder, sondern eine strukturierte Produktkonfiguration. Je nach Anwendungsfall kann sie beispielsweise für einen Warenkorb, ein Angebot, eine Bestellung oder weitere nachgelagerte Prozesse bereitgestellt werden. Welche Informationen dafür benötigt werden und wie das Ergebnis weiterverarbeitet wird, hängt vom jeweiligen Produkt- und Verkaufsprozess ab.
Bei individuellen Anforderungen kann ein Produktkonfigurator als spezialisierte Individualsoftware umgesetzt und in bestehende Anwendungen und Prozesse eingebunden werden. Entscheidend ist dabei, dass Produktlogik, Bedienung und technische Architektur auf den konkreten Einsatz des Konfigurators abgestimmt werden.
Wann ein Produktkonfigurator sinnvoll ist
Ein Produktkonfigurator ist besonders sinnvoll, wenn sich die Auswahl eines Produkts nicht mehr über unabhängige, fest definierte Varianten abbilden lässt. Viele Optionen, technische Abhängigkeiten, unterschiedliche Maße, Materialien oder Komponenten können dazu führen, dass gültige Produktkombinationen mit einfachen Auswahlfeldern nur schwer übersichtlich abgebildet werden können.
Ein weiterer Einsatzbereich entsteht, wenn Produktwissen und Entscheidungslogik heute stark von einzelnen Mitarbeitern abhängen. Müssen Vertrieb oder Innendienst regelmäßig prüfen, welche Kombination technisch möglich ist, welche Ergänzungen erforderlich sind oder wie sich eine Auswahl auf den Preis auswirkt, kann ein Konfigurator diese Regeln in einen geführten Prozess überführen.
Auch manuelle Abstimmungen können ein Hinweis sein. Werden Produktoptionen, Preise oder Angebotsinformationen wiederholt per E-Mail, Excel, PDF oder Rückfrage zusammengestellt, kann eine strukturierte Konfiguration helfen, wiederkehrende Entscheidungen nachvollziehbarer vorzubereiten und das Ergebnis für den weiteren Verkaufs- oder Bestellprozess bereitzustellen.
| Ausgangssituation | Typische Herausforderung | Wie ein Produktkonfigurator unterstützen kann |
|---|---|---|
| Viele Produktvarianten | Optionen, Maße, Materialien, Farben oder Komponenten lassen sich nicht mehr übersichtlich als einfache Varianten pflegen. | Auswahlmöglichkeiten können strukturiert dargestellt und entsprechend der Produktlogik miteinander kombiniert werden. |
| Technische Abhängigkeiten | Bestimmte Komponenten dürfen nur gemeinsam, nicht gemeinsam oder nur unter bestimmten Bedingungen gewählt werden. | Regeln können zulässige Kombinationen steuern und nicht passende Auswahlmöglichkeiten verhindern. |
| Komplexe Preislogik | Preise hängen von Optionen, Mengen, Kundengruppen, Aufpreisen, Rabatten oder individuellen Konditionen ab. | Preise können anhand definierter Regeln ermittelt und mit dem jeweiligen Konfigurationsergebnis verknüpft werden. |
| B2B-Bestellprozesse | Kunden benötigen beispielsweise kundenspezifische Sortimente, Konditionen oder unterschiedliche Auswahlregeln. | Die Produktkonfiguration kann auf relevante Kunden- und Bestellanforderungen des jeweiligen B2B-Prozesses abgestimmt werden. |
| Vertrieb und Angebote | Produktkombinationen werden manuell geprüft, Preise abgestimmt oder Angebotsinformationen wiederholt zusammengestellt. | Vertrieb und Innendienst können Produkte anhand definierter Regeln konfigurieren und das Ergebnis für den weiteren Angebotsprozess nutzen. |
| Weiterverarbeitung erforderlich | Das Ergebnis einer Konfiguration soll nach der Auswahl in weiteren Verkaufs-, Bestell- oder Unternehmensprozessen genutzt werden. | Konfigurationsergebnisse können strukturiert bereitgestellt und entsprechend dem vorgesehenen Folgeprozess weiterverarbeitet werden. |
Produktkonfigurator vs. normale Shop-Varianten
Viele Shopsysteme können Produktvarianten direkt abbilden. Das ist häufig ausreichend, wenn Kunden zwischen festen Ausprägungen wie Größe, Farbe oder Ausführung wählen und die verfügbaren Kombinationen bereits eindeutig definiert sind.
Ein Produktkonfigurator wird dagegen relevant, wenn die Auswahl selbst einer fachlichen Logik folgen muss. Optionen können voneinander abhängen, bestimmte Kombinationen ausschließen oder weitere Angaben erforderlich machen. Statt lediglich vorhandene Varianten anzuzeigen, kann der Konfigurator den Nutzer durch einen regelbasierten Auswahlprozess führen und die entstehende Konfiguration prüfen.
Die Entscheidung zwischen Shop-Varianten und Produktkonfigurator sollte deshalb nicht allein von der Anzahl möglicher Kombinationen abhängen. Wichtiger ist, ob feste Variantenstrukturen die tatsächliche Produktlogik noch nachvollziehbar abbilden oder ob Regeln, Berechnungen und die Weiterverarbeitung des Konfigurationsergebnisses eine eigenständige Konfigurationslogik erfordern.
| Kriterium | Normale Shop-Varianten | Produktkonfigurator |
|---|---|---|
| Produktauswahl | Geeignet für feste Auswahlmöglichkeiten wie Größe, Farbe oder Ausführung. | Geeignet für umfangreichere Optionen, Komponenten und geführte Auswahlprozesse. |
| Abhängigkeiten | Verfügbare Variantenkombinationen werden in der Regel vorab definiert. | Optionen können voneinander abhängen und anhand definierter Regeln zugelassen, erforderlich oder ausgeschlossen werden. |
| Preislogik | Preise sind typischerweise dem Produkt oder einer vorhandenen Variante zugeordnet. | Der Preis kann sich anhand der gewählten Optionen und weiterer definierter Preisregeln aus der Konfiguration ergeben. |
| Produktlogik | Geeignet, wenn keine umfangreichen technischen Regeln oder Validierungen für die Produktauswahl erforderlich sind. | Kann Pflichtauswahlen, Ausschlüsse, technische Bedingungen, Grenzwerte und weitere Validierungsregeln berücksichtigen. |
| Datenquellen | Die für die Auswahl benötigten Produkt- und Variantendaten können direkt im Shopsystem vorliegen. | Für die Konfiguration können zusätzlich Informationen aus angebundenen Produkt-, Preis- oder Unternehmenssystemen benötigt werden. |
| Weiterverarbeitung | Die gewählte Variante kann direkt in den vorgesehenen Kauf- oder Bestellprozess übernommen werden. | Das strukturierte Konfigurationsergebnis kann für Warenkorb, Angebot, Bestellung oder weitere Folgeprozesse bereitgestellt werden. |
Variantenlogik, Regeln und technische Abhängigkeiten
Die Variantenlogik bildet die fachlichen Regeln eines konfigurierbaren Produkts ab. Sie definiert, welche Optionen verfügbar sind, welche Auswahlen voneinander abhängen, welche Kombinationen zulässig oder ausgeschlossen sind und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit eine Konfiguration abgeschlossen werden kann.
Solche Regeln können unterschiedliche Formen annehmen. Eine Komponente kann eine bestimmte Ausführung voraussetzen, ein Material andere Optionen ausschließen oder eine Auswahl zusätzliche Angaben zu Maßen, Leistung oder technischen Eigenschaften erfordern. Auch Grenzwerte, Pflichtauswahlen und bedingte Optionen können Teil des Regelwerks sein.
Für die Nutzerführung bedeutet das, dass nicht jede theoretisch vorhandene Option jederzeit angezeigt oder auswählbar sein muss. Der Konfigurator kann relevante Auswahlmöglichkeiten abhängig von bereits getroffenen Entscheidungen bereitstellen, Eingaben validieren und darauf hinweisen, wenn eine Konfiguration noch unvollständig oder nach den hinterlegten Regeln nicht zulässig ist.
Damit das Regelwerk auch bei neuen Produkten, Optionen oder technischen Anforderungen nachvollziehbar erweitert werden kann, sollten Attribute, Abhängigkeiten, Bedingungen und Zuständigkeiten strukturiert modelliert werden. Ein geeignetes Produktdatenmanagement kann die Grundlage für konsistente Attribute, Varianten und weitere konfigurationsrelevante Produktinformationen schaffen.
| Logikbereich | Typische Anforderung | Worauf geachtet werden sollte |
|---|---|---|
| Pflichtauswahl | Bestimmte Optionen oder Angaben sind erforderlich, bevor eine Konfiguration abgeschlossen werden kann. | Pflichtfelder, Reihenfolge, Nutzerführung und Hinweise eindeutig definieren. |
| Abhängigkeiten | Eine Auswahl beeinflusst, welche weiteren Optionen verfügbar, erforderlich oder ausgeschlossen sind. | Abhängigkeiten nachvollziehbar modellieren und anhand definierter Bedingungen validieren. |
| Ausschlüsse | Bestimmte Optionen oder Komponenten dürfen nicht miteinander kombiniert werden. | Nicht zulässige Kombinationen früh erkennen und verständliche Hinweise oder passende Alternativen bereitstellen. |
| Technische Regeln | Maße, Leistung, Material, Einsatzbereich oder Komponenten müssen fachlich zueinander passen. | Fachlogik, Grenzwerte und Validierungsregeln mit dem vorhandenen Produktwissen abstimmen. |
| Optionale Erweiterungen | Zubehör, Zusatzleistungen, Services oder weitere Komponenten können von der gewählten Konfiguration abhängen. | Kompatibilität, Abhängigkeiten und die Einbindung in den weiteren Konfigurationsablauf berücksichtigen. |
| Konfigurationsstatus | Der Nutzer soll erkennen können, ob alle erforderlichen Auswahlen getroffen wurden oder noch Angaben fehlen. | Statuslogik, Hinweise, Validierung und Abschlussbedingungen eindeutig definieren. |
| Pflege des Regelwerks | Produkte, Optionen und Abhängigkeiten können sich im laufenden Betrieb ändern. | Regeln strukturiert modellieren, dokumentieren und Zuständigkeiten für spätere Anpassungen festlegen. |
Preisberechnung, Aufpreise und kundenspezifische Konditionen
Die Preislogik eines Produktkonfigurators bestimmt, wie aus der gewählten Produktkonfiguration ein passender Preis entsteht. Je nach Produkt können neben einem Grundpreis auch Optionen, Materialien, Maße, Komponenten, Mengen oder Zusatzleistungen die Berechnung beeinflussen.
Dabei muss der Preis nicht vollständig im Konfigurator gepflegt oder berechnet werden. Grundpreise, Aufpreise oder Konditionen können aus unterschiedlichen Quellen stammen, während der Konfigurator die für die jeweilige Auswahl relevanten Preisbestandteile zusammenführt. Entscheidend ist, welche Anwendung für welche Preisinformation führend ist und nach welchen Regeln die Berechnung erfolgt.
Besonders im B2B-Bereich können zusätzlich kundenspezifische Konditionen eine Rolle spielen. Preise können beispielsweise von Kundenzuordnung, Mengenstaffeln oder vereinbarten Konditionen abhängen. Deshalb sollte eindeutig definiert werden, welche Preisregeln allgemein gelten und welche Informationen erst für einen bestimmten Kunden oder eine bestimmte Konfiguration berücksichtigt werden.
Werden Preise oder Konditionen aus einem ERP übernommen oder soll das berechnete Ergebnis anschließend an kaufmännische Prozesse übergeben werden, muss auch der Datenaustausch eindeutig geregelt sein. Eine passende ERP-Schnittstelle kann die dafür erforderlichen Preis- und Konfigurationsdaten zwischen den beteiligten Anwendungen übertragen.
| Preisbereich | Typische Anforderung | Worauf geachtet werden sollte |
|---|---|---|
| Grundpreis | Eine Konfiguration startet mit einem Basispreis für Produkt, Modell, Serie oder Ausgangsvariante. | Preisquelle, Gültigkeit, Währung, Steuerlogik und Aktualisierung eindeutig definieren. |
| Aufpreise | Optionen, Materialien, Komponenten, Maße oder Zusatzleistungen verändern den Preis der Konfiguration. | Aufpreisregeln nachvollziehbar modellieren und mit der jeweiligen Auswahl- und Variantenlogik abstimmen. |
| Rabatte | Rabatte können von Kundengruppen, Mengen, Aktionen oder weiteren definierten Bedingungen abhängen. | Rabattregeln, Gültigkeiten, Prioritäten und die Kombinierbarkeit unterschiedlicher Rabatte festlegen. |
| Staffelpreise | Mengenabhängige Preise oder Preisstufen sollen bei der Berechnung berücksichtigt werden. | Mengeneinheiten, Preisstufen, Rundung und gegebenenfalls den Abgleich mit der führenden Preisquelle einplanen. |
| Kundenspezifische Konditionen | B2B-Kunden können individuelle Preise, Rabatte oder vereinbarte Konditionen erhalten. | Kundenzuordnung, Gültigkeit, Preisquelle und die Priorität gegenüber allgemeinen Preisregeln eindeutig festlegen. |
| Preisübernahme | Der für eine Konfiguration ermittelte Preis soll im weiteren Verkaufs- oder Bestellprozess verwendet werden. | Festlegen, welche Preisbestandteile und Konfigurationsdaten an Warenkorb, Angebot, Bestellung oder angebundene Systeme übergeben werden. |
Produktkonfigurator für Shop, B2B und Vertrieb
Ein Produktkonfigurator kann an unterschiedlichen Stellen im Verkaufsprozess eingesetzt werden. Im Online Shop konfigurieren Kunden ein Produkt selbstständig und übernehmen das Ergebnis in den Kaufprozess. Im B2B-Umfeld kann die Produktauswahl zusätzlich auf kundenspezifische Anforderungen und Konditionen abgestimmt werden.
Im Vertrieb oder Innendienst dient ein Produktkonfigurator dagegen als Werkzeug für Beratung und Verkauf. Mitarbeiter können gemeinsam mit dem Kunden eine passende Konfiguration zusammenstellen, technische Regeln direkt bei der Auswahl berücksichtigen und das Ergebnis für ein Angebot oder den weiteren Auftragsprozess verwenden.
Welche Ausprägung sinnvoll ist, hängt deshalb vor allem von den Nutzern und dem vorgesehenen Prozess ab. Der Konfigurator kann Bestandteil eines Online Shops oder eines B2B-Shops, eine interne Vertriebsanwendung oder ein Werkzeug zur Vorbereitung von Angeboten sein. Produktlogik und Bedienung sollten jeweils auf diesen Einsatzbereich abgestimmt werden.
Wird der Konfigurator in Beratung und Verkauf eingebunden, sollte auch geklärt werden, wie das Konfigurationsergebnis in bestehende digitale Vertriebsprozesse einfließt. Dabei geht es beispielsweise darum, ob eine Konfiguration zunächst weiterbearbeitet, für ein Angebot verwendet oder direkt an einen nachgelagerten Bestell- oder Auftragsprozess übergeben wird.
| Einsatzbereich | Typische Aufgabe | Was beachtet werden sollte |
|---|---|---|
| Online Shop | Kunden stellen ein Produkt selbstständig zusammen und übernehmen die fertige Konfiguration in den Kaufprozess. | Nutzerführung, Preisdarstellung und die Übergabe der Konfiguration an Warenkorb und Checkout aufeinander abstimmen. |
| B2B-Shop | Geschäftskunden konfigurieren Produkte unter Berücksichtigung der für sie relevanten Auswahlmöglichkeiten und Konditionen. | Kundenspezifische Produkt- und Preislogik mit dem bestehenden B2B-Bestellprozess abstimmen. |
| Vertrieb | Vertriebsteams nutzen den Konfigurator bei Beratung, Produktauswahl und Vorbereitung eines Angebots. | Bedienung, Produktwissen und benötigte Ergebnisdaten auf den Vertriebsprozess ausrichten. |
| Innendienst | Interne Mitarbeiter erstellen oder bearbeiten Konfigurationen für Kunden, Vertrieb oder weitere Bearbeitungsschritte. | Bearbeitungsabläufe, Zuständigkeiten und die Weiterverwendung des Konfigurationsergebnisses eindeutig festlegen. |
| Angebotsprozess | Die gewählte Produktkonfiguration liefert strukturierte Positionen und Informationen für die weitere Angebotserstellung. | Definieren, welche Produkt-, Preis- und Konfigurationsdaten für das Angebot bereitgestellt werden müssen. |
| Bestell- und Folgeprozesse | Eine abgeschlossene Konfiguration wird für Bestellung, Auftrag oder weitere nachgelagerte Prozesse verwendet. | Festlegen, welche Bestandteile des Konfigurationsergebnisses weitergegeben werden und in welcher Struktur sie benötigt werden. |
ERP, PIM und Warenwirtschaft im Produktkonfigurator
Ein Produktkonfigurator arbeitet häufig nicht isoliert, sondern nutzt Daten aus mehreren Unternehmenssystemen. Produktinformationen, Preise, Kundendaten oder Verfügbarkeiten können aus unterschiedlichen Anwendungen stammen, während der Konfigurator selbst Auswahlentscheidungen verarbeitet und daraus ein strukturiertes Konfigurationsergebnis erzeugt.
Welche Systeme beteiligt sind, hängt von der bestehenden Architektur ab. Ein PIM kann beispielsweise Produktattribute und technische Informationen bereitstellen, ein ERP kaufmännische Daten und Konditionen und eine Warenwirtschaft operative Artikel- oder Bestandsinformationen. Der Konfigurator nutzt jeweils die Daten, die für Auswahl, Berechnung oder Weiterverarbeitung tatsächlich benötigt werden.
Entscheidend ist deshalb eine klare Datenhoheit: Für jeden relevanten Datenbereich sollte feststehen, welches System die führende Quelle ist, wie aktuell die Informationen im Konfigurator benötigt werden und welche Daten dort neu entstehen. Ebenso muss definiert werden, wohin eine abgeschlossene Konfiguration übergeben wird und welche Informationen das Zielsystem dafür erwartet.
Werden Produktinformationen aus einem PIM eingebunden, bietet die PIM-Integration und Produktdaten eine passende Vertiefung. Für operative Datenflüsse kann die Warenwirtschaft-Integration relevant sein. Wenn mehrere Anwendungen und Datenübergänge gemeinsam orchestriert werden müssen, sollte die übergeordnete Systemintegration entsprechend geplant werden.
| System | Typische Rolle beim Produktkonfigurator | Worauf geachtet werden sollte |
|---|---|---|
| PIM | Kann Attribute, Varianten, technische Informationen, Medien und weitere konfigurationsrelevante Produktdaten bereitstellen. | Datenstruktur, Qualität, Zuordnungen und Aktualisierung der für den Konfigurator benötigten Informationen klären. |
| ERP | Kann beispielsweise Preise, Kundenkonditionen und weitere kaufmännische Informationen bereitstellen oder Konfigurationsergebnisse für Folgeprozesse übernehmen. | Datenhoheit, benötigte Datenrichtung, Zuordnungen und Verhalten bei fehlenden oder nicht verfügbaren Informationen definieren. |
| Warenwirtschaft | Kann Artikel-, Bestands-, Verfügbarkeits- oder weitere operative Daten für den Konfigurations- und Bestellprozess bereitstellen. | Aktualität, Artikelzuordnung, Variantenabbildung und die benötigte Verfügbarkeitslogik abstimmen. |
| Shop | Stellt den Konfigurator im Verkaufsprozess bereit und kann das abgeschlossene Konfigurationsergebnis für Warenkorb und Bestellung übernehmen. | Festlegen, wie Konfiguration, Preis und benötigte Produktinformationen strukturiert an den Shop übergeben werden. |
| CRM und Vertrieb | Können Konfigurationsergebnisse im Zusammenhang mit Kunden, Beratung oder weiteren Vertriebsaktivitäten verwenden. | Definieren, welche Kunden- und Konfigurationsdaten tatsächlich ausgetauscht und für den weiteren Prozess benötigt werden. |
| Middleware | Kann Datenflüsse zwischen mehreren beteiligten Anwendungen koordinieren, transformieren und technisch entkoppeln. | Mapping, Monitoring, Fehlerbehandlung und Verantwortlichkeiten für die einzelnen Datenübergänge nachvollziehbar festlegen. |
Standardlösung oder individuelle Konfigurator-Entwicklung?
Nicht jeder Produktkonfigurator muss individuell entwickelt werden. Wenn sich die benötigte Produktauswahl mit vorhandenen Funktionen abbilden lässt und nur wenige Anpassungen erforderlich sind, kann eine Standardlösung oder ein vorhandenes Shop-Plugin der passende Ansatz sein.
Entscheidend ist deshalb nicht allein der Funktionsumfang einer Lösung, sondern wie gut sie zur tatsächlichen Produktlogik passt. Geprüft werden sollte unter anderem, ob Regeln und Abhängigkeiten ausreichend flexibel modelliert werden können, welche Datenquellen eingebunden werden müssen und wie stark der Konfigurator mit bestehenden Verkaufs- und Unternehmensprozessen verbunden ist.
Eine individuelle Entwicklung kann sinnvoll sein, wenn fachliche Anforderungen mit vorhandenen Funktionen nur durch umfangreiche Workarounds abgebildet werden können. Eigene Datenmodelle, spezielle Regelwerke, individuelle Nutzerführung oder besondere Integrationsanforderungen lassen sich dann gezielt auf den konkreten Anwendungsfall ausrichten.
Auch ein hybrider Ansatz kann geeignet sein: Vorhandene Standardfunktionen bilden einen Teil der Anforderungen ab und werden gezielt um individuelle Logik oder Integrationen ergänzt. Bei allen Ansätzen sollte neben der aktuellen Funktionalität berücksichtigt werden, wie gut sich Produkte, Regeln und Schnittstellen später pflegen, erweitern und an technische Änderungen anpassen lassen.
| Ansatz | Geeignet für | Worauf geachtet werden sollte |
|---|---|---|
| Standardlösung | Konfigurationen, deren Produkt- und Auswahlregeln mit vorhandenen Standardfunktionen abgebildet werden können. | Funktionsumfang, Anpassbarkeit, Datenmodell, Erweiterungsmöglichkeiten und Integrationsbedarf gegen die konkreten Anforderungen prüfen. |
| Shop-Plugin | Shopbasierte Konfigurationen, wenn ein vorhandenes Plugin die benötigte Produktlogik und Nutzerführung ausreichend unterstützt. | Plattformabhängigkeit, Anpassbarkeit, Kompatibilität, Updates, Wartung und Schnittstellenmöglichkeiten berücksichtigen. |
| Individuelle Entwicklung | Spezifische Anforderungen an Regelwerk, Datenmodell, Nutzerführung, Integrationen oder Weiterverarbeitung der Konfiguration. | Architektur, Pflegefähigkeit, Erweiterbarkeit, Testing und Verantwortlichkeiten von Beginn an einplanen. |
| Hybrider Ansatz | Anforderungen, bei denen Standardfunktionen genutzt und gezielt um individuelle Logik oder Integrationen ergänzt werden. | Grenzen und Verantwortlichkeiten zwischen Standardkomponenten und individuellen Erweiterungen eindeutig definieren. |
Was beeinflusst Aufwand und Umfang eines Produktkonfigurators?
Der Aufwand für einen Produktkonfigurator ergibt sich nicht allein aus der Anzahl der Produkte oder Auswahlmöglichkeiten. Entscheidend ist, wie komplex Produktstruktur und Regelwerk sind, welche Preis- und Datenlogik benötigt wird und wie der Konfigurator in bestehende Verkaufs- und Unternehmensprozesse eingebunden werden soll.
Besonders relevant ist die fachliche Komplexität. Viele Optionen müssen nicht automatisch zu einem aufwendigen Konfigurator führen, solange sie weitgehend unabhängig voneinander ausgewählt werden können. Umfangreicher wird die Umsetzung vor allem dann, wenn Abhängigkeiten, Ausschlüsse, technische Bedingungen, Berechnungen oder zahlreiche Sonderfälle modelliert und zuverlässig validiert werden müssen.
Weitere Aufwandstreiber entstehen durch Preislogik, Datenmodell und Integrationen. Dabei ist beispielsweise relevant, ob benötigte Informationen bereits strukturiert vorliegen, aus mehreren Systemen bezogen werden müssen oder erst für den Konfigurator aufbereitet werden. Auch Richtung, Aktualität und Fehlerbehandlung der erforderlichen Datenübergänge beeinflussen die technische Umsetzung.
Schließlich bestimmen Einsatzbereich und Weiterverarbeitung den funktionalen Umfang. Ein Konfigurator im Online Shop stellt andere Anforderungen an Bedienung und Prozessübergabe als eine interne Anwendung für Vertrieb oder Innendienst. Ebenso macht es einen Unterschied, ob das Ergebnis lediglich für einen Warenkorb benötigt oder in weitere Verkaufs-, Bestell- oder Unternehmensprozesse übernommen wird.
Typische Risiken bei Produktkonfigurator-Projekten
Risiken bei Produktkonfigurator-Projekten entstehen häufig dort, wo fachliche Regeln, Daten und technische Prozesse nicht eindeutig definiert sind. Ein Konfigurator kann funktional zunächst plausibel wirken und dennoch Probleme verursachen, wenn Sonderfälle fehlen, Preisregeln unterschiedlich interpretiert werden oder Systemübergaben nicht zum tatsächlichen Prozess passen.
Deshalb sollten Risiken nicht erst beim technischen Testing betrachtet werden. Bereits bei der Konzeption sollte geklärt werden, welche Produktregeln gelten, welche Daten und Preise benötigt werden, welche Systeme beteiligt sind und welche Fälle der Konfigurator zuverlässig verarbeiten muss.
Ebenso wichtig ist der spätere Betrieb. Produkte, Konditionen und Regeln können sich ändern, neue Varianten hinzukommen und angebundene Systeme weiterentwickelt werden. Eine nachvollziehbare Modellierung, definierte Verantwortlichkeiten und gezielte Tests helfen deshalb nicht nur beim Go-live, sondern auch bei der laufenden Pflege und Erweiterung des Konfigurators.
| Risiko | Mögliche Auswirkung | Wie das Risiko reduziert werden kann |
|---|---|---|
| Unklare Produktlogik | Optionen, Varianten und technische Regeln werden unterschiedlich interpretiert oder nicht eindeutig abgebildet. | Produktlogik, Abhängigkeiten, Pflichtauswahlen und Ausschlüsse vor der Umsetzung strukturiert modellieren und fachlich abstimmen. |
| Unvollständige Preislogik | Aufpreise, Rabatte, Staffelpreise oder kundenspezifische Konditionen werden in einzelnen Konfigurationen nicht korrekt berücksichtigt. | Preisquellen, Berechnungsregeln, Prioritäten, Gültigkeiten und relevante Sonderfälle eindeutig definieren und testen. |
| Unzureichende Datenqualität | Fehlende, veraltete oder widersprüchliche Produktinformationen beeinträchtigen Auswahl, Validierung oder Weiterverarbeitung. | Benötigte Daten, führende Quellen, Pflichtfelder, Zuordnungen und Verfahren zur Aktualisierung früh festlegen. |
| Unklare Systemübergaben | Konfigurationsdaten werden unvollständig, fehlerhaft oder nur mit manuellen Zwischenschritten an nachgelagerte Anwendungen übergeben. | Datenflüsse, Mapping, Schnittstellen, Fehlerbehandlung und Verantwortlichkeiten für relevante Übergaben eindeutig definieren. |
| Unübersichtliche Nutzerführung | Kunden oder Mitarbeiter erkennen nicht eindeutig, welche Auswahl erforderlich, verfügbar oder aufgrund vorheriger Entscheidungen ausgeschlossen ist. | Auswahlablauf, Hinweise, Statusanzeigen, Validierung und Fehlermeldungen an der tatsächlichen Produktlogik ausrichten und mit realistischen Anwendungsfällen testen. |
| Schwer wartbares Regelwerk | Änderungen an Produkten, Optionen oder technischen Regeln verursachen unnötig hohen Abstimmungs- und Anpassungsaufwand. | Regeln nachvollziehbar strukturieren, dokumentieren und Zuständigkeiten sowie Abläufe für die laufende Pflege definieren. |
| Unzureichendes Testing | Fehler bei Regelkombinationen, Preisberechnung oder Systemübergaben werden erst im produktiven Einsatz sichtbar. | Regelvarianten, Preisfälle, Sonderfälle und relevante End-to-End-Prozesse systematisch testen und Ergebnisse nachvollziehbar prüfen. |
Wie maexware Produktkonfiguratoren umsetzt
maexware entwickelt Produktkonfiguratoren ausgehend von der fachlichen Produkt- und Prozesslogik. Bevor die technische Umsetzung beginnt, werden Produkte, Auswahlregeln, Preislogik, benötigte Daten und die vorgesehene Weiterverarbeitung der Konfiguration gemeinsam betrachtet.
Auf dieser Grundlage entsteht ein fachliches und technisches Modell für den Konfigurator. Dabei wird festgelegt, wie Produkte und Optionen strukturiert sind, welche Regeln gelten, welche Informationen aus bestehenden Systemen benötigt werden und wie Nutzer durch die Konfiguration geführt werden sollen.
Anschließend werden Konfigurationslogik, Nutzerführung und erforderliche Integrationen umgesetzt und miteinander verbunden. Das Ergebnis soll nicht nur eine fachlich gültige Konfiguration erzeugen, sondern auch in der Form bereitstehen, die für den vorgesehenen Verkaufs-, Bestell- oder Folgeprozess benötigt wird.
Vor dem produktiven Einsatz werden relevante Regelkombinationen, Preisfälle, Sonderfälle und Systemübergänge geprüft. Gleichzeitig sollte vorbereitet sein, wie Produkte und Regeln später gepflegt, Fehler nachvollzogen und der Konfigurator bei neuen Anforderungen erweitert werden kann.
Häufige Fragen zum Produktkonfigurator
Was ist ein Produktkonfigurator? ▾
Wann ist ein Produktkonfigurator sinnvoll? ▾
Was ist der Unterschied zwischen Produktkonfigurator und normalen Shop-Varianten? ▾
Was bedeutet Variantenlogik bei einem Produktkonfigurator? ▾
Kann ein Produktkonfigurator Preise berechnen? ▾
Wo kann ein Produktkonfigurator eingesetzt werden? ▾
Welche Systeme können bei einem Produktkonfigurator eine Rolle spielen? ▾
Reicht ein Standard-Plugin für einen Produktkonfigurator? ▾
Was beeinflusst Aufwand und Umfang eines Produktkonfigurators? ▾
Produktkonfigurator für komplexe Produkte umsetzen
Ein Produktkonfigurator sollte von der tatsächlichen Produktlogik ausgehen. Entscheidend ist, welche Entscheidungen Nutzer treffen müssen, welche Regeln dabei gelten und welches Ergebnis am Ende für Verkauf, Angebot oder Bestellung benötigt wird.
Darauf aufbauend lassen sich Datenmodell, Preislogik, Nutzerführung und Integrationen zu einer passenden technischen Architektur zusammenführen. So wird sichtbar, welche Funktionen der Konfigurator selbst übernehmen sollte und welche Informationen aus bestehenden Systemen benötigt oder an nachgelagerte Prozesse weitergegeben werden.
Ob Standardlösung, Plugin, individuelle Entwicklung oder hybrider Ansatz sinnvoll ist, sollte sich an diesen fachlichen Anforderungen orientieren. maexware unterstützt Unternehmen dabei, Produktkonfiguration, technische Umsetzung und Prozessintegration von der Konzeption bis zum produktiven Einsatz aufeinander abzustimmen.
