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B2B Shopsysteme im Vergleich: Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID

- Ing. Jozef Nano

Die Wahl des passenden B2B Shopsystems hängt nicht nur von Produkten, Design oder der Größe des Onlineshops ab. Im B2B-E-Commerce entscheiden vor allem kundenspezifische Preise, Benutzerrollen, Freigaben, Bestellprozesse und die vorhandene Systemlandschaft darüber, welche Plattform zu den eigenen Anforderungen passt.

Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID bieten unterschiedliche technische Grundlagen und Erweiterungsmöglichkeiten für den digitalen Vertrieb an Geschäftskunden. Relevant ist deshalb nicht allein, welche Funktionen ein Shopsystem grundsätzlich bereitstellt, sondern wie sich Preislisten, Kundengruppen, Rollen und Rechte, Sortimente oder individuelle Abläufe im jeweiligen Projekt abbilden lassen.

Auch ERP, Warenwirtschaft und PIM spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Produktdaten, Preise, Bestände, Kundendaten und Aufträge müssen häufig zwischen mehreren Systemen ausgetauscht werden. Schnittstellen, APIs und die Erweiterbarkeit einer Plattform werden damit zu wichtigen Auswahlkriterien, insbesondere wenn bestehende Geschäftsprozesse nicht allein mit Standardfunktionen umgesetzt werden können.

Dieser Vergleich betrachtet Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID deshalb anhand typischer B2B-Anforderungen. Statt ein Shopsystem pauschal als beste Lösung einzuordnen, zeigt der Artikel, welche Kriterien Unternehmen bei Preisen, Rollen, Bestellprozessen, Integrationen und individuellen Erweiterungen prüfen sollten, bevor sie sich für eine Plattform entscheiden.

Was unterscheidet B2B Shopsysteme von klassischen Onlineshop-Plattformen?

Ein B2B-Onlineshop richtet sich an Geschäftskunden und muss deshalb häufig andere Verkaufs- und Bestellprozesse abbilden als ein klassischer Onlineshop für Endkunden. Während im B2C-Commerce meist einheitliche Preise und vergleichsweise direkte Kaufprozesse im Vordergrund stehen, können im B2B unterschiedliche Konditionen, Benutzerrollen und kundenspezifische Abläufe erforderlich sein.

So können Unternehmen beispielsweise eigene Preislisten für bestimmte Kunden oder Kundengruppen benötigen. Mehrere Benutzer eines Firmenkontos können unterschiedliche Rollen und Rechte erhalten, Bestellungen müssen gegebenenfalls intern freigegeben werden und einzelne Kunden sehen nur die für sie vorgesehenen Sortimente oder Konditionen. Auch Schnell- und Wiederbestellungen spielen bei wiederkehrenden Beschaffungsprozessen eine wichtige Rolle.

Hinzu kommt, dass ein B2B Shopsystem häufig eng mit bestehenden Unternehmenssystemen zusammenarbeiten muss. Preise, Produktdaten, Bestände, Kundendaten und Aufträge können aus ERP, Warenwirtschaft oder PIM stammen und zwischen den beteiligten Anwendungen ausgetauscht werden. Damit wird neben den Shopfunktionen auch die Integrationsfähigkeit der Plattform zu einem wichtigen Auswahlkriterium.

Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Shopsystem allgemein als B2B-fähig bezeichnet wird. Unternehmen sollten prüfen, wie gut sich ihre konkreten Preis-, Rollen-, Bestell- und Datenprozesse mit der jeweiligen Plattform abbilden und bei Bedarf erweitern lassen. Genau diese Anforderungen bilden die Grundlage für einen sinnvollen Vergleich verschiedener B2B Shopsysteme.

Welche Anforderungen entscheiden über das passende B2B Shopsystem?

Bevor Unternehmen Shopware, Shopify, WooCommerce oder OXID miteinander vergleichen, sollten sie ihre eigenen B2B-Prozesse definieren. Denn nicht die Anzahl verfügbarer Funktionen entscheidet über die passende Plattform, sondern die Frage, wie gut sich die tatsächlichen Vertriebs-, Bestell- und Datenprozesse damit abbilden lassen.

Die grundlegenden Anforderungen an einen B2B-Onlineshop reichen dabei von Preis- und Kundenlogik bis zu Schnittstellen und individuellen Prozessen. Für die Auswahl eines Shopsystems sind vor allem die Anforderungen relevant, bei denen sich Plattformen hinsichtlich Standardfunktionen, Erweiterungen und individueller Anpassungsmöglichkeiten unterscheiden.

Preise und Kundengruppen

Geschäftskunden erhalten häufig unterschiedliche Konditionen. Deshalb sollte geklärt werden, ob kundenspezifische Preise, Preislisten, Kundengruppen, Mengenstaffeln oder weitere Preisregeln benötigt werden und wo diese Informationen gepflegt werden. Besonders wichtig ist dabei die Frage, ob die Preislogik im Shopsystem selbst oder beispielsweise im ERP beziehungsweise in der Warenwirtschaft liegt.

Rollen und Rechte

Bei Firmenkonten bestellen nicht immer einzelne Personen unabhängig voneinander. Einkäufer, Administratoren oder weitere Benutzer können unterschiedliche Berechtigungen benötigen. Je komplexer diese Rollenstruktur ist, desto wichtiger wird es, bereits bei der Plattformwahl zu prüfen, wie Benutzer, Firmenkonten und Rechte abgebildet werden können.

Bestell- und Freigabeprozesse

B2B-Bestellungen können über einen einfachen Checkout hinausgehen. Freigabestufen, Bestellgrenzen, Schnell- und Wiederbestellungen oder individuelle Zahlungsbedingungen können Teil des Prozesses sein. Ein Shopsystem sollte deshalb nicht isoliert nach seinem Checkout bewertet werden, sondern danach, wie gut es zum tatsächlichen Beschaffungs- und Bestellprozess der Kunden passt.

ERP, Warenwirtschaft und PIM

Wenn Produktdaten, Preise, Bestände, Kunden oder Aufträge bereits in anderen Systemen verwaltet werden, wird deren Anbindung zu einem zentralen Auswahlkriterium. Dabei geht es nicht nur darum, ob eine Schnittstelle grundsätzlich möglich ist, sondern auch darum, welche Systeme führend sind, welche Daten ausgetauscht werden und wie stark der B2B-Shop von diesen Datenflüssen abhängt.

Erweiterbarkeit und individuelle Anforderungen

Nicht jeder B2B-Prozess lässt sich mit Standardfunktionen abbilden. Apps, Plugins und Erweiterungen können zusätzliche Funktionen bereitstellen, während bei projektspezifischen Anforderungen eine individuelle Entwicklung notwendig werden kann. Unternehmen sollten deshalb nicht nur den aktuellen Funktionsumfang vergleichen, sondern auch berücksichtigen, wie sich das Shopsystem bei wachsenden oder veränderten Anforderungen erweitern lässt.

Aus diesen Kriterien entsteht ein konkretes Anforderungsprofil. Erst auf dieser Grundlage ist ein sinnvoller Vergleich der Plattformen möglich: Nicht jedes Unternehmen braucht dieselbe B2B-Architektur, und eine Funktion, die für ein Projekt entscheidend ist, kann für ein anderes kaum relevant sein.

Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID für B2B im Überblick

Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID können als Grundlage für B2B-Commerce eingesetzt werden, unterscheiden sich jedoch in ihrer Architektur, ihrem Erweiterungsmodell und der Art, wie projektspezifische Anforderungen umgesetzt werden. Ein direkter Vergleich sollte deshalb nicht nur einzelne Funktionen betrachten, sondern auch berücksichtigen, wie stark ein Unternehmen seine Preis-, Kunden-, Bestell- und Integrationsprozesse anpassen muss.

Plattform

Charakteristik im B2B-Kontext

Bei der Auswahl besonders prüfen

Shopware

Commerce-Plattform mit Möglichkeiten für umfangreiche B2B-Projekte und individuelle Erweiterungen

Benötigte B2B-Funktionen und deren Verfügbarkeit im gewählten Setup, Erweiterungslogik, Integrationen und Grad der Individualisierung

Shopify

Cloudbasierte Commerce-Plattform mit B2B-Funktionen für Unternehmen, Kataloge, Preise und Bestellprozesse

Benötigte B2B-Funktionen, Tarifabhängigkeiten, Integrationen und Grenzen bei individuellen Prozessen

WooCommerce

WordPress-basiertes Shopsystem, bei dem viele B2B-Funktionen über Erweiterungen und individuelle Anpassungen aufgebaut werden können

Plugin-Architektur, Zusammenspiel der Erweiterungen, Wartbarkeit und Anforderungen an individuelle Logik

OXID

Commerce-Plattform für individuell konzipierte E-Commerce- und B2B-Projekte

Benötigte Module und Erweiterungen, individuelle Prozesse, Integrationen und langfristige Wartbarkeit

Diese Einordnung ist bewusst keine Rangliste. Ein Unternehmen mit komplexen Preis- und Freigabelogiken kann andere Anforderungen an seine B2B E-Commerce Plattform haben als ein Unternehmen, das einen vergleichsweise standardisierten Bestellprozess digitalisieren möchte. Ebenso kann eine bestehende WordPress-, ERP-, Warenwirtschafts- oder PIM-Landschaft die Entscheidung beeinflussen.

Entscheidend wird der Vergleich deshalb erst auf Ebene der konkreten Prozesse. Im nächsten Schritt betrachten wir, wie sich die Plattformwahl bei kundenspezifischen Preisen und Preislogiken auswirkt.

Kundenspezifische Preise und Preislogik vergleichen

Im B2B-Commerce gelten Preise häufig nicht einheitlich für alle Kunden. Unternehmen arbeiten beispielsweise mit kundenspezifischen Konditionen, Preislisten, Kundengruppen, Mengenstaffeln oder individuell vereinbarten Preisen. Bei der Auswahl eines B2B Shopsystems ist deshalb nicht nur entscheidend, ob unterschiedliche Preise dargestellt werden können, sondern wie die zugrunde liegende Preislogik organisiert und gepflegt wird.

Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze. Je nach Plattform, eingesetzter Edition beziehungsweise Tarif, Erweiterungen und Projektarchitektur können B2B-Preise über vorhandene Funktionen, zusätzliche Apps oder Plugins sowie individuelle Entwicklungen umgesetzt werden. Deshalb sollte die Preislogik immer anhand der konkreten Anforderungen und der eingesetzten Systemlandschaft bewertet werden.

Plattform

Bei der B2B-Preislogik besonders prüfen

Shopware

Preisregeln, Kundengruppen beziehungsweise B2B-Strukturen, Erweiterungen und die Anbindung externer Preisquellen

Shopify

B2B-Kataloge und kundenspezifische Preise, verfügbare Funktionen des eingesetzten Tarifs sowie externe Preislogik

WooCommerce

Benötigte B2B-Erweiterungen, Zusammenspiel mehrerer Plugins und individuelle Preisregeln

OXID

Preis- und Kundenlogik des Projekts, eingesetzte Module beziehungsweise Erweiterungen und angebundene Preissysteme

Liegt die Preislogik im Shopsystem oder im ERP?

Eine zentrale Architekturfrage ist, welches System die führende Quelle für Preise und Konditionen ist. Werden Preise bereits im ERP oder in der Warenwirtschaft berechnet und gepflegt, sollte das Shopsystem diese Logik nicht unnötig parallel nachbilden. Stattdessen muss geklärt werden, welche Preise oder Preisregeln übertragen werden, wann die Synchronisation erfolgt und welche Informationen der Shop für die Preisermittlung benötigt.

Bei einfacheren Modellen kann die Preislogik dagegen direkt im Shop liegen. Komplexer wird es beispielsweise bei kundenspezifischen Preislisten, mehreren Vertragskonditionen, großen Sortimenten oder Regeln, die von Kunde, Produkt, Menge oder weiteren Merkmalen abhängen. In solchen Projekten ist die Quelle der Preiswahrheit oft wichtiger als die Frage, welches Shopsystem die längste Liste an Preisfunktionen bietet.

Für den Plattformvergleich sollte daher zuerst feststehen, welche Preislogik tatsächlich benötigt wird und wo sie langfristig gepflegt werden soll. Erst danach lässt sich beurteilen, ob Standardfunktionen ausreichen oder ob Erweiterungen, Schnittstellen beziehungsweise individuelle Logik erforderlich sind.

Rollen, Rechte und Firmenkonten im Vergleich

Bei B2B-Shops bestellt häufig nicht nur eine einzelne Person für ein Unternehmen. Ein Firmenkunde kann mehrere Benutzer haben, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen und nicht auf dieselben Funktionen oder Informationen zugreifen sollen. Deshalb gehören Firmenkonten sowie Rollen und Rechte zu den wichtigen Kriterien beim Vergleich von B2B Shopsystemen.

Ein Einkäufer soll beispielsweise Bestellungen vorbereiten können, während eine andere Person diese freigibt oder Kontodaten verwaltet. Bei größeren Kundenorganisationen können zusätzlich mehrere Standorte, Abteilungen oder Lieferadressen relevant sein. Entscheidend ist daher, ob sich die tatsächliche Organisationsstruktur eines Geschäftskunden im Shopsystem sinnvoll abbilden lässt.

Plattform

Bei Firmenkonten, Rollen und Rechten besonders prüfen

Shopware

Benötigte B2B-Strukturen, Rollen- und Rechtekonzept, Erweiterungsmöglichkeiten und projektspezifische Benutzerlogik

Shopify

Unternehmens- und Standortstrukturen, verfügbare B2B-Rollen und Berechtigungen sowie Abhängigkeiten vom eingesetzten Tarif

WooCommerce

Benutzerrollen, benötigte B2B-Erweiterungen, Zusammenspiel der Plugins und individuell erforderliche Berechtigungslogik

OXID

Abbildung der Firmen- und Benutzerstruktur, eingesetzte B2B-Module beziehungsweise Erweiterungen und individuelle Rechtekonzepte

Vom Kundenkonto zum Firmenkonto

Ein klassisches Kundenkonto bildet in der Regel einen Benutzer mit seinen Adressen und Bestellungen ab. Im B2B kann dagegen das Unternehmen selbst die zentrale Einheit sein, der mehrere Benutzer, Standorte, Lieferadressen oder weitere organisatorische Strukturen zugeordnet werden. Diese Unterscheidung wird besonders wichtig, wenn mehrere Personen gemeinsam über einen Geschäftskunden einkaufen.

Welche Berechtigungen werden tatsächlich benötigt?

Vor der Plattformwahl sollte deshalb nicht einfach eine möglichst große Zahl an Benutzerrollen gefordert werden. Sinnvoller ist es, konkrete Aufgaben und Berechtigungen zu definieren: Wer darf bestellen, Adressen verwalten, weitere Benutzer anlegen, Konditionen einsehen oder auf bestimmte Bereiche des Kontos zugreifen? Daraus entsteht ein Rollenmodell, das anschließend mit den Möglichkeiten der jeweiligen Plattform verglichen werden kann.

Sobald Rollen nicht nur den Zugriff steuern, sondern auch bestimmen, wer eine Bestellung genehmigen muss, entsteht daraus ein weiterer Auswahlfaktor: der eigentliche Freigabe- und Bestellprozess.

Freigaben und Bestellprozesse: Welche Plattform bietet welche Möglichkeiten?

Im B2B-Commerce endet der Bestellprozess nicht immer mit einem klassischen Warenkorb und Checkout. Je nach Unternehmen können Bestellungen vorbereitet, intern geprüft, ab bestimmten Beträgen freigegeben oder erst nach der Genehmigung durch einen verantwortlichen Benutzer ausgelöst werden. Solche Freigabeprozesse sind deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines B2B Shopsystems.

Auch die eigentliche Bestellung kann unterschiedliche Anforderungen haben. Geschäftskunden bestellen beispielsweise regelmäßig dieselben Artikel, arbeiten mit umfangreichen Warenkörben oder benötigen individuelle Zahlungsbedingungen. Schnellbestellungen, Wiederbestellungen und klar definierte Zuständigkeiten können den Einkauf erheblich vereinfachen, wenn sie zum tatsächlichen Beschaffungsprozess des Kunden passen.

Plattform

Bei Freigaben und Bestellprozessen besonders prüfen

Shopware

Benötigte B2B-Bestelllogik, Freigaben, Erweiterungsmöglichkeiten und individuelle Prozessanforderungen

Shopify

Verfügbare B2B-Bestellfunktionen, Zahlungsbedingungen, Unternehmensstrukturen sowie Tarif- und Erweiterungsabhängigkeiten

WooCommerce

B2B-Plugins für Bestell- und Freigabeprozesse, Zusammenspiel der Erweiterungen und individuell benötigte Workflows

OXID

Benötigte B2B-Module beziehungsweise Erweiterungen, projektspezifische Bestelllogik und individuelle Prozessschritte

Freigaben sollten dem realen Einkaufsprozess folgen

Ein Freigabeprozess kann vergleichsweise einfach sein, etwa wenn Bestellungen oberhalb eines bestimmten Betrags genehmigt werden müssen. In anderen Unternehmen entstehen mehrstufige Abläufe mit unterschiedlichen Rollen, Betragsgrenzen oder Verantwortlichkeiten. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob eine Plattform grundsätzlich Freigaben ermöglicht, sondern wie gut sich die benötigten Regeln und Ausnahmen abbilden lassen.

Wiederkehrende Bestellungen effizient abbilden

Gerade im B2B werden Produkte häufig wiederholt oder in größeren Mengen bestellt. Funktionen für Schnell- und Wiederbestellungen können deshalb wichtiger sein als ein auf Endkunden ausgerichteter Einkaufsprozess. Auch Artikelnummern, Mengen, kundenspezifische Sortimente und vorhandene Bestellhistorien können dabei eine Rolle spielen.

Zahlungsbedingungen gehören zum Prozess

Geschäftskunden können unterschiedliche Zahlungsbedingungen oder vereinbarte Konditionen haben. Diese sollten nicht isoliert vom restlichen Bestellprozess betrachtet werden. Bei der Plattformwahl ist zu klären, wo solche Informationen gepflegt werden, wie sie einem Firmenkunden zugeordnet werden und ob dafür Daten aus ERP oder Warenwirtschaft benötigt werden.

Je stärker Bestellungen von Rollen, Freigaben, Konditionen und externen Unternehmenssystemen abhängen, desto wichtiger wird die Prozessarchitektur hinter dem Shop. Ein geeignetes Shopsystem muss daher nicht nur einen Checkout bereitstellen, sondern sich in den tatsächlichen B2B-Bestellprozess integrieren lassen.

Sortimente, Kataloge und B2B-Produktdaten

Nicht jeder Geschäftskunde muss im B2B-Shop dasselbe Sortiment sehen. Abhängig von Verträgen, Kundengruppen, Regionen oder Vertriebsstrukturen können unterschiedliche Produkte und Kataloge relevant sein. Bei der Auswahl eines B2B Shopsystems sollte deshalb geprüft werden, wie sich kundenspezifische Sortimente abbilden und mit den jeweiligen Firmenkonten verknüpfen lassen.

Dabei geht es nicht nur darum, Produkte ein- oder auszublenden. B2B-Kataloge können umfangreiche Produktinformationen, Varianten, technische Merkmale, Verpackungseinheiten oder weitere Daten enthalten, die für den Einkauf relevant sind. Je größer und komplexer das Sortiment wird, desto wichtiger ist die Frage, wo diese Produktdaten gepflegt werden und wie sie in den Shop gelangen.

Plattform

Bei Sortimenten und Produktdaten besonders prüfen

Shopware

Kundenspezifische Katalog- und Sortimentslogik, umfangreiche Produktstrukturen, Erweiterungen und angebundene Produktdatenquellen

Shopify

B2B-Kataloge und deren Zuordnung zu Unternehmen beziehungsweise Standorten, Produktstruktur sowie Anforderungen an externe Produktdaten

WooCommerce

Benötigte B2B- und Katalog-Erweiterungen, Produktstruktur, Zusammenspiel der Plugins und individuelle Sortimentslogik

OXID

Kundenspezifische Sortimentsanforderungen, Produktstrukturen, eingesetzte Module beziehungsweise Erweiterungen und externe Datenquellen

Kundenspezifische Sortimente statt eines Katalogs für alle

Ein Hersteller oder Großhändler kann beispielsweise Produkte nur für bestimmte Kundengruppen, Händler oder Vertragskunden bereitstellen. Auch unterschiedliche Marken, Regionen oder Vertriebskanäle können beeinflussen, welche Artikel ein angemeldeter Benutzer sehen und bestellen darf. Das Shopsystem muss diese Zuordnung entweder selbst abbilden oder entsprechende Informationen aus einem führenden System verarbeiten können.

Wo werden die Produktdaten gepflegt?

Bei kleinen Sortimenten können Produktinformationen direkt im Shopsystem gepflegt werden. Bei umfangreichen oder datenintensiven Sortimenten stammen sie dagegen häufig aus einem ERP, einer Warenwirtschaft oder einem PIM. Dann wird die Datenhoheit zum Auswahlkriterium: Unternehmen sollten festlegen, welches System welche Informationen führt und welche Daten der Shop lediglich übernimmt und für den jeweiligen Kunden darstellt.

Diese Frage wird besonders relevant, wenn Sortiment, Produktdaten, Preise und Verfügbarkeiten aus unterschiedlichen Quellen stammen. Dann reicht es nicht, nur die Katalogfunktionen der Plattform zu vergleichen. Entscheidend ist auch, wie gut sich das Shopsystem in die bestehende Daten- und Systemlandschaft integrieren lässt.

ERP, Warenwirtschaft und PIM: Welche Integrationen sind entscheidend?

Ein B2B-Shop arbeitet selten vollständig isoliert. Produktdaten können aus einem PIM stammen, Preise und Kundendaten im ERP gepflegt werden, während Bestände und Aufträge über eine Warenwirtschaft verarbeitet werden. Bei der Auswahl eines B2B Shopsystems sollte deshalb früh geklärt werden, welche Systeme angebunden werden müssen und welche Daten zwischen ihnen ausgetauscht werden.

Entscheidend ist dabei nicht allein, ob Shopware, Shopify, WooCommerce oder OXID eine API beziehungsweise vorhandene Schnittstellen bereitstellen. Unternehmen sollten auch prüfen, ob sich die benötigten Datenflüsse, Aktualisierungszyklen und Prozessabhängigkeiten mit der jeweiligen Plattform sinnvoll umsetzen lassen. Je stärker der Shop von anderen Unternehmenssystemen abhängt, desto wichtiger wird die Integrationsarchitektur für die Plattformwahl.

System

Typische Daten im B2B-Commerce

Bei der Plattformwahl klären

ERP

Kunden, Konditionen, Preise, Aufträge und weitere kaufmännische Daten

Welche Daten führend im ERP liegen und wie der Shop darauf zugreift beziehungsweise sie synchronisiert

Warenwirtschaft

Artikel, Bestände, Verfügbarkeiten, Aufträge und operative Warenprozesse

Welche Informationen in welcher Richtung und mit welcher Aktualität ausgetauscht werden müssen

PIM

Produktinformationen, Attribute, technische Merkmale, Medien und weitere Produktdaten

Wie Produktdaten in den Shop gelangen und welche Informationen dort zusätzlich verarbeitet werden

Nicht jede Integration ist nur ein Datenimport

Bei einfachen Anforderungen kann es ausreichen, bestimmte Daten regelmäßig in den Shop zu übertragen. Komplexe B2B-Prozesse erfordern dagegen häufig Datenflüsse in beide Richtungen. Eine Bestellung wird beispielsweise im Shop ausgelöst und an das ERP übergeben, während Preise, Bestände oder Statusinformationen aus anderen Systemen zurück in den Shop gelangen.

Wie eine solche E-Commerce-ERP-Integration aufgebaut wird, hängt von den beteiligten Systemen, der Datenhoheit und den erforderlichen Prozessen ab. Für die Wahl des Shopsystems ist deshalb vor allem relevant, ob sich die benötigte Integrationsarchitektur technisch sauber und langfristig wartbar umsetzen lässt.

APIs allein entscheiden nicht über die Integrationsfähigkeit

Eine vorhandene API ist eine wichtige technische Voraussetzung, beantwortet aber noch nicht alle Integrationsfragen. Relevant sind unter anderem die verfügbaren Daten und Funktionen, die benötigten Leserichtungen und Schreibrichtungen, die Verarbeitung von Änderungen sowie der Umgang mit Fehlern. Bei komplexeren Systemlandschaften kann außerdem eine Middleware oder individuelle Schnittstellenlogik zwischen Shop und Unternehmenssystemen erforderlich sein.

Unternehmen sollten die Integrationsfähigkeit eines B2B Shopsystems daher nicht anhand einer einzelnen vorhandenen Schnittstelle beurteilen. Entscheidend ist, ob sich die tatsächlich benötigten Daten- und Prozessflüsse zwischen Shop, ERP, Warenwirtschaft, PIM und weiteren Systemen zuverlässig abbilden lassen.

Erweiterbarkeit: Standardfunktionen, Apps, Plugins und individuelle Entwicklung

Kaum ein B2B-Projekt bleibt dauerhaft bei den Anforderungen, mit denen es gestartet ist. Neue Kundengruppen, Vertriebsmodelle, Freigaben, Integrationen oder individuelle Funktionen können später hinzukommen. Bei der Auswahl eines Shopsystems sollte deshalb nicht nur der aktuelle Funktionsumfang betrachtet werden, sondern auch, auf welche Weise sich die Plattform erweitern lässt.

Grundsätzlich lassen sich Anforderungen auf mehreren Ebenen umsetzen: mit vorhandenen Standardfunktionen, über Apps, Plugins oder andere Erweiterungen sowie durch individuelle Entwicklung. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie geschäftskritisch und spezifisch eine Funktion ist und wie stark sie mit anderen Prozessen oder Systemen zusammenarbeitet.

Plattform

Bei der Erweiterbarkeit besonders prüfen

Shopware

Verfügbare Standardfunktionen, Erweiterungen, individuelle Plugin-Entwicklung und Auswirkungen eigener Anpassungen auf Betrieb und Updates

Shopify

Standard- und tarifabhängige Funktionen, Apps, Erweiterungspunkte und Grenzen beziehungsweise Möglichkeiten individueller Anpassungen

WooCommerce

Plugin-Landschaft, Kompatibilität der Erweiterungen, individuelle WordPress-/WooCommerce-Entwicklung und langfristige Wartbarkeit

OXID

Standardfunktionen, Module und Erweiterungen, individuelle Entwicklung sowie Wartbarkeit projektspezifischer Anpassungen

Standardfunktion oder Erweiterung?

Eine Anforderung im Standard abzubilden kann Vorteile bei Updates und Wartung haben. Eine Erweiterung ist dagegen sinnvoll, wenn eine benötigte Funktion nicht zum Kern des Shopsystems gehört, aber bereits als geeignete und langfristig gepflegte Lösung verfügbar ist. Entscheidend ist nicht die Anzahl installierter Apps oder Plugins, sondern ob die eingesetzten Erweiterungen fachlich zusammenpassen und dauerhaft beherrschbar bleiben.

Wann wird individuelle Entwicklung relevant?

Individuelle Entwicklung wird vor allem dann relevant, wenn ein B2B-Prozess stark vom Standard abweicht oder eine projektspezifische Geschäftslogik umgesetzt werden muss. Das kann beispielsweise besondere Preis-, Produkt-, Benutzer- oder Bestelllogik betreffen. Auch Integrationen können individuelle Komponenten erfordern, wenn vorhandene Erweiterungen die benötigten Daten- und Prozessflüsse nicht ausreichend abbilden.

Dabei sollte Individualisierung nicht automatisch das Ziel sein. Je mehr geschäftskritische Funktionen individuell entwickelt werden, desto wichtiger werden eine saubere Architektur, Tests, Dokumentation und die Berücksichtigung künftiger Updates. Für die Plattformwahl ist deshalb die langfristige Wartbarkeit ebenso relevant wie die technische Möglichkeit, eine Funktion überhaupt umzusetzen.

Erweiterbarkeit anhand der eigenen Roadmap bewerten

Ein Shopsystem sollte nicht nur für den aktuellen Projektumfang ausgewählt werden. Wenn bereits absehbar ist, dass später weitere B2B-Funktionen, Vertriebskanäle, Schnittstellen oder individuelle Prozesse hinzukommen, sollten diese Anforderungen schon bei der Architekturentscheidung berücksichtigt werden. So lässt sich besser einschätzen, ob die gewählte Plattform auch mit den zukünftigen Anforderungen des B2B-Commerce mitwachsen kann.

Betrieb, Updates und technische Verantwortung

Bei der Auswahl eines B2B Shopsystems sollte nicht nur die Einführung betrachtet werden. Die Plattform muss über Jahre betrieben, aktualisiert und an neue Anforderungen angepasst werden. Dabei unterscheiden sich Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID auch darin, welche technischen Aufgaben durch die Plattform vorgegeben oder übernommen werden und welche Verantwortung beim Unternehmen beziehungsweise bei seinem Entwicklungspartner liegt.

Besonders relevant wird diese Frage, sobald Apps, Plugins, Module oder individuelle Erweiterungen eingesetzt werden. Mit jeder zusätzlichen Komponente entstehen Abhängigkeiten, die bei Updates, Tests und Weiterentwicklungen berücksichtigt werden müssen. Eine heute funktionierende B2B-Lösung sollte deshalb nicht nur technisch umsetzbar, sondern auch langfristig kontrollierbar bleiben.

Plattform

Bei Betrieb und Updates besonders prüfen

Shopware

Hosting- und Betriebsmodell, Shopware-Updates, eingesetzte Erweiterungen, individuelle Anpassungen und erforderliche Tests

Shopify

Cloudbetrieb der Plattform, Abhängigkeiten von Apps und Erweiterungen sowie Auswirkungen von Plattformänderungen auf individuelle Funktionen und Integrationen

WooCommerce

WordPress- und WooCommerce-Updates, Hosting, Theme und Plugins sowie Kompatibilität und Wartung individueller Anpassungen

OXID

Betriebsumgebung, Plattform- und Modul-Updates, individuelle Erweiterungen sowie Tests und Wartung projektspezifischer Anpassungen

Wer trägt welche technische Verantwortung?

Vor der Entscheidung sollte geklärt werden, welche Aufgaben intern übernommen werden können und wofür ein technischer Dienstleister benötigt wird. Dazu gehören je nach Plattform und Projekt beispielsweise Hosting, Updates, Erweiterungen, Fehleranalyse, Tests, Schnittstellen und individuelle Weiterentwicklungen. Der erforderliche Aufwand hängt daher nicht allein vom Shopsystem ab, sondern auch von der konkreten Projektarchitektur.

Updates betreffen mehr als das Shopsystem

Ein Update kann Auswirkungen auf Erweiterungen, Themes, individuelle Funktionen oder angebundene Systeme haben. Gerade bei komplexeren B2B-Projekten sollten Änderungen deshalb getestet werden, bevor sie produktiv eingesetzt werden. Je mehr geschäftskritische Prozesse über den Shop laufen, desto wichtiger werden reproduzierbare Tests und klar definierte Verantwortlichkeiten für den laufenden Betrieb.

Gesamten Betriebsaufwand statt nur den Einstieg betrachten

Ein niedriger Aufwand beim Projektstart bedeutet nicht automatisch einen niedrigen Aufwand über die gesamte Nutzungsdauer. Umgekehrt muss eine technisch umfangreichere Lösung nicht grundsätzlich ungeeignet sein, wenn ihre Architektur zu den Anforderungen des Unternehmens passt. Beim Vergleich sollte deshalb der Betriebsaufwand über die gesamte Nutzungsdauer gemeinsam mit Erweiterbarkeit, Integrationen und zukünftigen Anforderungen betrachtet werden.

Damit sind die wichtigsten technischen und fachlichen Vergleichskriterien definiert. Im nächsten Schritt lassen sie sich zu konkreten Anforderungsprofilen zusammenführen, um zu beurteilen, welche Plattform für welche Ausgangssituation näher geprüft werden sollte.

Welches B2B Shopsystem passt zu welchem Anforderungsprofil?

Nach dem Vergleich einzelner Funktionen stellt sich die entscheidende Frage: Welche Plattform passt zum eigenen B2B-Projekt? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID können unterschiedliche Ausgangssituationen abdecken, entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel aus B2B-Funktionen, Integrationen, Individualisierung und langfristigem Betrieb.

Statt eine Plattform allein anhand einzelner Features auszuwählen, sollten Unternehmen deshalb ihr Anforderungsprofil mit den technischen und organisatorischen Eigenschaften der Shopsysteme abgleichen. Die folgende Einordnung dient dabei nicht als Rangliste, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Prüfung.

Anforderungsprofil

Mögliche Ausgangspunkte für die Prüfung

Besonders wichtig

Komplexe B2B-Prozesse mit individuellen Anforderungen und Integrationen

Shopware und OXID können hier relevante Ausgangspunkte sein.

B2B-Funktionsumfang, individuelle Geschäftslogik, ERP-/PIM-Anbindung, Erweiterungsarchitektur und Wartbarkeit

Cloudbasierter Commerce mit möglichst vielen Plattformfunktionen im verwalteten Ökosystem

Shopify kann bei einem cloudbasierten Plattformmodell ein relevanter Ausgangspunkt sein.

Benötigte B2B-Funktionen, Tarifabhängigkeiten, Apps, Integrationen und Grenzen projektspezifischer Anpassungen

Bestehende WordPress-Landschaft oder B2B-Shop auf Basis eines flexibel erweiterbaren WordPress-Systems

WooCommerce kann bei einer bestehenden WordPress-Architektur besonders naheliegend sein.

B2B-Plugins, Kompatibilität der Erweiterungen, Hosting, Wartung und individuelle Entwicklung

Individuell konzipiertes Commerce-Projekt mit spezifischer Prozess- und Integrationslogik

OXID und Shopware können hier als mögliche Ausgangspunkte geprüft werden.

Projektarchitektur, Erweiterungen, individuelle Entwicklung, Schnittstellen und langfristiger Betrieb

Starker Fokus auf standardisierbare Prozesse und reduzierten eigenen Plattformbetrieb

Shopify kann bei diesem Plattformmodell ein relevanter Ausgangspunkt sein.

Abdeckung der benötigten Prozesse im Plattformmodell sowie Anforderungen an Apps und externe Systeme

Shopware genauer prüfen, wenn komplexe B2B-Prozesse abgebildet werden sollen

Shopware kann insbesondere dann in die engere Auswahl gehören, wenn ein B2B-Projekt umfangreiche Integrationen, individuelle Geschäftslogik oder projektspezifische Erweiterungen erfordert. Vor der Entscheidung sollte jedoch konkret geprüft werden, welche Funktionen im gewählten Setup verfügbar sind und welcher Entwicklungs- und Betriebsaufwand aus der geplanten Architektur entsteht. Bei solchen Projekten ist auch die Erfahrung einer spezialisierten Shopware Agentur mit B2B-Prozessen und Systemintegrationen relevant.

Shopify genauer prüfen, wenn ein cloudbasiertes Plattformmodell im Vordergrund steht

Shopify kann in die engere Auswahl kommen, wenn Unternehmen ein zentral betriebenes Cloudmodell bevorzugen und ihre Anforderungen weitgehend innerhalb der verfügbaren Plattform-, B2B- und App-Strukturen abbilden können. Besonders sorgfältig sollten dabei tarifabhängige Funktionen, individuelle Prozessanforderungen und Integrationen bewertet werden. Für die technische Konzeption und Umsetzung kann eine Shopify Agentur die Anforderungen gegen die tatsächlichen Plattformmöglichkeiten prüfen.

WooCommerce genauer prüfen, wenn WordPress Teil der Architektur ist

WooCommerce kann besonders relevant sein, wenn WordPress bereits eine wichtige Rolle in der bestehenden Weblandschaft spielt oder Shop und Content eng miteinander verbunden werden sollen. B2B-Anforderungen werden dabei je nach Projekt durch WooCommerce, zusätzliche Erweiterungen und individuelle Entwicklung abgebildet. Deshalb sollten Plugin-Abhängigkeiten und Wartbarkeit von Beginn an Teil der Architekturentscheidung sein. Eine WooCommerce Agentur kann insbesondere bei der Auswahl und technischen Abstimmung dieser Komponenten unterstützen.

OXID genauer prüfen, wenn eine individuell konzipierte Commerce-Architektur gefragt ist

OXID kann für B2B-Projekte relevant sein, bei denen individuelle Prozesse, Integrationen und projektspezifische Erweiterungen eine zentrale Rolle spielen. Auch hier sollte nicht allein die grundsätzliche technische Erweiterbarkeit betrachtet werden, sondern wie die konkrete B2B-Architektur langfristig entwickelt und gewartet werden kann. Bei der Konzeption und Umsetzung solcher Anforderungen kann eine OXID Agentur die projektspezifischen Möglichkeiten bewerten.

Die Plattformauswahl sollte damit nicht bei der Frage beginnen, welches Shopsystem allgemein die meisten Funktionen bietet. Entscheidend ist der Fit zum eigenen Anforderungsprofil. Erst wenn Preislogik, Firmenkonten, Bestellprozesse, Produktdaten, Integrationen, Erweiterungen und Betrieb gemeinsam betrachtet werden, entsteht eine belastbare Grundlage für die Entscheidung.

B2B Shopsystem auswählen: Diese Fragen sollten Unternehmen vor der Entscheidung klären

Bevor ein Unternehmen eine B2B E-Commerce Plattform auswählt, sollten die wichtigsten fachlichen und technischen Anforderungen dokumentiert werden. Dadurch lässt sich vermeiden, dass die Entscheidung hauptsächlich anhand einzelner Funktionen, einer bekannten Marke oder des aktuellen Projektumfangs getroffen wird.

Die folgenden Fragen helfen dabei, ein konkretes Anforderungsprofil für den Vergleich von Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID zu erstellen.

Welche Preis- und Kundenlogik wird benötigt?

  • Gibt es kundenspezifische Preise, Preislisten oder unterschiedliche Kundengruppen?

  • Werden Mengenstaffeln oder weitere individuelle Konditionen benötigt?

  • Werden Preise im Shop, im ERP, in der Warenwirtschaft oder in einem anderen System gepflegt?

Wie sind Firmenkonten, Rollen und Berechtigungen aufgebaut?

  • Bestellt pro Unternehmen nur eine Person oder arbeiten mehrere Benutzer mit einem Firmenkonto?

  • Welche Aufgaben und Berechtigungen benötigen Einkäufer, Administratoren und weitere Benutzer?

  • Müssen Standorte, Abteilungen, Lieferadressen oder andere organisatorische Strukturen berücksichtigt werden?

Wie funktionieren Bestellung und Freigabe?

  • Gibt es interne Freigaben, Betragsgrenzen oder mehrere Genehmigungsstufen?

  • Werden Schnellbestellungen oder Wiederbestellungen benötigt?

  • Welche Zahlungsbedingungen und weiteren kundenspezifischen Bestellregeln müssen berücksichtigt werden?

Welche Sortimente und Produktdaten sehen die Kunden?

  • Sehen alle Geschäftskunden dasselbe Sortiment oder werden kundenspezifische Kataloge benötigt?

  • Wie komplex sind Produkte, Varianten, Attribute und technische Informationen?

  • Werden Produktdaten im Shop oder in einem ERP, einer Warenwirtschaft beziehungsweise einem PIM gepflegt?

Welche Systeme müssen angebunden werden?

  • Welche ERP-, Warenwirtschafts-, PIM- oder weiteren Systeme gehören zur bestehenden Systemlandschaft?

  • Welche Daten müssen zwischen diesen Systemen und dem Shop ausgetauscht werden?

  • Welches System ist jeweils die führende Quelle für Preise, Produkte, Bestände, Kunden und Aufträge?

Welche Anforderungen lassen sich mit Standardfunktionen abbilden?

  • Welche geschäftskritischen Funktionen sind bereits im geplanten Plattform-Setup vorhanden?

  • Für welche Anforderungen werden Apps, Plugins oder andere Erweiterungen benötigt?

  • Wo ist individuelle Entwicklung erforderlich und wie stark hängen zentrale Prozesse davon ab?

Wie soll der Shop langfristig betrieben und weiterentwickelt werden?

  • Wer ist für Hosting, Updates, Tests, Erweiterungen und Fehlerbehebung verantwortlich?

  • Welche internen technischen Ressourcen stehen zur Verfügung und welche Aufgaben sollen extern übernommen werden?

  • Welche zukünftigen Funktionen, Integrationen oder Vertriebskanäle sind bereits absehbar?

Wer diese Fragen vor der Plattformentscheidung beantwortet, kann B2B Shopsysteme anhand der eigenen Prozesse vergleichen, statt lediglich Funktionslisten gegenüberzustellen. Aus dem Anforderungskatalog lässt sich anschließend ableiten, welche Plattformen genauer evaluiert werden sollten und welche Punkte in einer technischen Konzeption oder einem Proof of Concept geprüft werden müssen.

Häufige Fragen zu B2B Shopsystemen

Was ist ein B2B Shopsystem?

Ein B2B Shopsystem ist eine E-Commerce-Plattform, mit der Unternehmen Produkte oder Leistungen digital an Geschäftskunden verkaufen können. Neben klassischen Shopfunktionen können dabei beispielsweise kundenspezifische Preise, Firmenkonten mit mehreren Benutzern, unterschiedliche Rollen und Berechtigungen, individuelle Sortimente sowie besondere Bestell- und Freigabeprozesse erforderlich sein.

Welches Shopsystem eignet sich für B2B?

Welches Shopsystem geeignet ist, hängt von den konkreten Anforderungen des Unternehmens ab. Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID können für B2B-Projekte infrage kommen, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Plattformmodell, Erweiterungen, Integrationen und Möglichkeiten für individuelle Prozesse. Deshalb sollte die Auswahl anhand eines konkreten Anforderungsprofils erfolgen und nicht allein anhand einzelner Funktionen.

Braucht ein Unternehmen ein spezielles B2B Shopsystem?

Nicht jedes Unternehmen benötigt eine vollkommen eigenständige B2B-Plattform. Entscheidend ist, ob das eingesetzte Shopsystem die benötigten Geschäftskundenprozesse abbilden kann. Bei einfachen Anforderungen können vergleichsweise wenige B2B-Funktionen ausreichen. Komplexe Preislogiken, Firmenstrukturen, Freigaben, Integrationen oder individuelle Prozesse stellen dagegen höhere Anforderungen an die Plattform und ihre Erweiterbarkeit.

Können B2B-Kunden individuelle Preise und Sortimente erhalten?

Grundsätzlich lassen sich in B2B-Projekten unterschiedliche Preise, Konditionen und Sortimente für Kunden oder Kundengruppen abbilden. Wie dies technisch umgesetzt wird, hängt jedoch von der gewählten Plattform, dem eingesetzten Setup und der Systemarchitektur ab. Preise oder Sortimentsinformationen können beispielsweise direkt im Shop oder in angebundenen Systemen wie ERP, Warenwirtschaft oder PIM gepflegt werden.

Können mehrere Mitarbeiter eines Unternehmens denselben B2B-Shop nutzen?

B2B-Shops können Firmenstrukturen mit mehreren Benutzern abbilden. Relevant ist dabei, welche Rollen und Berechtigungen benötigt werden und ob beispielsweise Einkäufer, Administratoren oder weitere Benutzer unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Vor der Plattformwahl sollte deshalb geprüft werden, wie sich die konkrete Kundenorganisation im vorgesehenen Shopsystem umsetzen lässt.

Wie wichtig ist eine ERP-Anbindung für ein B2B Shopsystem?

Eine ERP-Anbindung ist besonders relevant, wenn Preise, Kundendaten, Aufträge oder weitere kaufmännische Informationen bereits im ERP verwaltet werden. Das Shopsystem muss dann mit diesen Daten und Prozessen zusammenarbeiten. Welche Integration erforderlich ist, hängt davon ab, welches System die jeweiligen Daten führt und wie aktuell Informationen zwischen ERP und Shop ausgetauscht werden müssen.

Wann ist ein PIM für einen B2B-Shop sinnvoll?

Ein PIM kann sinnvoll sein, wenn umfangreiche Produktinformationen, viele Attribute, technische Merkmale, Medien oder mehrere Ausgabekanäle zentral verwaltet werden sollen. Ob ein PIM benötigt wird, hängt deshalb weniger vom verwendeten Shopsystem als von Umfang, Struktur und Pflege der Produktdaten ab.

Sind Apps und Plugins für einen B2B-Shop ausreichend?

Das hängt von den Anforderungen ab. Geeignete Apps, Plugins oder Module können viele zusätzliche Funktionen bereitstellen. Bei stark individuellen Geschäftsprozessen oder Integrationen kann jedoch eigene Entwicklungslogik erforderlich werden. Neben dem Funktionsumfang sollten deshalb auch Kompatibilität, Updatefähigkeit und langfristige Wartbarkeit der eingesetzten Erweiterungen bewertet werden.

Fazit: Das passende B2B Shopsystem beginnt mit den eigenen Anforderungen

Shopware, Shopify, WooCommerce und OXID bieten unterschiedliche Grundlagen für B2B-Commerce. Welche Plattform zu einem Unternehmen passt, entscheidet sich jedoch nicht an einer einzelnen Funktion, sondern am Zusammenspiel aus Geschäftsprozessen, Systemlandschaft, Integrationen, Erweiterbarkeit und langfristigem Betrieb.

Wer seine Anforderungen zuerst strukturiert und anschließend mit den Möglichkeiten der Plattformen abgleicht, schafft eine belastbarere Grundlage für die Auswahl. Geht es nicht nur um die technische Plattform, sondern um die übergeordnete Konzeption von digitalem B2B-Vertrieb, Systemlandschaft und Commerce-Prozessen, kann die Zusammenarbeit mit einer B2B E-Commerce Agentur bereits in dieser Phase sinnvoll sein.

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