Omnichannel E-Commerce: Shop, ERP, Lager und Vertrieb verbinden
Omnichannel E-Commerce verbindet Verkaufskanäle mit den Systemen, Daten und Prozessen dahinter. maexware unterstützt Unternehmen dabei, Shop, Marktplätze, Vertrieb, Filialen, ERP, PIM, Warenwirtschaft und Lager so aufeinander abzustimmen, dass Handelsinformationen und operative Abläufe kanalübergreifend zusammenarbeiten.
Viele Handelsunternehmen verkaufen bereits über mehrere Kanäle. Arbeiten Online Shop, Marktplätze, Vertrieb oder Filialen jedoch mit unterschiedlichen Datenständen und voneinander getrennten Abläufen, entstehen schnell doppelte Pflege, manuelle Abstimmungen oder widersprüchliche Informationen zu Preisen und Verfügbarkeiten.
Omnichannel geht deshalb über den parallelen Betrieb mehrerer Verkaufskanäle hinaus. Entscheidend ist, dass relevante Informationen und Prozessschritte zwischen den beteiligten Kanälen koordiniert werden und Kunden sowie interne Teams auf den jeweils benötigten Stand zugreifen können.
Dafür müssen auch die dahinterliegenden Systeme klar zusammenspielen. Datenquellen, Systemrollen, Bestellübergaben, Bestandslogik, Fulfillment und Retouren sollten so geplant werden, dass neue Kanäle nicht als isolierte Einzellösungen entstehen, sondern in eine nachvollziehbare Handelsarchitektur eingebunden werden.
Was bedeutet Omnichannel E-Commerce?
Omnichannel E-Commerce bedeutet, mehrere Handels- und Vertriebskanäle so miteinander zu verbinden, dass relevante Informationen und Prozesse kanalübergreifend koordiniert werden. Dabei geht es nicht nur darum, Produkte über verschiedene Kanäle anzubieten, sondern diese Kanäle in eine gemeinsame Handelsarchitektur einzubinden.
Zu diesen Kanälen können Online Shop, Marktplätze, B2B- und B2C-Angebote, Vertrieb, Filialen, Kundenservice oder Außendienst gehören. Kunden und interne Teams nutzen dabei unterschiedliche Zugänge zum selben Handelsprozess. Deshalb sollte beispielsweise nachvollziehbar sein, welche Produkte und Konditionen gelten, ob Ware verfügbar ist und wie eine Bestellung oder Retoure weiterverarbeitet wird.
Dafür müssen nicht alle Kanäle identisch funktionieren. Entscheidend ist vielmehr, welche Informationen gemeinsam genutzt werden, wie Prozessschritte zwischen den Kanälen ineinandergreifen und welche Systeme die dafür erforderlichen Daten bereitstellen oder verarbeiten. So können unterschiedliche Verkaufskanäle auf einer abgestimmten Daten- und Prozesslogik aufbauen.
Omnichannel vs. Multichannel E-Commerce
Multichannel E-Commerce bedeutet zunächst, dass ein Unternehmen mehrere Verkaufskanäle nutzt. Online Shop, Marktplätze, Filialen, Vertrieb oder B2B- und B2C-Angebote können dabei parallel bestehen, ohne dass Daten und Abläufe zwischen diesen Kanälen durchgängig aufeinander abgestimmt sind.
Omnichannel E-Commerce betrachtet dagegen das Zusammenspiel dieser Kanäle. Relevante Informationen und Prozessschritte werden so koordiniert, dass ein Vorgang nicht zwangsläufig auf einen einzelnen Kanal beschränkt bleibt. Eine Bestellung kann beispielsweise online vorbereitet und in einer Filiale abgeholt werden oder eine Retoure über einen anderen vorgesehenen Kanal erfolgen.
Der Unterschied zeigt sich auch bei Preisen, Verfügbarkeiten und Kundeninformationen. Werden diese je Kanal unabhängig verwaltet, können unterschiedliche Informationsstände entstehen. Im Omnichannel-Ansatz wird deshalb definiert, welche Daten kanalübergreifend benötigt werden und aus welchen führenden Systemen sie stammen.
Omnichannel bedeutet damit nicht, möglichst viele Kanäle anzubieten. Entscheidend ist, welche Kanäle für den jeweiligen Handelsprozess zusammenspielen sollen und welche Datenflüsse, Systemrollen und Schnittstellen dafür erforderlich sind.
| Merkmal | Multichannel E-Commerce | Omnichannel E-Commerce |
|---|---|---|
| Verkaufskanäle | Mehrere Kanäle werden parallel genutzt und können weitgehend eigenständig arbeiten. | Relevante Kanäle werden entsprechend der gemeinsamen Handelsprozesse aufeinander abgestimmt. |
| Daten | Produkt-, Preis-, Bestands- oder Kundendaten können je Kanal aus unterschiedlichen Quellen stammen oder separat gepflegt werden. | Es wird definiert, welche Daten kanalübergreifend benötigt werden, wo sie führend gepflegt und wie sie bereitgestellt werden. |
| Bestellungen und Prozesse | Bestellungen und operative Abläufe können innerhalb des jeweiligen Kanals verarbeitet werden. | Bestellung, Reservierung, Fulfillment, Abholung, Retoure oder Statusrückmeldung können mehrere Kanäle und Systeme einbeziehen. |
| Kundenerlebnis | Informationen und mögliche Aktionen können sich zwischen den einzelnen Kontakt- und Verkaufskanälen unterscheiden. | Kunden können vorgesehene Kontakt- und Verkaufskanäle innerhalb eines abgestimmten Handelsprozesses nutzen. |
| Technische Grundlage | Kanäle können mit getrennten Systemen, Integrationen und Datenflüssen betrieben werden. | Datenquellen, Systemrollen, Schnittstellen und Prozessübergänge werden im Zusammenspiel der beteiligten Kanäle geplant. |
Welche Kanäle im Omnichannel verbunden werden sollten
Welche Kanäle in eine Omnichannel-Struktur einbezogen werden sollten, hängt davon ab, wie Kunden Produkte suchen, kaufen, Bestellungen verwalten oder mit dem Unternehmen interagieren. Neben Online Shop und Marktplätzen können deshalb auch Vertrieb, Außendienst, Filialen, Kundenservice sowie unterschiedliche B2B- und B2C-Angebote relevant sein.
Nicht jeder Kanal muss dabei mit jedem anderen Kanal dieselben Informationen oder Funktionen teilen. Entscheidend ist, an welchen Stellen ein Handelsprozess den Kanal wechselt oder mehrere Bereiche zusammenarbeiten. Wird beispielsweise online bestellt und an einem Standort abgeholt, benötigen Shop, Standort und die beteiligten operativen Systeme abgestimmte Informationen zu Bestellung, Verfügbarkeit und Abholstatus.
Auch Vertrieb und Kundenservice benötigen je nach Prozess Zugriff auf Informationen aus anderen Kanälen. Fragt ein Kunde zu einer Online-Bestellung nach, erstellt der Vertrieb ein Angebot auf Basis aktueller Konditionen oder wird eine Retoure an einem anderen Kontaktpunkt bearbeitet, sollte festgelegt sein, welche Informationen dort verfügbar sein müssen und welches System sie bereitstellt.
Die Digitalisierung von Angebot, Verkauf und weiteren vertrieblichen Abläufen wird unter digitale Vertriebsprozesse vertieft. Im Omnichannel E-Commerce liegt der Schwerpunkt dagegen darauf, wie Vertrieb und weitere Kontakt- und Verkaufskanäle mit den dazugehörigen Daten und Handelsprozessen zusammenspielen.
| Kanal oder Touchpoint | Typische Aufgabe | Relevante Abstimmung |
|---|---|---|
| Online Shop | Produkte recherchieren, Warenkörbe zusammenstellen und Bestellungen digital abschließen. | Produkte, Preise, Verfügbarkeiten, Kundenkontext, Bestellung, Zahlung sowie Liefer- und Auftragsstatus. |
| Marktplätze | Produkte über externe Plattformen anbieten und dort eingehende Bestellungen verarbeiten. | Angebote, Preise, Verfügbarkeiten, Bestellungen, Statusrückmeldungen, Retouren und jeweilige Plattformvorgaben. |
| Vertrieb und Außendienst | Kunden beraten, Angebote erstellen und individuelle Verkaufs- oder Bestellprozesse begleiten. | Kundenkontext, Konditionen, Angebote, Bestellhistorie, Produktinformationen und aktuelle Verfügbarkeiten. |
| Filialen und Standorte | Stationär verkaufen sowie je nach Prozess Beratung, Abholung, Reservierung oder Rückgabe ermöglichen. | Standortbestände, Reservierungen, Bestellungen, Abholstatus, Retouren und relevante Kundeninformationen. |
| B2B- und B2C-Angebote | Unterschiedliche Kundengruppen über passende digitale Verkaufs- und Bestellwege bedienen. | Sortimente, Preise, Konditionen, Kundenzuordnung, Verfügbarkeiten und die gemeinsame Nutzung relevanter Produkt- und Auftragsdaten. |
| Kundenservice | Fragen zu Bestellungen, Lieferungen, Retouren, Kundenkonten oder Servicefällen bearbeiten. | Kunden- und Bestellkontext, Auftragsstatus, Versandinformationen, Retouren, Belege und relevante Kommunikationsinformationen. |
Daten im Omnichannel: Produkte, Preise, Bestände und Kunden
Daten bilden eine zentrale Grundlage für Omnichannel E-Commerce. Werden Produktinformationen, Preise, Bestände, Kundendaten oder Auftragsinformationen je Kanal unterschiedlich gepflegt oder aktualisiert, können widersprüchliche Datenstände entstehen und kanalübergreifende Handelsprozesse unnötig erschwert werden.
Dabei benötigt nicht jeder Kanal alle Informationen in derselben Form. Ein Marktplatz kann andere Produktfelder erfordern als der eigene Online Shop, während Vertrieb, Filiale oder Kundenservice je nach Aufgabe unterschiedliche Kunden-, Preis-, Bestands- oder Auftragsinformationen benötigen. Entscheidend ist deshalb, welche Daten für den jeweiligen Prozess erforderlich sind und wie aktuell sie bereitgestellt werden müssen.
Für jeden relevanten Datenbereich sollte außerdem geklärt sein, wo Informationen führend gepflegt werden und nach welchen Regeln sie verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise Gültigkeiten und Kundenzuordnungen bei Preisen, Reservierungen bei Beständen, Freigaben bei Produktdaten oder eindeutige Zuordnungen bei Kunden und Bestellungen.
Ein strukturiertes Produktdatenmanagement schafft eine Grundlage für konsistente Produktinformationen über unterschiedliche Kanäle. Wenn Daten aus mehreren Quellen zusammengeführt, transformiert oder zwischen Anwendungen ausgetauscht werden müssen, wird dies unter Datenintegration vertieft.
| Datenbereich | Typische Omnichannel-Anforderung | Was definiert werden sollte |
|---|---|---|
| Produktdaten | Produkte, Varianten, Attribute, Kategorien, Medien und kanalbezogene Inhalte für unterschiedliche Verkaufskanäle bereitstellen. | Datenquelle, Pflichtfelder, Datenqualität, Varianten, kanalbezogene Anforderungen und Freigaben festlegen. |
| Preise | Preise, Rabatte, Aktionspreise, B2B-Konditionen oder kanalabhängige Preisregeln korrekt bereitstellen. | Preisquelle, Gültigkeiten, Kundenzuordnung, Steuerlogik, Rundung und Aktualisierungsregeln definieren. |
| Bestände | Lager- und Filialbestände, Reservierungen, Verfügbarkeiten oder Lieferzeiten für relevante Kanäle nutzbar machen. | Lagerorte, verfügbarer Bestand, Reservierungslogik, Aktualität und der Umgang mit Bestandsabweichungen klären. |
| Kundendaten | Kundenkonten, Ansprechpartner, Adressen, Kundengruppen und relevante Kundeninformationen über beteiligte Prozesse hinweg zuordnen. | Datenhoheit, eindeutige Zuordnung, Dubletten, Berechtigungen, Datenschutz und Synchronisationsregeln berücksichtigen. |
| Bestellungen | Bestellungen aus unterschiedlichen Verkaufskanälen eindeutig erfassen und für die weitere Auftragsbearbeitung bereitstellen. | Kanalzuordnung, Auftragsdaten, Nummern, Zahlungs- und Versandinformationen sowie relevante Fehlerfälle definieren. |
| Statuswerte | Auftrags-, Liefer-, Zahlungs-, Retouren- oder Abholstatus an den Stellen bereitstellen, an denen sie benötigt werden. | Statusmodell, Aktualisierung, Sichtbarkeit, Zuordnung und den Umgang mit fehlenden oder widersprüchlichen Statuswerten festlegen. |
Systeme im Omnichannel: Shop, ERP, PIM, Warenwirtschaft und CRM
Eine Omnichannel-Architektur verbindet unterschiedliche Anwendungen, die jeweils bestimmte Aufgaben im Handelsprozess übernehmen. Online Shop, ERP, PIM, Warenwirtschaft, CRM, Lagerlösungen und Middleware müssen dabei nicht dieselben Informationen verwalten. Entscheidend ist, welche Rolle ein System übernimmt, welche Daten es bereitstellt oder verarbeitet und an welchen Stellen Informationen an andere Anwendungen übergeben werden.
Das ERP kann beispielsweise kaufmännische Prozesse, Kunden, Konditionen, Aufträge oder Belege verwalten, während ein PIM strukturierte Produktinformationen und kanalbezogene Inhalte bereitstellt. Warenwirtschaft und Lagerlösungen können Bestände, Lagerorte, Reservierungen und operative Warenbewegungen abbilden. Welche Aufgaben tatsächlich in welchem System liegen, hängt jedoch von der bestehenden Systemlandschaft und den jeweiligen Prozessen ab.
Auch Shop, CRM und Middleware haben eigene Rollen. Der Shop bildet digitale Kauf- und Bestellprozesse ab, ein CRM kann relevante Kunden- und Vertriebsinformationen verwalten und eine Middleware kann Daten zwischen mehreren Anwendungen verteilen, transformieren oder technische Prozessübergänge koordinieren. Sie ersetzt dabei nicht automatisch die fachliche Logik der beteiligten Systeme.
Für die Architektur sollte deshalb nicht nur festgelegt werden, welche Systeme miteinander verbunden werden, sondern auch welche Datenrichtung, Aktualisierung und Prozessübergabe erforderlich ist. Eine Bestellung kann beispielsweise vom Verkaufskanal an die Auftragsbearbeitung übergeben werden, während Bestands- oder Statusinformationen in die entgegengesetzte Richtung zurückfließen. Solche Datenflüsse sollten eindeutig definiert und technisch nachvollziehbar sein.
Die übergeordnete Vernetzung unterschiedlicher Anwendungen wird unter Systemintegration vertieft. Für das Zusammenspiel von Shop und ERP ist die E-Commerce-ERP-Integration relevant. Weitere Vertiefungen bieten die Integration von PIM und Produktdaten sowie die Warenwirtschaft-Integration.
| System | Typische Rolle im Omnichannel | Was geklärt werden sollte |
|---|---|---|
| Online Shop | Produktdarstellung, Warenkorb, Checkout, Kundenkonto, Bestellungen und digitale Kundeninteraktion. | Welche Daten der Shop benötigt, welche Informationen dort entstehen und wie Bestellungen sowie Statusübergänge verarbeitet werden. |
| ERP | Kunden, Konditionen, Aufträge, Belege, Nummernkreise und weitere kaufmännische Prozesse. | Führende Daten, Kundenzuordnung, Preis- und Auftragslogik, Datenrichtungen sowie die Verarbeitung von Rückmeldungen definieren. |
| PIM | Produktdaten, Attribute, Varianten, Medien, Beschreibungen, Kategorien und kanalbezogene Inhalte. | Produktstruktur, Pflichtfelder, Freigaben, Mapping und die Bereitstellung der benötigten Informationen für unterschiedliche Kanäle klären. |
| Warenwirtschaft und Lager | Artikel, Bestände, Lagerorte, Reservierungen, Verfügbarkeiten und operative Warenbewegungen. | Bestands- und Reservierungslogik, beteiligte Lagerorte, Aktualisierung, Filialbestände und relevante Rückmeldungen abstimmen. |
| CRM | Kunden, Ansprechpartner, Vertriebsinformationen, Aktivitäten und weitere kundenbezogene Informationen. | Festlegen, welche Informationen für Omnichannel-Prozesse erforderlich sind, wo sie führend gepflegt und wie sie eindeutig zugeordnet werden. |
| Middleware | Datenverteilung, Mapping, Transformation, technische Prozessübergaben, Protokollierung und Fehlerbehandlung. | Datenflüsse, Schnittstellen, Wiederholungen, Fehlerlogik, Monitoring und technische Zuständigkeiten nachvollziehbar definieren. |
Typische Omnichannel-Szenarien im Handel
Omnichannel E-Commerce wird besonders greifbar, wenn ein Handelsprozess mehrere Kanäle oder Standorte einbezieht. Kunden bestellen beispielsweise online und holen Ware vor Ort ab, eine Filiale übernimmt den Versand, der Kundenservice beantwortet Fragen zu einer Bestellung aus dem Shop oder eine Retoure wird über einen anderen vorgesehenen Kontaktpunkt abgewickelt.
Solche Szenarien funktionieren nur, wenn die jeweils beteiligten Kanäle und operativen Systeme die benötigten Informationen zum richtigen Zeitpunkt erhalten. Je nach Ablauf betrifft das unter anderem Verfügbarkeiten, Reservierungen, Kunden- und Auftragsinformationen, Fulfillment, Retouren oder Statusrückmeldungen.
Welche Omnichannel-Szenarien sinnvoll sind, hängt vom Geschäftsmodell und den tatsächlichen Kunden- und Handelsprozessen ab. Nicht jedes Unternehmen benötigt Click & Collect, Ship from Store oder kanalübergreifende Retouren. Entscheidend ist, welche Übergänge einen konkreten Nutzen schaffen und welche System- und Prozesslogik dafür erforderlich ist.
Besonders anspruchsvoll wird das Zusammenspiel von Verkauf und Fulfillment, wenn mehrere Bestände oder Standorte einbezogen werden. Dann muss beispielsweise geklärt sein, wo Ware verfügbar ist, wann sie reserviert wird, welcher Standort einen Auftrag bearbeitet und wie Liefer-, Abhol- oder Retourenstatus an die relevanten Kanäle zurückgegeben werden.
| Szenario | Typischer Ablauf | Was abgestimmt werden sollte |
|---|---|---|
| Click & Collect | Kunden bestellen online und holen die Ware anschließend in einer Filiale, einem Lager oder an einem anderen vorgesehenen Standort ab. | Bestand, Reservierung, Standort, Bestellung, Abholbereitschaft, Statusrückmeldung und Kundenkommunikation. |
| Ship from Store | Ein geeigneter Filial- oder Standortbestand wird genutzt, um eine Bestellung direkt von dort zu versenden. | Standortbestände, Verfügbarkeit, Reservierung, Auftragsrouting, Versandprozess und Statusrückmeldung. |
| Marktplatz und eigene Kanäle | Produkte werden über Marktplätze und eigene Verkaufskanäle angeboten, während Bestellungen in gemeinsame nachgelagerte Prozesse einfließen. | Produktangebote, Preise, Bestände, Bestellübergabe, kanalbezogene Vorgaben, Statuswerte und Retouren. |
| Online bestellen, kanalübergreifend betreuen | Eine Bestellung entsteht beispielsweise im Online Shop, während Vertrieb, Filiale oder Kundenservice den weiteren Kundenkontakt übernimmt. | Kunden- und Bestellzuordnung, Auftragsstatus, relevante Kontaktdaten, Berechtigungen und verfügbare Serviceinformationen. |
| B2B und B2C kombiniert | Geschäfts- und Endkunden werden über unterschiedliche Angebote oder Verkaufskanäle bedient und greifen dabei auf gemeinsame operative Strukturen zurück. | Kundenzuordnung, Sortimente, Preise und Konditionen, Rollen, Bestelllogik sowie relevante gemeinsame Daten und Systeme. |
| Kanalübergreifende Retouren | Eine Retoure wird über einen anderen vorgesehenen Kanal oder Standort bearbeitet als den ursprünglichen Verkaufskanal. | Bestellzuordnung, Retourenberechtigung, Warenannahme, Lagerbewegung, Erstattung, Retourenstatus und Kundeninformation. |
Was beeinflusst Aufwand und Umfang eines Omnichannel-Projekts?
Aufwand und Umfang eines Omnichannel-Projekts hängen nicht allein von der Anzahl der Verkaufskanäle oder Systeme ab. Entscheidend ist vor allem, welche Kanäle und Prozesse zusammenspielen sollen, welche Abhängigkeiten zwischen ihnen bestehen und wie viele Daten- und Prozessübergänge dafür umgesetzt werden müssen.
Ein Online Shop mit ERP und zentraler Warenwirtschaft stellt andere Anforderungen als eine Handelsarchitektur mit mehreren Marktplätzen, Filialen, Lagerstandorten sowie B2B- und B2C-Angeboten. Zusätzliche Komplexität entsteht insbesondere dann, wenn Bestellungen zwischen Kanälen wechseln, Bestände reserviert oder standortbezogen genutzt und Fulfillment- oder Retourenprozesse kanalübergreifend gesteuert werden.
Auch die bestehende technische Ausgangslage beeinflusst den Projektumfang. Verfügbare Schnittstellen und APIs, individuelle Erweiterungen, bestehende Datenmodelle, Datenqualität sowie bereits etablierte Integrationen bestimmen mit, ob vorhandene Strukturen weiterverwendet werden können oder angepasst werden müssen.
Der Aufwand sollte deshalb anhand konkreter End-to-End-Szenarien bewertet werden. Dabei wird sichtbar, welche Systeme beteiligt sind, welche Informationen an welchem Prozessschritt benötigt werden, welche Ausnahmefälle auftreten können und welche Abläufe vor dem produktiven Betrieb getestet und anschließend überwacht werden müssen.
Typische Risiken bei Omnichannel E-Commerce
Risiken im Omnichannel entstehen häufig dort, wo Daten, Aufträge oder Statusinformationen zwischen mehreren Kanälen, Systemen und Verantwortungsbereichen übergeben werden. Sind diese Übergänge nicht eindeutig definiert, können Fehler an einer Stelle Auswirkungen auf nachgelagerte Handelsprozesse und weitere Kanäle haben.
Besonders kritisch sind Abhängigkeiten, die im laufenden Betrieb nicht sofort sichtbar werden. Ein veralteter Bestand kann beispielsweise eine nicht erfüllbare Bestellung auslösen, eine fehlende Statusrückmeldung den Kundenservice mit einem falschen Informationsstand arbeiten lassen oder eine fehlerhafte Bestellübergabe nachgelagerte Fulfillment-Prozesse verzögern.
Deshalb sollten Risiken nicht erst für einzelne Schnittstellen betrachtet werden. Datenhoheit, Bestands- und Statuslogik, Prozessübergaben, Fehlerbehandlung, Integrationsarchitektur und End-to-End-Tests sollten gemeinsam geplant werden, damit kritische Abhängigkeiten vor dem produktiven Betrieb erkennbar und im laufenden Betrieb nachvollziehbar bleiben.
| Risiko | Mögliche Auswirkung | Wie das Risiko reduziert werden kann |
|---|---|---|
| Unklare Datenhoheit | Produktdaten, Preise, Bestände oder Kundendaten können in mehreren Systemen unterschiedlich gepflegt oder interpretiert werden. | Führende Datenquellen, fachliche Regeln und Verantwortlichkeiten für die relevanten Datenbereiche eindeutig festlegen. |
| Abweichende Bestände | Shop, Filiale, Vertrieb oder andere Verkaufskanäle können Verfügbarkeiten anzeigen, die nicht mit dem tatsächlich nutzbaren Bestand übereinstimmen. | Bestandsquellen, Lagerorte, Reservierungslogik, verfügbare Mengen und erforderliche Aktualisierungsregeln definieren und testen. |
| Unklare Statuslogik | Bestellung, Zahlung, Versand, Abholung oder Retoure können zwischen beteiligten Systemen und Kanälen unterschiedlich interpretiert werden. | Statusmodelle, zulässige Übergänge, Datenrichtungen und Verantwortlichkeiten für relevante Rückmeldungen festlegen. |
| Manuelle Zwischenprozesse | Daten, Bestellungen oder Statusinformationen müssen manuell übertragen, abgeglichen oder korrigiert werden und können dadurch zusätzliche Fehlerquellen schaffen. | Manuelle Übergaben identifizieren und bewerten, welche davon durch klar definierte Datenflüsse oder Integrationen sinnvoll ersetzt werden sollten. |
| Fehlende Fehlerbehandlung | Fehlerhafte oder unvollständige Übertragungen können unbemerkt bleiben und nachgelagerte Prozessschritte verzögern oder verhindern. | Protokollierung, Monitoring, Fehlermeldungen, Wiederholungsmechanismen und eindeutige Zuständigkeiten für kritische Datenflüsse vorsehen. |
| Viele Punkt-zu-Punkt-Verbindungen | Neue Kanäle oder Systeme können zusätzliche direkte Abhängigkeiten erzeugen und Änderungen sowie Fehleranalysen erschweren. | Integrationswege bewusst planen und prüfen, wo direkte Schnittstellen sinnvoll sind und wo eine zentralere Koordination von Datenflüssen Vorteile bietet. |
| Unzureichend getestete Handelsprozesse | Fehler bei Reservierung, Routing, Fulfillment, Abholung, Versand oder Retouren werden möglicherweise erst im produktiven Betrieb sichtbar. | Reale End-to-End-Szenarien sowie relevante Sonder- und Fehlerfälle mit den beteiligten Systemen und Statusübergängen vor dem Go-live testen. |
Wie maexware Omnichannel E-Commerce umsetzt
maexware unterstützt Unternehmen dabei, Omnichannel E-Commerce als abgestimmte Handelsarchitektur aus Verkaufskanälen, Systemen, Daten und Prozessen umzusetzen. Ausgangspunkt sind dabei die tatsächlichen Handelsabläufe und die Frage, welche Kanäle und Anwendungen für diese Abläufe zusammenarbeiten müssen.
Zu Beginn werden die bestehende Systemlandschaft und relevante End-to-End-Prozesse analysiert. Dabei wird betrachtet, welche Kanäle beteiligt sind, wo Daten entstehen oder gepflegt werden, welche Anwendungen bereits miteinander verbunden sind und an welchen Stellen manuelle Übergaben, unterschiedliche Informationsstände oder technische Abhängigkeiten bestehen.
Darauf aufbauend werden Systemrollen, Datenhoheit, Prozessübergänge und erforderliche Datenflüsse definiert. Erst daraus ergibt sich, welche bestehenden Schnittstellen genutzt oder angepasst werden können und wo neue Integrationen, APIs oder eine Middleware für die geplante Architektur sinnvoll sind.
Bei der Umsetzung betrachtet maexware nicht nur einzelne Systemverbindungen. Entscheidend ist, ob die vorgesehenen Handelsprozesse vom auslösenden Kanal über die beteiligten Systeme bis zu Fulfillment, Rückmeldung oder Retoure nachvollziehbar funktionieren und auch relevante Ausnahme- und Fehlerfälle im Betrieb berücksichtigt werden.
Häufige Fragen zu Omnichannel E-Commerce
Was bedeutet Omnichannel E-Commerce? ▾
Was ist der Unterschied zwischen Omnichannel und Multichannel E-Commerce? ▾
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Warum sind Daten im Omnichannel so wichtig? ▾
Welche Systeme spielen im Omnichannel eine Rolle? ▾
Welche Rolle spielen ERP, PIM und Warenwirtschaft im Omnichannel? ▾
Was sind typische Omnichannel-Szenarien? ▾
Was beeinflusst Aufwand und Umfang eines Omnichannel-Projekts? ▾
Welche Risiken gibt es bei Omnichannel E-Commerce? ▾
Omnichannel E-Commerce strukturiert umsetzen
Omnichannel E-Commerce sollte sich an den Handelsprozessen orientieren, die tatsächlich mehrere Kanäle, Standorte oder Systeme einbeziehen. Entscheidend ist, an welchen Stellen Informationen oder Aufträge übergeben werden und welche Beteiligten für den weiteren Prozess auf aktuelle und eindeutig zugeordnete Daten angewiesen sind.
Darauf aufbauend lassen sich Systemrollen, Datenquellen, Integrationswege und Prozessübergänge zu einer nachvollziehbaren Zielarchitektur zusammenführen. So wird sichtbar, welche Verbindungen für zentrale Omnichannel-Szenarien erforderlich sind und welche Erweiterungen bei Bedarf in einem späteren Schritt umgesetzt werden können.
maexware unterstützt Unternehmen dabei, relevante Omnichannel-Prozesse zu analysieren, technische und fachliche Abhängigkeiten zu strukturieren und die erforderlichen Integrationen von der Planung bis zum produktiven Betrieb aufeinander abzustimmen.
