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ERP-Systeme im Vergleich: Lösungen für Unternehmen

- Ing. Jozef Nano

ERP-Systeme unterstützen Unternehmen dabei, Geschäftsprozesse zentral zu steuern und verschiedene Unternehmensbereiche miteinander zu verbinden. Doch ERP-Systeme unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Funktionsumfang, Kosten, Bereitstellungsmodell, Anpassbarkeit und Integrationsmöglichkeiten. Welche Lösung geeignet ist, hängt deshalb vor allem von den individuellen Anforderungen, bestehenden IT-Systemen und zukünftigen Unternehmenszielen ab.

In unserem ERP-Systeme-Vergleich betrachten wir neun Lösungen: Odoo, Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One, Xentral ERP, weclapp, Haufe X360, Sage 100, Oracle NetSuite und OpenXE. Wir vergleichen ihre Einsatzbereiche, Funktionen, Lizenzmodelle sowie Möglichkeiten zur Anbindung von Onlineshops und anderen Geschäftsanwendungen. Eine übersichtliche Vergleichstabelle und konkrete Auswahlkriterien helfen dabei, die Unterschiede einzuordnen und geeignete ERP-Lösungen für das eigene Unternehmen zu identifizieren.

Welche ERP-Systeme gibt es?

Auf dem Markt gibt es zahlreiche ERP-Systeme für unterschiedliche Unternehmensgrößen und Anforderungen. Einige Lösungen konzentrieren sich auf zentrale kaufmännische Prozesse kleiner und mittlerer Unternehmen, während andere umfangreiche Funktionen für Produktion, internationale Geschäftsabläufe oder komplexe Unternehmensstrukturen bereitstellen. Unterschiede bestehen außerdem bei der technischen Bereitstellung, den Erweiterungsmöglichkeiten und der Integration bestehender Anwendungen.

Das Angebot reicht von modularen ERP-Plattformen über spezialisierte Handelslösungen bis hin zu Systemen für komplexere Unternehmensstrukturen. Auch quelloffene Alternativen stehen zur Verfügung. Die neun ERP-Systeme unseres Vergleichs repräsentieren unterschiedliche Ansätze, die sich hinsichtlich Funktionsumfang, Lizenzmodellen und typischen Einsatzbereichen unterscheiden.

Neben umfassenden ERP-Systemen existieren spezialisierte Lösungen für einzelne Geschäftsbereiche. Insbesondere im Onlinehandel können Warenwirtschaftssysteme wie Afterbuy oder JTL-Wawi eine Alternative darstellen, wenn vor allem Artikelverwaltung, Bestellabwicklung, Lagerbestände und die Anbindung von Verkaufskanälen im Mittelpunkt stehen. Sie werden deshalb in diesem Vergleich gesondert betrachtet.

Welche ERP-Lösungen für ein Unternehmen infrage kommen, lässt sich nicht allein anhand des Funktionsumfangs entscheiden. Entscheidend ist, wie gut das jeweilige System zu den vorhandenen Prozessen, den technischen Anforderungen und der geplanten Weiterentwicklung passt.

ERP-Systeme im direkten Vergleich

Die neun ausgewählten ERP-Lösungen unterscheiden sich hinsichtlich Funktionsumfang, Bereitstellung, Lizenzierung und Integrationsmöglichkeiten. Während einige Anbieter modulare Plattformen für verschiedene Geschäftsbereiche bereitstellen, konzentrieren sich andere stärker auf Handel, E-Commerce, Produktion oder internationale Unternehmensprozesse. Die folgende Tabelle stellt ihre wichtigsten Merkmale gegenüber und erleichtert die erste Orientierung.

Vergleichstabelle der neun ERP-Lösungen

Die Gegenüberstellung vergleicht neun ERP-Systeme anhand von fünf Kriterien: Bereitstellungsmodell, Funktionsschwerpunkte, Lizenz- und Kostenmodell, Schnittstellen sowie typische Einsatzbereiche. Die Angaben beschreiben die grundsätzliche Ausrichtung der Systeme und sind nicht als Vergleich identisch ausgestatteter Lizenzpakete zu verstehen. Einzelne Funktionen, APIs und Integrationen können von der gewählten Edition, zusätzlichen Modulen oder externen Anbindungen abhängen.

ERP-System

Bereitstellung

Funktionsschwerpunkte

Lizenz- und Kostenmodell

Schnittstellen / E-Commerce

Typische Einsatzbereiche

Odoo

Cloud oder On-Premise, abhängig von Edition und Angebot

CRM, Vertrieb, Einkauf, Lager, Buchhaltung, Produktion und E-Commerce

Open-Source-Community-Edition; kostenlose Ein-App-Option und kostenpflichtige Nutzertarife

Externe API in entsprechenden kommerziellen Tarifen; Erweiterungen und Shop-Anbindungen möglich

KMU und wachsende Unternehmen mit modularen Anforderungen

Microsoft Dynamics 365 Business Central

Cloud oder On-Premise

Finanzen, Einkauf, Verkauf, Lager, Projekte; Fertigung und Servicemanagement mit Premium

Nutzerbasierte Lizenzen, insbesondere Essentials und Premium

APIs, Microsoft-Integrationen und Erweiterungen; Shopify-Connector für Business Central Online

KMU und Mittelstand mit integrierten kaufmännischen Prozessen

SAP Business One

On-Premise oder Cloud-Bereitstellung

Finanzen, Vertrieb, Einkauf, Lager und grundlegende Produktionsprozesse

Lizenzierung abhängig von Nutzungsrechten und Bereitstellung; konkrete Preise auf Anfrage

Service Layer, weitere Schnittstellen und Partnerlösungen für Shop-Integrationen

Kleine und mittlere Unternehmen mit integrierten Geschäftsprozessen

Xentral ERP

Cloud

Auftragsabwicklung, Einkauf, Lager, Versand und Multichannel-Handel

Tarifpakete mit unterschiedlichen Leistungs- und Volumengrenzen; unbegrenzte Nutzerzahl in regulären Paketen

Shop- und Marktplatzanbindungen; API-Zugriff laut Tarifübersicht ab Business, mit paketabhängigen Nutzungsgrenzen

Handelsunternehmen und E-Commerce mit mehreren Verkaufskanälen

weclapp

Cloud

CRM, Warenwirtschaft, Projekte, Rechnungsstellung und Buchhaltung

Nutzerbasierte Tarife mit unterschiedlichem Funktionsumfang

REST-API in entsprechenden Tarifen; Shop-Integrationen insbesondere im Handelsangebot

KMU aus Dienstleistung, Handel und E-Commerce

Haufe X360

Cloud

Finanzen, Warenwirtschaft, CRM, Projekte und Produktion durch Module

Modulares Nutzungsmodell mit monatlichem Mindestbuchungsbetrag; Kosten nach Nutzern, Funktionen und Schnittstellen

APIs, Erweiterungen und Integrationen über Partner und Zusatzlösungen

Wachsende mittelständische Unternehmen mit komplexeren Prozessen

Sage 100

On-Premise oder Cloud-Bereitstellung

Rechnungswesen, Warenwirtschaft, Einkauf, Verkauf und Produktion über entsprechende Module

Modul- und nutzerabhängige Lizenzierung

Schnittstellen und Erweiterungen für Drittsysteme; Shop-Anbindungen über passende Lösungen

KMU und Mittelstand in Handel, Dienstleistung und Produktion

Oracle NetSuite

Cloud

Finanzen, Beschaffung, Lager, Auftragsmanagement und internationale Prozesse

Individuelles Abonnement nach Plattform, Nutzern und Modulen

SuiteTalk REST Web Services und Integrationslösungen für externe Anwendungen

Wachsende und international tätige Unternehmen

OpenXE

Self-hosted

Angebote, Aufträge, Einkauf, Rechnungen, Lager und weitere kaufmännische Abläufe

Open Source unter EGPL 3.1; Kosten für Hosting, Einrichtung und Betreuung möglich

Technische Erweiterungen und Shop-Anbindungen, abhängig von Version und Implementierung

Unternehmen mit Bedarf an selbst betriebener, anpassbarer ERP-Software

Die Tabelle zeigt vor allem, welche ERP-Lösungen für eine vertiefte Prüfung infrage kommen. Für eine belastbare Entscheidung sollten Unternehmen anschließend die tatsächlich benötigten Funktionen, Integrationen und Gesamtkosten anhand konkreter Produkteditionen und Angebote vergleichen. Die folgenden Einzelprofile helfen dabei, die Unterschiede zwischen den neun Systemen genauer einzuordnen.

Die ERP-Systeme im Einzelvergleich

Bei der genaueren Betrachtung der einzelnen ERP-Systeme stehen neben den verfügbaren Funktionen auch deren Zusammenspiel, die Erweiterbarkeit sowie der Aufwand für Einführung und Betrieb im Mittelpunkt. Die folgenden Profile zeigen, welche Schwerpunkte die neun Lösungen setzen und für welche Unternehmensanforderungen sie besonders relevant sein können.

Odoo

Odoo ist ein modular aufgebautes ERP-System, das zahlreiche Geschäftsbereiche innerhalb einer gemeinsamen Plattform abdeckt. Dazu gehören unter anderem Vertrieb, Einkauf, Lagerverwaltung, Buchhaltung, Produktion, CRM und E-Commerce. Unternehmen können mit ausgewählten Anwendungen beginnen und den Funktionsumfang schrittweise erweitern.

Zu den Stärken zählen die breite Modulauswahl und die Möglichkeit, unterschiedliche Prozesse miteinander zu verbinden. Neben der Open-Source-Community-Edition bietet Odoo kommerzielle Tarife mit zusätzlichen Funktionen und Integrationsmöglichkeiten. Bei komplexeren Anforderungen müssen Unternehmen den Aufwand für Konfiguration, Erweiterungen und laufende Wartung berücksichtigen. Besonders interessant ist Odoo für kleine und mittlere Unternehmen, die eine modular erweiterbare ERP-Lösung mit Odoo suchen.

Microsoft Dynamics 365 Business Central

Microsoft Dynamics 365 Business Central richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen, die Finanzwesen, Einkauf, Verkauf, Lager und weitere betriebliche Abläufe zentral verwalten möchten. Die Lösung lässt sich mit verschiedenen Microsoft-Anwendungen verbinden und durch Erweiterungen ergänzen.

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Integration innerhalb des Microsoft-Ökosystems. Der tatsächliche Funktionsumfang hängt jedoch von der gewählten Lizenz und den eingesetzten Erweiterungen ab. Die Premium-Edition umfasst zusätzliche Funktionen für Fertigung und Servicemanagement, die in der Essentials-Edition nicht im gleichen Umfang enthalten sind. Business Central eignet sich insbesondere für Unternehmen, die bereits Microsoft-Technologien nutzen und ihre kaufmännischen Prozesse darauf aufbauen möchten.

SAP Business One

SAP Business One ist eine ERP-Lösung für kleine und mittlere Unternehmen mit Anforderungen an integrierte Finanz-, Vertriebs-, Einkaufs- und Lagerprozesse. Auch grundlegende Produktionsabläufe lassen sich abbilden. Das System kann lokal oder über entsprechende Cloud- und Hosting-Angebote betrieben werden.

Die Stärke liegt in der Verbindung zentraler Unternehmensfunktionen innerhalb eines Systems. Für zusätzliche Anforderungen, etwa bei E-Commerce-Anbindungen oder speziellen Branchenprozessen, können Erweiterungen und Partnerlösungen erforderlich sein. SAP Business One kommt vor allem für Unternehmen infrage, die strukturierte kaufmännische Abläufe benötigen und eine Implementierung mit entsprechender fachlicher Betreuung planen.

Xentral ERP

Xentral ERP ist eine cloudbasierte Lösung mit Schwerpunkt auf Handel, E-Commerce und operativer Auftragsabwicklung. Zu den zentralen Funktionen gehören Einkauf, Lagerverwaltung, Bestellverarbeitung, Versand sowie die Anbindung unterschiedlicher Verkaufsplattformen.

Besonders relevant ist Xentral für Unternehmen, die Bestellungen über mehrere Kanäle verarbeiten und ihre Warenbewegungen zentral steuern möchten. Die regulären Tarifpakete ermöglichen eine unbegrenzte Nutzerzahl, unterscheiden sich jedoch bei Funktionsumfang und Nutzungsgrenzen. Ein API-Zugriff ist laut aktueller Tarifübersicht ab dem Business-Paket vorgesehen. Je nach Tarif können unterschiedliche API-Limits und zusätzliche Kosten gelten. Bei der Auswahl sollten daher insbesondere Bestellvolumen, benötigte Integrationen und mögliche Zusatzkosten berücksichtigt werden.

weclapp

weclapp ist ein cloudbasiertes ERP-System für kleine und mittlere Unternehmen. Je nach Tarif stehen Funktionen für CRM, Projektmanagement, Rechnungsstellung, Warenwirtschaft und weitere kaufmännische Abläufe zur Verfügung.

Die Lösung verbindet verschiedene Geschäftsprozesse innerhalb einer webbasierten Anwendung und kann sowohl für Dienstleistungsunternehmen als auch für Handelsbetriebe interessant sein. Die Tarife unterscheiden sich jedoch deutlich beim Funktionsumfang. Während die REST-API in entsprechenden Dienstleistungs- und Handelsangeboten verfügbar ist, sind Shop-Integrationen insbesondere für handelsbezogene Prozesse vorgesehen. Unternehmen sollten deshalb prüfen, ob der gewählte Tarif die tatsächlich benötigten Abläufe und Integrationen unterstützt.

Haufe X360

Haufe X360 ist ein modulares Cloud-ERP-System, das unter anderem Finanzwesen, Warenwirtschaft, CRM, Projektmanagement und Produktionsprozesse abdecken kann. Durch die modulare Struktur lässt sich die Lösung an unterschiedliche betriebliche Anforderungen anpassen.

Zu den Stärken gehören die Erweiterbarkeit und die Möglichkeit, mehrere Unternehmensbereiche auf einer gemeinsamen Plattform zu verwalten. Laut Anbieter beträgt der monatliche Mindestbuchungsbetrag für Haufe X360 449 Euro. Die tatsächlichen Lizenzkosten richten sich unter anderem nach den gebuchten Funktionen, der Anzahl der Nutzer und den benötigten Schnittstellen. Hinzu kommen gegebenenfalls Implementierungs- und Betreuungsleistungen. Haufe X360 eignet sich insbesondere für wachsende mittelständische Unternehmen mit umfassenderen ERP-Anforderungen.

Sage 100

Sage 100 ist eine ERP-Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihre kaufmännischen Prozesse strukturiert verwalten möchten. Zu den Funktionsbereichen gehören Rechnungswesen, Warenwirtschaft, Einkauf, Verkauf und optional Produktionsprozesse.

Ein Vorteil liegt in der modularen Ausrichtung, durch die Unternehmen unterschiedliche Funktionsbereiche entsprechend ihrem Bedarf einsetzen können. Sage 100 kann sowohl lokal als auch in einer Cloud-Umgebung bereitgestellt werden. Für spezifische Integrationen und Erweiterungen kann zusätzlicher Implementierungsaufwand entstehen. Die Lösung ist vor allem für Handels-, Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen interessant, die etablierte kaufmännische Prozesse abbilden möchten.

Oracle NetSuite

Oracle NetSuite ist ein cloudbasiertes ERP-System mit Funktionen für Finanzmanagement, Beschaffung, Lagerverwaltung, Auftragsabwicklung und weitere Unternehmensprozesse. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung wachsender und international tätiger Unternehmen.

Zu den Stärken gehören die zentrale Verwaltung verschiedener Geschäftsbereiche und die Möglichkeit, komplexere Unternehmensstrukturen abzubilden. Für die Integration externer Anwendungen stehen unter anderem SuiteTalk REST Web Services zur Verfügung. Allerdings müssen Unternehmen bei der Einführung den Umfang der benötigten Module, die Lizenzkosten und den Implementierungsaufwand berücksichtigen. NetSuite kommt insbesondere für Unternehmen mit internationalen oder mehrstufigen Organisationsstrukturen infrage.

OpenXE

OpenXE ist ein quelloffenes ERP-System, das aus der früheren Open-Source-Version von Xentral hervorgegangen ist. Es bietet Funktionen für Angebote, Aufträge, Einkauf, Rechnungsstellung, Lagerverwaltung und weitere kaufmännische Abläufe. Die Software kann auf einer eigenen oder selbst verwalteten Infrastruktur betrieben werden.

Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, den Quellcode einzusehen und das System im Rahmen der geltenden Lizenzbedingungen anzupassen. Laut Projektdokumentation steht OpenXE unter der EGPL 3.1. Bei der Nutzung und Weiterentwicklung sind die konkreten Lizenzbedingungen sowie gegebenenfalls abweichende Lizenzen eingebundener Drittanbieterkomponenten zu beachten.

Der eigenverantwortliche Betrieb erfordert allerdings technisches Know-how für Einrichtung, Wartung, Sicherheit und Weiterentwicklung. Auch Schnittstellen und Erweiterungen müssen hinsichtlich ihrer tatsächlichen Verfügbarkeit und Kompatibilität geprüft werden. OpenXE eignet sich daher besonders für Unternehmen, die eine anpassbare Open-Source-ERP-Lösung mit OpenXE suchen und den technischen Betrieb entsprechend organisieren können.

ERP-Systeme nach Unternehmensgröße und Branche

Die Unternehmensgröße und die Branche beeinflussen maßgeblich, welche Anforderungen ein ERP-System erfüllen muss. Ein kleiner Dienstleistungsbetrieb benötigt andere Funktionen als ein Produktionsunternehmen mit komplexer Materialplanung oder ein Onlinehändler mit mehreren Verkaufskanälen. Deshalb sollte ein ERP-Vergleich nach Unternehmensgröße und Einsatzbereich neben dem Funktionsumfang auch die Skalierbarkeit, Integrationsmöglichkeiten und den Aufwand für Einführung und Betrieb berücksichtigen.

ERP-Systeme für kleine und mittlere Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen häufig die zentrale Verwaltung kaufmännischer Prozesse, eine nachvollziehbare Kostenstruktur und die schrittweise Erweiterbarkeit im Vordergrund. Wichtig ist insbesondere, ob sich Angebote, Aufträge, Rechnungen, Einkauf und Lagerverwaltung ohne unnötige Systemwechsel miteinander verbinden lassen.

Bei einem schrittweisen Ausbau kann Odoo durch seinen modularen Aufbau interessant sein. weclapp kommt insbesondere für kleinere Dienstleistungs- und Handelsunternehmen infrage, sofern der gewählte Tarif die erforderlichen Funktionen abdeckt. Microsoft Dynamics 365 Business Central und SAP Business One sind weitere Optionen, wenn mehrere kaufmännische Bereiche integriert und bestehende IT-Systeme berücksichtigt werden müssen.

Für mittelständische Unternehmen mit umfangreicheren Anforderungen können auch Sage 100 und Haufe X360 relevant sein. OpenXE stellt eine Alternative dar, wenn ein selbst betriebenes, anpassbares ERP-System gewünscht ist und ausreichende technische Ressourcen vorhanden sind.

Gerade bei KMU sollten Unternehmen nicht nur die verfügbaren Module vergleichen, sondern auch den Einführungsaufwand, die laufenden ERP-Kosten und den internen Betreuungsbedarf. Ein umfangreicheres System ist nicht automatisch die wirtschaftlichere Wahl, wenn ein großer Teil seiner Funktionen im Alltag ungenutzt bleibt. Welche weiteren Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen, zeigt unser Überblick zur ERP-Software für kleine Unternehmen.

ERP-Systeme für Handel, E-Commerce und Dienstleistungen

Im Handel und E-Commerce stehen vor allem die Verarbeitung von Bestellungen, die Verwaltung von Artikeln und Lagerbeständen sowie die Verbindung unterschiedlicher Verkaufskanäle im Mittelpunkt. Dienstleistungsunternehmen benötigen dagegen häufig Funktionen für Projektmanagement, Zeiterfassung, Abrechnung und die Verwaltung von Kundenbeziehungen.

Xentral ERP ist besonders auf handelsbezogene Prozesse wie Auftragsabwicklung, Lagerverwaltung, Versand und Multichannel-Vertrieb ausgerichtet. Odoo kann durch seine verschiedenen Anwendungen sowohl Handels- als auch Dienstleistungsprozesse abdecken. weclapp bietet je nach Tarif Funktionen für CRM, Projekte, Warenwirtschaft und Shop-Anbindungen.

Auch Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One, Sage 100 und Haufe X360 kommen für Handelsunternehmen infrage. Entscheidend ist dabei, wie sich Bestellungen, Lagerbestände, Rechnungen und Versanddaten zwischen ERP-System, Onlineshop und weiteren Anwendungen austauschen lassen. Standard-Connectoren, verfügbare APIs und zusätzlicher Integrationsaufwand sollten deshalb bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Für Dienstleistungsunternehmen ist dagegen besonders wichtig, wie gut sich Projektabläufe, erbrachte Leistungen und Abrechnungsprozesse miteinander verbinden lassen. Ein ERP-System mit umfangreichen Lager- und Versandfunktionen bietet hier nicht automatisch einen Vorteil. Die Auswahl sollte sich an den tatsächlichen Arbeitsabläufen und den benötigten Funktionen orientieren, nicht allein an der Branchenzuordnung des Anbieters.

ERP-Systeme für Produktion und international tätige Unternehmen

Produktionsunternehmen stellen besondere Anforderungen an die Verbindung von Einkauf, Materialwirtschaft, Fertigung und betriebswirtschaftlicher Planung. Je nach Produktionsmodell können Stücklisten, Fertigungsaufträge, Materialbedarfsplanung und die Nachverfolgung von Beständen entscheidend sein. International tätige Unternehmen benötigen darüber hinaus häufig Unterstützung für mehrere Gesellschaften, Währungen und länderspezifische Prozesse.

Microsoft Dynamics 365 Business Central bietet mit der Premium-Edition zusätzliche Fertigungsfunktionen. Sage 100 kann durch entsprechende Module Produktionsprozesse unterstützen, während SAP Business One grundlegende Fertigungsabläufe abbildet. Auch Odoo und Haufe X360 bieten Produktionsfunktionen, deren Eignung anhand konkreter Anforderungen wie Stücklistenverwaltung, Materialplanung und Fertigungssteuerung geprüft werden sollte.

Oracle NetSuite ist insbesondere für Unternehmen mit internationalen Strukturen relevant, die Finanz- und Geschäftsprozesse über mehrere organisatorische Einheiten hinweg verwalten möchten. Auch andere ERP-Systeme können internationale Anforderungen unterstützen. Dabei sollten Unternehmen insbesondere die verfügbaren Lokalisierungen, Währungsfunktionen, gesellschaftsübergreifenden Prozesse und den notwendigen Implementierungsaufwand vergleichen.

Bei komplexeren Produktions- oder Unternehmensstrukturen reicht ein allgemeiner Funktionsvergleich nicht aus. Produktionsfunktionen, Mehrmandantenfähigkeit und internationale Einsatzmöglichkeiten sollten anhand konkreter Anwendungsfälle getestet werden. Dazu gehören beispielsweise die Planung eines Fertigungsauftrags, die Bestandsführung über mehrere Standorte oder die Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen verschiedenen Gesellschaften.

Cloud, On-Premise und Open Source im Vergleich

Neben dem Funktionsumfang spielt auch das Betriebs- und Lizenzmodell eines ERP-Systems eine wichtige Rolle. Unternehmen können zwischen cloudbasierten und selbst betriebenen Lösungen wählen. Daneben gibt es proprietäre und quelloffene ERP-Systeme. Diese Unterscheidung ist wichtig: Cloud und On-Premise beschreiben, wie und wo die Software betrieben wird, während Open Source die Verfügbarkeit des Quellcodes und die damit verbundenen Lizenzrechte betrifft.

Cloud-ERP: Betrieb und Wartung durch den Anbieter

Bei einem Cloud-ERP-System wird die Software über eine externe Infrastruktur bereitgestellt. Unternehmen greifen in der Regel über einen Webbrowser auf das System zu, ohne die zugrunde liegenden Server selbst betreiben zu müssen. Bei vollständig verwalteten Cloud-Angeboten übernimmt der Anbieter typischerweise die Infrastrukturverwaltung, technische Updates und den Plattformbetrieb. Bei anderen Hosting-Modellen können diese Aufgaben teilweise beim Kunden oder einem Dienstleister liegen.

Zu den cloudbasierten Lösungen unseres Vergleichs gehören Xentral ERP, weclapp, Haufe X360 und Oracle NetSuite. Auch Odoo und Microsoft Dynamics 365 Business Central bieten Cloud-Varianten an. Die konkreten Betriebsbedingungen und Verantwortlichkeiten unterscheiden sich jedoch zwischen den Anbietern und gewählten Angeboten.

Ein Vorteil liegt im geringeren Aufwand für die eigene Serverinfrastruktur. Gleichzeitig sollten Unternehmen die laufenden Abonnementkosten, Anpassungsmöglichkeiten, Datenexporte und Abhängigkeiten vom Anbieter berücksichtigen. Auch die Verfügbarkeit bestimmter Schnittstellen oder Erweiterungen kann vom Tarif abhängen.

On-Premise-ERP: Mehr Kontrolle über den Betrieb

Bei einer On-Premise-ERP-Lösung wird die Software auf einer vom Unternehmen selbst verwalteten Infrastruktur betrieben, typischerweise im eigenen Rechenzentrum. Alternativ kann eine vergleichbare Betriebsverantwortung bei einer extern gehosteten Umgebung bestehen. Unternehmen behalten dadurch mehr Einfluss auf die technische Konfiguration, müssen aber auch die Verantwortung für Betrieb, Updates, Datensicherung und Sicherheit organisieren.

Im Vergleich bieten unter anderem SAP Business One und Sage 100 entsprechende Betriebsmodelle. Auch Microsoft Dynamics 365 Business Central und Odoo können unter bestimmten Voraussetzungen selbst betrieben werden. Bei Odoo hängt diese Möglichkeit von der gewählten Edition und dem jeweiligen Angebot ab.

On-Premise kann sinnvoll sein, wenn Unternehmen besondere Anforderungen an ihre Infrastruktur, bestehende Systemverbindungen oder technische Anpassungen haben. Allerdings bedeutet der eigene Betrieb nicht automatisch geringere Gesamtkosten. Neben der Software müssen auch Hosting, Administration, Wartung, Sicherheitsmaßnahmen und technische Betreuung berücksichtigt werden.

Open-Source-ERP: Quellcode und Anpassbarkeit

Bei einem Open-Source-ERP-System ist der Quellcode unter den Bedingungen einer entsprechenden Lizenz zugänglich und kann im Rahmen der eingeräumten Rechte genutzt, geprüft und verändert werden. Open Source ist dabei kein eigenständiges Bereitstellungsmodell: Quelloffene ERP-Software kann sowohl auf eigener Infrastruktur als auch in einer gehosteten Umgebung betrieben werden.

Im vorliegenden Vergleich ist insbesondere OpenXE als quelloffene ERP-Lösung relevant. Das Projekt ist aus der früheren Open-Source-Version von Xentral hervorgegangen. Laut Projektdokumentation wird OpenXE unter der EGPL 3.1 bereitgestellt, die auf der GNU AGPL 3.0 basiert und zusätzliche Lizenzbedingungen enthält. Für einzelne Drittanbieterkomponenten können abweichende Lizenzbedingungen gelten. Auch Odoo verfügt über eine Open-Source-Community-Edition, die von den kommerziellen Angeboten zu unterscheiden ist.

Die Möglichkeit zur Anpassung des Quellcodes kann insbesondere bei individuellen Geschäftsprozessen interessant sein. Allerdings entstehen auch bei quelloffener Software Kosten für Einrichtung, Hosting, Entwicklung, Wartung und Support. Zudem müssen Unternehmen die jeweiligen Lizenzbedingungen und die langfristige Pflege ihrer Anpassungen berücksichtigen.

Welches Bereitstellungsmodell ist geeignet?

Die Wahl hängt vor allem davon ab, welche Aufgaben ein Unternehmen selbst übernehmen kann und wie viel Kontrolle über die technische Umgebung erforderlich ist. Cloud-Angebote können sinnvoll sein, wenn der eigene Infrastrukturaufwand gering bleiben soll. Selbst betriebene Systeme kommen insbesondere bei speziellen Betriebs- und Integrationsanforderungen infrage. Unabhängig vom Betriebsmodell können Unternehmen zudem prüfen, ob eine proprietäre oder quelloffene ERP-Lösung besser zu ihren Anforderungen passt.

Für eine fundierte Entscheidung sollten Unternehmen Gesamtkosten, Integrationsanforderungen, Datensicherheit, Wartungsverantwortung und langfristige Erweiterbarkeit gemeinsam bewerten. Besonders hilfreich ist eine klare Aufteilung der Verantwortlichkeiten: Wer installiert Updates, sichert Daten, betreut Schnittstellen und stellt die Wiederherstellung im Störungsfall sicher? Diese Fragen zeigen, welches Betriebs- und Lizenzmodell zu den vorhandenen Ressourcen passt.

ERP-Kosten und Lizenzmodelle im Vergleich

Die Kosten eines ERP-Systems lassen sich nicht allein anhand einer monatlichen Lizenzgebühr vergleichen. Je nach Anbieter unterscheiden sich die Abrechnungsmodelle, enthaltenen Funktionen und zusätzlichen Leistungen erheblich. Während einige ERP-Lösungen pro Nutzer berechnet werden, arbeiten andere mit Tarifpaketen, modularen Lizenzmodellen oder individuell vereinbarten Preisen. Bei Open-Source-Systemen stehen dagegen häufig die Kosten für Einrichtung, Betrieb und technische Betreuung im Vordergrund.

Lizenz- und Preismodelle der neun ERP-Systeme

Die neun ERP-Lösungen unseres Vergleichs verfolgen unterschiedliche Ansätze bei der Preisgestaltung:

  • Odoo: Bietet eine kostenlose Ein-App-Option mit unbegrenzter Nutzerzahl sowie kostenpflichtige Tarife mit nutzerbasierter Abrechnung. Erweiterte Anpassungs- und Integrationsmöglichkeiten sind vom gewählten Tarif abhängig. Daneben existiert eine eigenständige Open-Source-Community-Edition.

  • Microsoft Dynamics 365 Business Central: Nutzt ein Lizenzmodell pro Benutzer mit unterschiedlichen Editionen und Nutzerrollen. Die Premium-Edition umfasst zusätzliche Funktionen für Produktion und Servicemanagement.

  • SAP Business One: Die Lizenz- und Betriebskosten hängen vom gewählten Bereitstellungsmodell, dem benötigten Funktionsumfang und den vereinbarten Nutzungsrechten ab. Die konkreten Kosten werden im Rahmen eines individuellen Angebots ermittelt.

  • Xentral ERP: Arbeitet mit Tarifpaketen und auftragsbezogenen Abrechnungsbestandteilen. Die regulären Pakete bieten eine unbegrenzte Nutzerzahl, unterscheiden sich jedoch bei enthaltenen Auftragsvolumen, Funktionen und Zusatzleistungen. Je nach Paket und Nutzung können weitere Kosten entstehen.

  • weclapp: Bietet nutzerbasierte Tarife mit unterschiedlichem Funktionsumfang, insbesondere für den Einstieg, Dienstleistungen und Handel. Zusätzliche Leistungen und spezialisierte Benutzerlizenzen können die Gesamtkosten beeinflussen.

  • Haufe X360: Kombiniert eine monatliche Mindestgebühr mit nutzer-, funktions- und schnittstellenabhängigen Lizenzkosten. Implementierung und bestimmte Zusatzleistungen werden separat kalkuliert.

  • Sage 100: Verwendet ein modulares Preismodell, bei dem unter anderem Warenwirtschaft, Rechnungswesen und Produktion unterschiedliche Lizenzkosten verursachen können.

  • Oracle NetSuite: Die Lizenzkosten werden individuell anhand der benötigten Softwarekonfiguration und des vereinbarten Leistungsumfangs ermittelt. Ein konkreter Gesamtpreis erfordert ein Angebot.

  • OpenXE: Die Software wird als frei verfügbares Open-Source-Projekt unter der EGPL 3.1 bereitgestellt. Auch ohne klassische Softwarelizenzgebühren können Kosten für Hosting, Einrichtung, Anpassungen, Wartung und externe Betreuung entstehen.

Ein direkter Vergleich der Einstiegspreise ist daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Ein nutzerbasierter Tarif, ein Paketpreis mit unbegrenzter Nutzerzahl und ein modular kalkuliertes ERP-Angebot bilden unterschiedliche Kostenstrukturen ab. Für eine belastbare Gegenüberstellung müssen Unternehmen den jeweils benötigten Funktionsumfang und die tatsächliche Nutzung berücksichtigen.

Welche zusätzlichen ERP-Kosten entstehen?

Neben den Lizenzgebühren können bei der Einführung und Nutzung eines ERP-Systems weitere Aufwendungen entstehen. Diese hängen unter anderem von der bestehenden IT-Landschaft, der Datenqualität und dem Umfang der erforderlichen Anpassungen ab.

  • Implementierung und Konfiguration: Einrichtung des Systems, Abbildung betrieblicher Abläufe und Anpassung von Berechtigungen oder Workflows.

  • Datenmigration: Übernahme und Bereinigung bestehender Kunden-, Artikel-, Lieferanten- und Bewegungsdaten.

  • Schnittstellen und Erweiterungen: Anbindung von Onlineshops, Buchhaltung, Logistik oder weiteren Anwendungen sowie gegebenenfalls erforderliche Zusatzmodule.

  • Schulungen und Einführungsbegleitung: Vorbereitung der Mitarbeitenden und Unterstützung beim Wechsel auf das neue ERP-System.

  • Betrieb und Wartung: Hosting, Administration, Datensicherung, Updates und technischer Support, soweit diese Leistungen nicht bereits im gewählten Angebot enthalten sind.

Diese Kosten fallen nicht bei jedem ERP-System in gleicher Form an. Bei Cloud-Angeboten sind beispielsweise bestimmte Betriebs- und Wartungsleistungen bereits Bestandteil des Abonnements. Bei selbst betriebenen Systemen müssen Unternehmen entsprechende Aufgaben selbst übernehmen oder externe Dienstleister beauftragen. Welche Vorbereitungen und Verantwortlichkeiten bei einem solchen Projekt berücksichtigt werden sollten, zeigt eine Checkliste zur ERP-Einführung.

ERP-Gesamtkosten statt Einstiegspreise vergleichen

Für die wirtschaftliche Bewertung eignet sich eine Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO). Dabei werden nicht nur die Anschaffungs- oder Lizenzkosten, sondern sämtliche relevanten Aufwendungen über einen festgelegten Nutzungszeitraum berücksichtigt.

Unternehmen sollten dafür beispielsweise die erwarteten Kosten über drei bis fünf Jahre gegenüberstellen. Wichtig ist, für alle ERP-Systeme dieselben Voraussetzungen anzusetzen: Anzahl und Rollen der Nutzer, benötigte Module, Schnittstellen, Datenmigration, Support sowie geplante Erweiterungen.

Ein vermeintlich günstiger Einstiegstarif kann bei zusätzlichen Modulen, steigenden Nutzungsvolumen oder aufwendigen Integrationen langfristig höhere Kosten verursachen. Umgekehrt kann ein umfangreicheres Angebot wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn wesentliche Funktionen bereits enthalten sind und weniger zusätzliche Anpassungen erforderlich werden.

Der ERP-Kostenvergleich sollte deshalb immer auf einer einheitlichen Anforderungsliste und nachvollziehbaren Angeboten beruhen. Erst dadurch lassen sich die unterschiedlichen Lizenzmodelle und die langfristigen Gesamtkosten sinnvoll bewerten.

ERP-Schnittstellen und E-Commerce-Integration

Bei der Auswahl eines ERP-Systems sollten Unternehmen nicht nur die internen Funktionen der Software betrachten, sondern auch deren Verbindung mit bestehenden Anwendungen. Besonders im E-Commerce ist entscheidend, ob Bestellungen, Artikelinformationen, Lagerbestände und Versanddaten zwischen ERP-System, Onlineshop und weiteren Verkaufskanälen zuverlässig ausgetauscht werden können. Welche Integrationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, hängt vom ERP-Anbieter, dem gewählten Tarif und den eingesetzten Drittsystemen ab.

ERP-Anbindungen an Onlineshops und Marktplätze

Für Handelsunternehmen ist die Anbindung von Shopsystemen und Marktplätzen ein wesentliches Auswahlkriterium. Dabei reicht es nicht aus, dass ein ERP-Anbieter eine bestimmte Plattform grundsätzlich unterstützt. Entscheidend ist, welche Daten tatsächlich übertragen werden, in welche Richtung der Austausch erfolgt und ob die Integration zum benötigten Funktionsumfang passt.

Xentral ERP legt einen Schwerpunkt auf die Anbindung verschiedener Verkaufskanäle und die Verarbeitung von Handelsaufträgen. Odoo verfügt über eigene E-Commerce-Funktionen und bietet je nach Edition weitere Integrationsmöglichkeiten. Bei weclapp sind Shop-Anbindungen und API-Funktionen vom gewählten Tarif abhängig.

Auch Microsoft Dynamics 365 Business Central bietet Integrationsmöglichkeiten für den Onlinehandel, darunter einen Shopify-Connector für Business Central Online, der nicht für On-Premise-Installationen verfügbar ist. Bei SAP Business One, Sage 100, Haufe X360 und Oracle NetSuite können externe Anwendungen über verfügbare Schnittstellen, Erweiterungen oder Integrationslösungen angebunden werden. Bei OpenXE muss die Verfügbarkeit und Kompatibilität geeigneter Anbindungen anhand der eingesetzten Version und Implementierung geprüft werden.

Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Unternehmen daher nicht nur nach einer vorhandenen Shop-Anbindung fragen, sondern die benötigten Datenflüsse und Geschäftsprozesse konkret definieren.

API, Standard-Connector oder individuelle Schnittstelle?

ERP-Systeme können auf unterschiedliche Weise mit anderen Anwendungen kommunizieren. Welche Variante geeignet ist, hängt von den beteiligten Systemen, den benötigten Funktionen und dem technischen Aufwand ab.

  • Standard-Connector: Eine vorhandene Integration verbindet bestimmte Systeme miteinander. Dabei muss geprüft werden, welche Funktionen unterstützt werden, ob zusätzliche Kosten entstehen und wie Updates gehandhabt werden.

  • API-Schnittstelle: Eine Programmierschnittstelle ermöglicht den strukturierten Datenaustausch zwischen Anwendungen. Der tatsächliche Funktionsumfang hängt von den bereitgestellten Endpunkten, Zugriffsrechten, Authentifizierungsverfahren und technischen Beschränkungen wie API-Limits ab.

  • Individuelle Integration: Wenn vorhandene Connectoren die Anforderungen nicht abdecken, kann eine speziell entwickelte Schnittstelle erforderlich sein. Dabei sind Entwicklung, Tests, Fehlerbehandlung und langfristige Wartung zu berücksichtigen.

Ein vorhandener API-Zugang bedeutet nicht automatisch, dass alle benötigten Daten und Funktionen verfügbar sind. Ebenso kann ein Standard-Connector bestimmte Abläufe unterstützen, ohne sämtliche individuellen Anforderungen eines Unternehmens abzudecken.

Welche Daten sollten zwischen ERP und E-Commerce synchronisiert werden?

Bei der Bewertung einer ERP-Integration sollten Unternehmen festlegen, welche Informationen zwischen den Systemen ausgetauscht werden müssen und welches System die jeweiligen Daten führend verwaltet. Typische Anforderungen betreffen:

  • Artikel- und Produktdaten: Artikelnummern, Bezeichnungen, Varianten und weitere produktbezogene Informationen.

  • Lagerbestände: Verfügbare Mengen, Reservierungen und Bestandsänderungen über unterschiedliche Verkaufskanäle hinweg.

  • Bestellungen: Übernahme von Aufträgen einschließlich Positionen, Kundendaten und relevanten Zahlungsinformationen.

  • Versandinformationen: Übertragung von Versandstatus, Trackingdaten und weiteren Informationen zur Auftragsabwicklung.

  • Preise und Kundendaten: Abgleich von Preisen, Kundenstammdaten und gegebenenfalls kundenspezifischen Konditionen.

  • Retouren und Stornierungen: Austausch relevanter Statusinformationen und, soweit erforderlich, Abgleich von Rücksendungen, Erstattungen und Bestandskorrekturen.

Nicht jedes ERP-System oder jeder Connector unterstützt diese Datenflüsse im gleichen Umfang. Unterschiede bestehen unter anderem bei der Synchronisationsrichtung, den Aktualisierungsintervallen, der Fehlerbehandlung und der Zuordnung von Datenfeldern. Welche Abläufe dabei aufeinander abgestimmt werden müssen, lässt sich anhand typischer E-Commerce-ERP-Datenflüsse nachvollziehen. Für eine zuverlässige E-Commerce-ERP-Integration müssen sowohl die technischen Schnittstellen als auch die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse aufeinander abgestimmt werden.

Integrationsfähigkeit als Auswahlkriterium

Im direkten ERP-Vergleich sollte die Integrationsfähigkeit anhand konkreter Anwendungsfälle bewertet werden. Ein Unternehmen mit einem einzelnen Onlineshop hat andere Anforderungen als ein Multichannel-Händler mit mehreren Marktplätzen, externem Lager und zusätzlichen Versanddienstleistern.

Wichtige Prüfkriterien sind die Verfügbarkeit geeigneter Schnittstellen, der unterstützte Datenumfang, die Aktualisierung der Informationen und die langfristigen Integrationskosten. Ebenso sollte geklärt werden, wer für die Wartung der Verbindung verantwortlich ist und wie sich Änderungen an den beteiligten Systemen auswirken.

Die Anzahl angebotener Integrationen allein ist daher kein ausreichendes Qualitätsmerkmal. Aussagekräftiger ist ein Test mit typischen Geschäftsvorfällen, beispielsweise einer Bestellung mit anschließender Bestandsänderung, einer Teillieferung oder einer Retoure. Dabei sollte auch geprüft werden, ob fehlgeschlagene Übertragungen erkannt und erneut verarbeitet werden können. Damit solche Tests aussagekräftig sind, sollten Unternehmen ihre ERP-Schnittstellen vorab spezifizieren und konkrete Abnahmekriterien festlegen.

Afterbuy und JTL-Wawi als Alternativen für den Onlinehandel

Nicht jedes Handelsunternehmen benötigt eine umfassende ERP-Plattform, die neben der Warenwirtschaft auch komplexe Finanz-, Produktions- oder weitere Unternehmensprozesse abbildet. Wenn vor allem Artikelverwaltung, Bestellabwicklung, Lagerbestände und die Anbindung mehrerer Verkaufskanäle im Mittelpunkt stehen, können spezialisierte Warenwirtschafts- und E-Commerce-Lösungen eine Alternative darstellen. Zwei Beispiele sind Afterbuy und JTL-Wawi, die wir deshalb ergänzend zu den neun ERP-Systemen betrachten. Die Grenzen zwischen Warenwirtschaft und ERP sind dabei nicht immer eindeutig.

Afterbuy: Warenwirtschaft und Multichannel-Handel

Afterbuy ist eine cloudbasierte Lösung für die zentrale Verwaltung von Handelsprozessen über mehrere Verkaufskanäle. Die Software unterstützt unter anderem die Artikel- und Bestellverwaltung, Lagerprozesse, Versandabwicklung sowie die Anbindung von Onlineshops und Marktplätzen. Eingehende Bestellungen lassen sich kanalübergreifend bearbeiten und mit weiteren Abläufen wie Zahlungsabgleich und Versand verbinden.

Besonders interessant ist Afterbuy für Onlinehändler, die ihre Verkaufsprozesse zentral organisieren möchten, ohne dafür sämtliche Funktionen einer umfassenden ERP-Plattform zu benötigen. Seit Juli 2026 verwendet Afterbuy ein Tarifmodell mit den Paketen Starter, Growth, Pro und Partner. Bei der Auswahl sollten Unternehmen die unterstützten Verkaufskanäle, die im Tarif enthaltenen Funktionen sowie Grundgebühren, Transaktionskosten und gegebenenfalls zusätzliche Transaktionspakete berücksichtigen. Ob die Warenwirtschaft mit Afterbuy die benötigten Handelsprozesse ausreichend unterstützt, sollte anhand der eingesetzten Verkaufskanäle, des Bestellvolumens und der erforderlichen Funktionen geprüft werden.

JTL-Wawi: Warenwirtschaft für Shop- und Marktplatzprozesse

JTL-Wawi ist eine Warenwirtschaftslösung mit Schwerpunkt auf E-Commerce, Artikel- und Lagerverwaltung, Einkauf sowie Auftrags- und Versandabwicklung. Sie kann mit Onlineshops und Marktplätzen verbunden und durch weitere Anwendungen aus dem JTL-Ökosystem ergänzt werden. Dazu gehören unter anderem Lösungen für Lagerverwaltung und Versandprozesse.

JTL-Wawi kann lokal auf eigener Infrastruktur, in einer gehosteten Umgebung oder über entsprechende Cloud-Angebote betrieben werden. Die aktuelle JTL-Paketstruktur unterscheidet unter anderem Start, Advanced, Pro und Enterprise. Welche Funktionen, Marktplatzanbindungen und Automatisierungsmöglichkeiten enthalten sind, hängt vom jeweiligen Paket und den zusätzlich gebuchten Leistungen ab. Unternehmen sollten insbesondere Auftragsvolumen, erforderliche Erweiterungen, Hosting und laufende Kosten vergleichen.

Wann reicht eine Warenwirtschaft statt eines ERP-Systems?

Ob eine spezialisierte Warenwirtschaft ausreicht, hängt davon ab, welche Geschäftsprozesse zentral verwaltet werden sollen. Stehen hauptsächlich Artikel, Bestellungen, Lagerbestände und Versand im Vordergrund, können Afterbuy oder JTL-Wawi die erforderlichen Funktionen bereitstellen.

Sollen dagegen zusätzlich umfangreiche Finanzprozesse, Produktionsplanung, Projektmanagement oder komplexe Unternehmensstrukturen innerhalb einer gemeinsamen Plattform abgebildet werden, müssen die Funktionen der jeweiligen Warenwirtschaft genauer mit denen eines umfassenderen ERP-Systems verglichen werden. Dabei ist zu beachten, dass auch spezialisierte Handelslösungen einzelne ERP-Funktionen enthalten können. JTL positioniert seine aktuelle Produktpalette beispielsweise auch im ERP-Bereich.

Für den Vergleich sind daher weniger die Produktbezeichnungen als die tatsächlich unterstützten Abläufe entscheidend. Unternehmen sollten insbesondere den benötigten Funktionsumfang, die vorhandenen Schnittstellen, das erwartete Bestellvolumen und die langfristigen Betriebskosten gegenüberstellen.

Welches ERP-System passt zu welchem Unternehmen?

Welches ERP-System für ein Unternehmen geeignet ist, hängt weniger von der Anzahl angebotener Funktionen als von den tatsächlichen Geschäftsprozessen ab. Ein Onlinehändler mit mehreren Verkaufskanälen stellt andere Anforderungen an seine Software als ein Produktionsbetrieb oder ein international tätiges Unternehmen. Deshalb sollte die ERP-Auswahl auf konkreten Anforderungen und nicht allein auf Produktbekanntheit, Einstiegspreisen oder allgemeinen Anbieterbewertungen beruhen.

ERP-Systeme nach typischen Anforderungen eingrenzen

Die neun verglichenen ERP-Lösungen lassen sich anhand typischer Anforderungen zu einer ersten Auswahlliste zusammenfassen. Die folgenden Zuordnungen dienen der Orientierung und ersetzen keine individuelle Funktionsprüfung:

  • Modularer Einstieg und schrittweise Erweiterung: Odoo ist eine mögliche Option, wenn zunächst einzelne Geschäftsbereiche digitalisiert und später weitere Prozesse integriert werden sollen.

  • Kaufmännische Prozesse in einer Microsoft-Umgebung: Microsoft Dynamics 365 Business Central kommt infrage, wenn bestehende Microsoft-Anwendungen und integrierte Finanz-, Einkaufs- und Verkaufsprozesse eine wichtige Rolle spielen.

  • Integrierte Finanz- und Warenwirtschaftsprozesse: SAP Business One und Sage 100 sind mögliche Kandidaten, wenn kaufmännische Abläufe zentral und strukturiert verwaltet werden sollen.

  • Multichannel-Handel und Auftragsabwicklung: Xentral ERP sollte geprüft werden, wenn Bestellungen, Lagerbestände und Versandprozesse über mehrere Verkaufskanäle hinweg koordiniert werden müssen.

  • Cloudbasierte Prozesse in kleineren Unternehmen: weclapp kann für Dienstleistungs- und Handelsbetriebe geeignet sein, sofern der gewählte Tarif die erforderlichen Funktionen und Integrationen enthält.

  • Erweiterbare Cloud-Prozesse im Mittelstand: Haufe X360 ist eine Option, wenn mehrere Unternehmensbereiche über eine modular aufgebaute Plattform verbunden werden sollen.

  • Internationale Unternehmensstrukturen: Oracle NetSuite kommt insbesondere dann infrage, wenn mehrere Gesellschaften und länderübergreifende Finanz- und Geschäftsprozesse verwaltet werden müssen.

  • Selbst betriebene und anpassbare ERP-Software: OpenXE kann relevant sein, wenn Quellcodezugang, individuelle Anpassungen und ein eigenverantwortlich organisierter Betrieb gewünscht sind.

Diese Einordnung ist keine feste Empfehlung nach Branche oder Unternehmensgröße. Mehrere ERP-Systeme können dieselben Anforderungen erfüllen. Für eine sinnvolle Vorauswahl sollten Unternehmen deshalb zunächst ihre wichtigsten Ausschlusskriterien definieren und anschließend die verbleibenden Lösungen genauer prüfen.

Welche Kriterien sind bei der ERP-Auswahl entscheidend?

Bevor Unternehmen Angebote einholen oder ERP-Systeme testen, sollten sie ihre Anforderungen dokumentieren und priorisieren. Dabei empfiehlt sich die Unterscheidung zwischen Pflichtanforderungen und optionalen Funktionen. So lässt sich vermeiden, dass ein umfangreicher Funktionskatalog wichtige betriebliche Voraussetzungen überdeckt.

  1. Geschäftsprozesse definieren: Welche Abläufe sollen im ERP-System abgebildet werden und wo bestehen derzeit Probleme oder Medienbrüche?

  2. Funktionsumfang priorisieren: Welche Funktionen sind zwingend erforderlich, welche sind optional und welche könnten bei zukünftigem Wachstum relevant werden?

  3. Bestehende Systeme berücksichtigen: Welche Onlineshops, Buchhaltungsprogramme, Logistiksysteme oder weiteren Anwendungen müssen angebunden werden?

  4. Betriebsmodell festlegen: Ist eine Cloud-Lösung geeignet oder bestehen Anforderungen an eine selbst verwaltete Infrastruktur?

  5. Gesamtkosten vergleichen: Welche Aufwendungen entstehen für Lizenzen, Implementierung, Datenmigration, Erweiterungen, Schulungen und laufende Betreuung?

  6. Anforderungen praktisch testen: Lassen sich die wichtigsten Geschäftsprozesse in einer Produktdemonstration oder Testumgebung nachvollziehbar abbilden?

Besonders aussagekräftig sind Tests mit realistischen Anwendungsfällen. Beispielsweise kann ein Handelsunternehmen prüfen, wie eine Bestellung vom Onlineshop über die Lagerverwaltung bis zur Versandabwicklung verarbeitet wird. Ein Produktionsbetrieb kann dagegen die Abbildung eines Fertigungsauftrags mit Materialbedarf und Bestandsbuchungen untersuchen.

ERP-Auswahl anhand konkreter Angebote absichern

Nach der ersten Eingrenzung sollten Unternehmen die verbleibenden ERP-Systeme anhand derselben Anforderungen vergleichen. Dazu gehören eine nachvollziehbare Funktionsbeschreibung, die benötigten Integrationen, der geplante Einführungsaufwand und eine transparente Kostenaufstellung. Wichtig ist auch, welche Leistungen bereits im Angebot enthalten sind und welche zusätzlich beauftragt werden müssen.

Bei der Bewertung sollten Unternehmen außerdem klären, wer für Datenmigration, Schnittstellen, Schulungen und den laufenden Support verantwortlich ist. Für besonders wichtige Geschäftsprozesse können konkrete Abnahmekriterien vereinbart werden, damit die Eignung der Lösung vor dem produktiven Einsatz nachvollziehbar geprüft werden kann.

Gerade bei komplexeren Anforderungen kann eine strukturierte ERP-Beratung für mittelständische Unternehmen dabei helfen, bestehende Prozesse zu analysieren und die Auswahlkriterien vor einer Implementierung zu konkretisieren.

Eine belastbare ERP-Entscheidung setzt voraus, dass die wichtigsten Anforderungen nachweislich erfüllt werden und die Verantwortlichkeiten für Einführung, Integration und Betrieb geklärt sind. So lässt sich die Eignung einer ERP-Lösung nicht nur anhand von Produktbeschreibungen, sondern anhand konkreter Geschäftsprozesse und vereinbarter Leistungen beurteilen.

Häufige Fragen zum ERP-Systeme-Vergleich

Welche ERP-Systeme werden im Vergleich betrachtet?

Unser ERP-Systeme-Vergleich umfasst neun Lösungen: Odoo, Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One, Xentral ERP, weclapp, Haufe X360, Sage 100, Oracle NetSuite und OpenXE. Sie unterscheiden sich unter anderem bei Funktionsumfang, Bereitstellung, Lizenzmodellen und typischen Einsatzbereichen. Afterbuy und JTL-Wawi werden ergänzend als spezialisierte Warenwirtschafts- und E-Commerce-Lösungen betrachtet.

Welches ERP-System eignet sich für kleine Unternehmen?

Für kleine Unternehmen können beispielsweise Odoo oder weclapp interessant sein, wenn die benötigten Funktionen und das Lizenzmodell zu den betrieblichen Anforderungen passen. Entscheidend sind vor allem die tatsächlich genutzten Geschäftsprozesse, der Einführungsaufwand und die laufenden Kosten. Auch andere ERP-Systeme können geeignet sein, wenn ihre Funktionen den konkreten Bedarf abdecken.

Welche ERP-Systeme sind für den E-Commerce geeignet?

Xentral ERP, Odoo und weclapp bieten unterschiedliche Möglichkeiten zur Abbildung von Handels- und E-Commerce-Prozessen. Auch andere ERP-Systeme können über entsprechende Schnittstellen oder Erweiterungen mit Onlineshops verbunden werden. Wichtig ist, ob Artikel, Bestellungen, Lagerbestände und Versandinformationen im benötigten Umfang ausgetauscht werden können. Die Verfügbarkeit einzelner Integrationen kann vom Tarif oder zusätzlichen Modulen abhängen.

Was kostet ein ERP-System pro Monat?

Die monatlichen ERP-Kosten hängen vom Anbieter, der Anzahl der Nutzer, dem Funktionsumfang und dem gewählten Lizenzmodell ab. Einige Systeme werden pro Nutzer abgerechnet, andere über Tarifpakete oder individuell kalkulierte Angebote. Zusätzlich können Kosten für Implementierung, Schnittstellen, Hosting und Betreuung entstehen. Deshalb sollten Unternehmen die Gesamtkosten über mehrere Jahre vergleichen.

Ist ein Cloud-ERP besser als eine On-Premise-Lösung?

Cloud-ERP reduziert bei entsprechend verwalteten Angeboten in der Regel den Aufwand für den eigenen Infrastrukturbetrieb, während On-Premise mehr Einfluss auf die technische Umgebung ermöglichen kann. Welche Variante geeigneter ist, hängt von den Anforderungen an Betrieb, Sicherheit, Integration und Wartung ab. Ein Bereitstellungsmodell ist deshalb nicht grundsätzlich besser als das andere.

Gibt es kostenlose oder quelloffene ERP-Systeme?

Ja. Odoo bietet eine Open-Source-Community-Edition sowie eine davon getrennte kostenlose Ein-App-Option innerhalb seines kommerziellen Angebots. OpenXE ist ebenfalls eine quelloffene ERP-Lösung und wird laut Projektdokumentation unter der EGPL 3.1 bereitgestellt. Auch bei kostenlos verfügbarer Software können Kosten für Einrichtung, Hosting, Anpassungen, Wartung und Support entstehen.

Worauf sollte man beim Vergleich von ERP-Systemen achten?

Wichtige Kriterien sind die Abdeckung der benötigten Geschäftsprozesse, Integrationsmöglichkeiten, Skalierbarkeit, Lizenzbedingungen und langfristigen Gesamtkosten. Unternehmen sollten zunächst ihre Anforderungen definieren und anschließend mehrere ERP-Lösungen anhand derselben Kriterien bewerten. Besonders hilfreich sind Produktdemonstrationen mit realistischen Geschäftsabläufen.

Fazit: ERP-Systeme anhand der Anforderungen vergleichen

Der Vergleich der neun ERP-Systeme zeigt, dass sich die Lösungen nicht nur hinsichtlich ihres Funktionsumfangs, sondern auch bei Bereitstellung, Lizenzierung, Integrationsmöglichkeiten und typischen Einsatzbereichen unterscheiden. Ein ERP-System, das für einen Onlinehändler geeignet ist, muss deshalb nicht automatisch die beste Wahl für einen Produktionsbetrieb oder ein international tätiges Unternehmen sein.

Auch spezialisierte Warenwirtschaftslösungen wie Afterbuy und JTL-Wawi können eine Alternative darstellen, wenn vor allem Artikelverwaltung, Bestellabwicklung und die Anbindung von Verkaufskanälen im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist, welche Geschäftsprozesse tatsächlich abgebildet werden müssen.

Unternehmen sollten deshalb ERP-Systeme anhand konkreter Geschäftsanforderungen vergleichen, Pflichtfunktionen und Integrationen definieren sowie die langfristigen Gesamtkosten gegenüberstellen. Eine strukturierte Anforderungsliste, vergleichbare Angebote und Tests mit realistischen Geschäftsprozessen schaffen die Grundlage für eine fundierte ERP-Auswahl.

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