Ein Workflow beschreibt, wie eine Aufgabe oder ein Vorgang von einem definierten Auslöser bis zu einem klaren Ergebnis abläuft. Wer einen Workflow erstellen möchte, sollte deshalb nicht nur einzelne Arbeitsschritte festlegen. Ebenso wichtig sind Rollen, Verantwortlichkeiten, Regeln, Status, Entscheidungen und Ausnahmen, die bestimmen, wie der Ablauf in unterschiedlichen Situationen weitergeführt wird.
In der Praxis entstehen schnell Lücken, wenn ein Workflow nur als einfache Abfolge wie Anfrage, Prüfung, Freigabe und Abschluss beschrieben wird. Dann bleibt beispielsweise offen, wer eine Prüfung übernimmt, welche Informationen dafür benötigt werden, wann sich ein Status ändert oder was bei einer Ablehnung, Rückfrage oder fehlenden Angabe passiert.
Ein sauber definierter Workflow macht diese Zusammenhänge nachvollziehbar. Dazu werden Auslöser und Ziel, Aufgaben, Rollen, Regeln, Status und Übergänge ebenso erfasst wie benötigte Daten, Fristen und mögliche Sonderfälle. Anschließend lässt sich der Workflow darstellen, dokumentieren und bei Bedarf für eine spätere technische Umsetzung oder Automatisierung vorbereiten.
In diesem Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Workflow strukturiert aufbauen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungslogiken definieren, Ausnahmen berücksichtigen und den Ablauf so dokumentieren, dass er auch für andere Beteiligte eindeutig verständlich ist.
Was ist ein Workflow?
Ein Workflow ist ein definierter Ablauf, bei dem Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen in einer festgelegten Logik miteinander verbunden sind. Er beschreibt, wodurch ein Vorgang startet, welche Schritte nacheinander oder abhängig von bestimmten Bedingungen ausgeführt werden und welches Ergebnis am Ende erreicht werden soll.
Dabei ist ein Workflow nicht mit einem gesamten Geschäftsprozess gleichzusetzen. Ein Prozess beschreibt den übergeordneten fachlichen Ablauf und das angestrebte Ergebnis. Ein Workflow bildet dagegen einen konkreten Teil dieses Prozesses detaillierter ab und legt fest, wer welche Aufgabe unter welchen Bedingungen ausführt und wie der Vorgang anschließend weitergeführt wird.
Ein solcher Ablauf kann zunächst manuell organisiert oder später technisch gesteuert und automatisiert werden. Entscheidend ist, dass seine fachliche Logik vorher eindeutig beschrieben ist. Eine klare Struktur aus Aufgaben, Rollen, Regeln und Entscheidungen bildet deshalb auch die Grundlage für eine spätere Workflow Automatisierung.
Workflow erstellen: die wichtigsten Bausteine
Bevor einzelne Schritte detailliert ausgearbeitet werden, sollte feststehen, aus welchen Bausteinen der Workflow besteht. Nur die Reihenfolge von Aufgaben zu dokumentieren reicht in der Regel nicht aus. Ein belastbarer Ablauf braucht einen klaren Startpunkt, definierte Eingaben und Ergebnisse sowie Regeln dafür, wer wann welche Aufgabe übernimmt und wie mit unterschiedlichen Situationen umgegangen wird.
Baustein | Leitfrage | Warum wichtig? |
|---|---|---|
Auslöser | Wodurch startet der Workflow? | Definiert eindeutig, wann ein neuer Vorgang beginnt. |
Input | Welche Informationen oder Daten werden benötigt? | Stellt sicher, dass die Beteiligten mit den notwendigen Grundlagen arbeiten können. |
Aufgaben | Welche Schritte müssen ausgeführt werden? | Beschreibt die konkreten Tätigkeiten innerhalb des Ablaufs. |
Rollen | Wer ist für welchen Schritt verantwortlich? | Verhindert unklare Zuständigkeiten und unnötige Rückfragen. |
Regeln | Unter welchen Bedingungen geht der Workflow weiter? | Legt fest, wie Entscheidungen getroffen und unterschiedliche Pfade gesteuert werden. |
Status | In welchem Zustand befindet sich der Vorgang? | Macht Fortschritt und aktuellen Bearbeitungsstand nachvollziehbar. |
Ausnahmen | Was passiert, wenn der Standardablauf nicht funktioniert? | Berücksichtigt Rückfragen, Fehler, Ablehnungen und andere Sonderfälle. |
Output | Welches Ergebnis beendet den Workflow? | Definiert, wann der Vorgang fachlich abgeschlossen ist. |
Diese Bausteine bilden das fachliche Grundgerüst eines Workflows. Je nach Ablauf kommen weitere Elemente hinzu, etwa Fristen, Eskalationen, Systemübergaben oder Abhängigkeiten zwischen mehreren Beteiligten. Wichtig ist, diese Punkte nicht erst bei der technischen Umsetzung zu entdecken, sondern bereits bei der fachlichen Beschreibung zu berücksichtigen.
Workflow Schritt für Schritt erstellen
Ist das Grundgerüst geklärt, kann der Ablauf systematisch ausgearbeitet werden. Dabei ist es sinnvoll, vom fachlichen Startpunkt bis zum gewünschten Ergebnis vorzugehen und Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Sonderfälle schrittweise zu ergänzen. So entsteht aus einer groben Prozessbeschreibung ein Workflow, der sich eindeutig nachvollziehen und später technisch umsetzen lässt.
Auslöser und Ziel definieren: Legen Sie fest, welches Ereignis den Workflow startet und welches fachliche Ergebnis am Ende erreicht sein muss. Dadurch bekommt der Ablauf einen eindeutigen Anfang und Abschluss.
Input und benötigte Daten erfassen: Bestimmen Sie, welche Informationen, Dokumente oder Daten für den Start und die weitere Bearbeitung erforderlich sind. Fehlende Voraussetzungen sollten bereits an dieser Stelle sichtbar werden.
Aufgaben in eine sinnvolle Reihenfolge bringen: Erfassen Sie alle notwendigen Arbeitsschritte und klären Sie, welche davon nacheinander, parallel oder nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgeführt werden.
Rollen und Verantwortlichkeiten zuordnen: Definieren Sie für jeden relevanten Schritt, wer ihn bearbeitet, prüft oder entscheidet. Berücksichtigen Sie dabei auch Vertretungen und notwendige Eskalationen.
Regeln und Entscheidungen festlegen: Beschreiben Sie, welche Bedingungen den weiteren Verlauf bestimmen. Für jeden Entscheidungspunkt sollte eindeutig sein, welche möglichen Ergebnisse existieren und wohin sie den Vorgang führen.
Status, Übergänge und Ausnahmen definieren: Legen Sie fest, welche Zustände ein Vorgang durchlaufen kann, wodurch sich sein Status ändert und was bei Rückfragen, Fehlern, Ablehnungen oder anderen Abweichungen vom Standardablauf passiert.
Output und Abschlussbedingungen dokumentieren: Bestimmen Sie, welches Ergebnis der Workflow erzeugt und wann der Vorgang tatsächlich als abgeschlossen gilt. Dazu kann auch gehören, welche Daten aktualisiert, Dokumente erzeugt oder nachgelagerte Abläufe angestoßen werden.
Nach diesen sieben Schritten sollte nicht nur der ideale Standardablauf beschrieben sein. Auch die Punkte, an denen Entscheidungen getroffen, Zuständigkeiten gewechselt oder alternative Wege eingeschlagen werden, müssen erkennbar sein. Genau diese Details entscheiden später darüber, ob ein Workflow in der Praxis eindeutig funktioniert.
Rollen und Verantwortlichkeiten eindeutig festlegen
Ein Workflow funktioniert nur dann zuverlässig, wenn für jeden relevanten Schritt klar ist, wer verantwortlich ist. Allgemeine Angaben wie „Vertrieb“, „Buchhaltung“ oder „Teamleitung“ reichen nicht immer aus. Entscheidend ist, welche Rolle eine Aufgabe bearbeitet, wer eine Entscheidung trifft und wer übernimmt, wenn die regulär zuständige Person nicht verfügbar ist.
Rolle | Aufgabe im Workflow | Zu klärende Frage |
|---|---|---|
Bearbeitung | Führt einen definierten Arbeitsschritt aus. | Wer bearbeitet den Vorgang in diesem Schritt? |
Prüfung | Kontrolliert Informationen, Ergebnisse oder Voraussetzungen. | Wer prüft, ob der Vorgang weitergeführt werden kann? |
Entscheidung | Trifft eine fachliche Entscheidung über den weiteren Verlauf. | Wer darf freigeben, ablehnen oder einen alternativen Pfad auslösen? |
Vertretung | Übernimmt Aufgaben bei Abwesenheit oder Nichtverfügbarkeit. | Wer ist zuständig, wenn die reguläre Rolle nicht handeln kann? |
Eskalation | Übernimmt oder bewertet einen Vorgang, wenn definierte Bedingungen eintreten. | An wen wird der Vorgang weitergegeben, wenn beispielsweise eine Frist überschritten wird? |
Systemaktion | Führt einen Schritt ohne manuelle Bearbeitung aus. | Welche Aktion kann durch ein beteiligtes System ausgeführt werden? |
Dabei sollten Verantwortlichkeiten möglichst an Rollen und nicht ausschließlich an einzelne Personen gebunden werden. So bleibt der Ablauf auch bei personellen Wechseln, Urlaub oder Krankheit nachvollziehbar und muss nicht bei jeder organisatorischen Änderung neu beschrieben werden.
Ebenso wichtig sind klare Übergaben. Für jeden Wechsel zwischen zwei Rollen sollte erkennbar sein, was übergeben wird, an wen die Verantwortung wechselt und welche Voraussetzung dafür erfüllt sein muss. Gerade an solchen Übergabepunkten entstehen sonst Wartezeiten, Rückfragen oder Vorgänge, für die sich niemand eindeutig zuständig fühlt.
Regeln, Entscheidungen und Bedingungen modellieren
Nicht jeder Vorgang durchläuft einen Workflow auf demselben Weg. Häufig entscheidet eine fachliche Bedingung darüber, welcher Schritt als Nächstes folgt. Deshalb sollten Entscheidungspunkte nicht nur als allgemeine „Prüfung“ beschrieben werden. Es muss eindeutig feststehen, was geprüft wird, welche Ergebnisse möglich sind und wie der Workflow danach weiterläuft.
Eine einfache Entscheidungslogik lässt sich nach dem Prinzip Bedingung → Entscheidung → nächster Pfad beschreiben. Wird beispielsweise eine definierte Wertgrenze überschritten, kann eine zusätzliche Freigabe erforderlich sein. Sind Pflichtangaben unvollständig, wird der Vorgang nicht weitergegeben, sondern zur Ergänzung zurückgeführt.
Zu definieren | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
Bedingung | Was wird geprüft? | Sind alle erforderlichen Angaben vorhanden? |
Mögliche Ergebnisse | Welche Entscheidungen kann die Prüfung ergeben? | Vollständig oder unvollständig |
Folgepfad | Wie geht es bei jedem Ergebnis weiter? | Weiter zur Prüfung oder zurück zur Ergänzung |
Verantwortung | Wer trifft die Entscheidung oder bearbeitet den nächsten Schritt? | Definierte Rolle im jeweiligen Workflow-Schritt |
Besonders bei mehreren Bedingungen sollte auch die Reihenfolge eindeutig sein. Regeln dürfen sich nicht widersprechen oder dazu führen, dass für einen bestimmten Fall kein gültiger Folgepfad existiert. Umgekehrt sollte ebenfalls klar sein, was passiert, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.
So entsteht aus einer einfachen Abfolge von Aufgaben eine nachvollziehbare Entscheidungslogik. Diese kann später sowohl grafisch dargestellt als auch in einem Workflow-System oder einer individuellen Software technisch abgebildet werden.
Status und Übergänge im Workflow definieren
Ein Status zeigt, in welchem Zustand sich ein Vorgang zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet. Er beantwortet damit eine andere Frage als eine Aufgabe: Eine Aufgabe beschreibt, was getan werden muss, während der Status sichtbar macht, wo der Vorgang aktuell steht. Diese Trennung ist wichtig, damit Bearbeitungsstände eindeutig nachvollzogen werden können.
Ein einfacher Ablauf kann beispielsweise die Statuswerte „Neu“, „In Prüfung“, „Rückfrage“, „Freigegeben“, „Abgelehnt“ und „Abgeschlossen“ enthalten. Entscheidend ist jedoch nicht nur, welche Statuswerte existieren. Für jeden Übergang muss festgelegt werden, welche Aktion oder Entscheidung einen Statuswechsel auslöst.
Ausgangsstatus | Auslöser | Neuer Status |
|---|---|---|
Neu | Bearbeitung wird gestartet | In Prüfung |
In Prüfung | Informationen fehlen | Rückfrage |
Rückfrage | Fehlende Informationen wurden ergänzt | In Prüfung |
In Prüfung | Vorgang wird freigegeben | Freigegeben |
In Prüfung | Vorgang wird abgelehnt | Abgelehnt |
Freigegeben | Abschließende Verarbeitung ist erfolgt | Abgeschlossen |
Bei der Definition der Übergänge sollte außerdem geklärt werden, welche Rolle einen Statuswechsel auslösen darf und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. So lässt sich beispielsweise verhindern, dass ein Vorgang abgeschlossen wird, obwohl notwendige Prüfungen oder Angaben noch fehlen.
Eine klare Statuslogik schafft damit Transparenz über den gesamten Ablauf. Gleichzeitig bildet sie eine wichtige Grundlage für Benachrichtigungen, Fristen, Eskalationen und eine spätere technische Steuerung des Workflows.
Ausnahmen und Sonderfälle von Anfang an berücksichtigen
Ein Workflow sollte nicht nur den idealen Standardfall beschreiben. In der Praxis fehlen Informationen, Prüfungen schlagen fehl, zuständige Personen sind nicht verfügbar oder ein beteiligtes System liefert nicht das erwartete Ergebnis. Werden solche Situationen erst im laufenden Betrieb geklärt, entstehen schnell manuelle Zwischenlösungen, Rückfragen und unklare Zuständigkeiten.
Deshalb sollten bereits beim Erstellen des Workflows typische Abweichungen erfasst und mit einem definierten Folgepfad versehen werden. Für jeden relevanten Sonderfall ist zu klären, wie der Vorgang weitergeführt wird, wer verantwortlich ist und wann er wieder in den regulären Ablauf zurückkehrt.
Ausnahme oder Sonderfall | Zu klärende Frage |
|---|---|
Fehlende Angaben | Wird der Vorgang gestoppt oder zur Ergänzung zurückgegeben? |
Fehlgeschlagene Prüfung | Welche Korrektur oder weitere Prüfung ist erforderlich? |
Ablehnung | Ist der Vorgang beendet oder kann er überarbeitet und erneut eingereicht werden? |
Nicht verfügbare verantwortliche Rolle | Welche Vertretung übernimmt den nächsten Schritt? |
Überschrittene Frist | Wird erinnert, eskaliert oder die Verantwortung neu zugewiesen? |
Fehler bei einem beteiligten System | Wird der Schritt wiederholt, manuell bearbeitet oder an eine zuständige Stelle weitergegeben? |
Manuelle Unterbrechung | Unter welchen Bedingungen darf der Workflow angehalten und später fortgesetzt werden? |
Nicht jede theoretisch denkbare Ausnahme muss als eigener Pfad modelliert werden. Relevant sind vor allem Fälle, die tatsächlich auftreten können und den weiteren Ablauf beeinflussen. Dabei hilft es, bestehende Geschäftsprozesse und bekannte Problemstellen zu betrachten, bevor der Workflow technisch umgesetzt wird.
Gerade bei gewachsenen Abläufen zeigt sich häufig, dass nicht die einzelnen Aufgaben das eigentliche Problem sind, sondern unklare Übergaben, Sonderwege oder Medienbrüche. Solche Schwachstellen betreffen oft nicht nur einen einzelnen Workflow, sondern den übergeordneten Geschäftsprozess und sollten deshalb auch berücksichtigt werden, wenn Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisieren und weiterentwickeln.
Workflow darstellen und visualisieren
Nachdem Aufgaben, Rollen, Regeln, Status und Ausnahmen definiert wurden, sollte der Workflow so dargestellt werden, dass sein Ablauf auf einen Blick nachvollziehbar ist. Eine visuelle Darstellung macht insbesondere Abhängigkeiten, Entscheidungspunkte, alternative Pfade und Rücksprünge sichtbar, die in einer reinen Textbeschreibung schnell unübersichtlich werden.
Ein einfacher Workflow lässt sich beispielsweise als Abfolge weniger Schritte grafisch darstellen:
Start → Aufgabe → Prüfung → Entscheidung → Abschluss
Sobald eine Entscheidung mehrere mögliche Ergebnisse hat, sollte die Darstellung auch diese Pfade zeigen. Eine Prüfung kann beispielsweise dazu führen, dass ein Vorgang weiterbearbeitet, zurückgegeben oder beendet wird. Dadurch wird sichtbar, dass ein Workflow nicht zwangsläufig nur in eine Richtung verläuft.
Element | Was sollte dargestellt werden? |
|---|---|
Start und Ende | Wo beginnt der Workflow und wann ist er abgeschlossen? |
Aufgaben | Welche Arbeitsschritte werden ausgeführt? |
Entscheidungen | An welchen Stellen kann sich der weitere Ablauf verzweigen? |
Verbindungen | In welcher Reihenfolge werden Aufgaben und Entscheidungen durchlaufen? |
Rücksprünge | Wann wird ein Vorgang zu einem früheren Schritt zurückgeführt? |
Rollen | Wer ist für die jeweiligen Schritte verantwortlich? |
Wie detailliert ein Workflow visualisiert werden sollte, hängt von seiner Komplexität und dem Zweck der Darstellung ab. Für einen kurzen linearen Ablauf kann ein einfaches Workflow-Diagramm ausreichen. Sobald mehrere Rollen, Entscheidungen, Ereignisse oder alternative Wege beteiligt sind, ist eine strukturiertere Form der Workflow-Modellierung sinnvoll.
Workflow-Diagramm, Swimlane oder BPMN: Welche Darstellung eignet sich?
Für die Visualisierung eines Workflows gibt es unterschiedliche Darstellungsformen. Welche davon sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie komplex der Ablauf ist, wie viele Rollen beteiligt sind und für welchen Zweck die Darstellung verwendet werden soll. Nicht jeder Workflow benötigt deshalb eine umfangreiche Modellierung.
Darstellung | Geeignet für | Besonderheit |
|---|---|---|
Workflow-Diagramm | Überschaubare Abläufe mit wenigen Schritten und Entscheidungen | Zeigt Aufgaben, Reihenfolge und Verzweigungen in einer leicht verständlichen Form. |
Swimlane-Diagramm | Workflows mit mehreren Rollen, Abteilungen oder beteiligten Systemen | Ordnet die einzelnen Schritte den jeweiligen Verantwortungsbereichen zu und macht Übergaben sichtbar. |
BPMN | Komplexere Abläufe mit Ereignissen, Entscheidungen und mehreren Prozesspfaden | Nutzt eine standardisierte Notation, um Abläufe strukturiert und detailliert zu modellieren. |
Einfaches Workflow-Diagramm
Ein Workflow-Diagramm eignet sich, wenn vor allem die Reihenfolge von Aufgaben und Entscheidungen verständlich dargestellt werden soll. Für einen überschaubaren Ablauf genügen häufig Start- und Endpunkt, einzelne Arbeitsschritte, Entscheidungspunkte und die Verbindungen zwischen ihnen. Dadurch lässt sich ein Workflow-Diagramm erstellen, ohne den Ablauf unnötig komplex zu modellieren.
Swimlane-Diagramm
Sobald mehrere Rollen oder Organisationseinheiten beteiligt sind, kann es sinnvoll sein, ein Swimlane-Diagramm zu erstellen. Dabei erhält beispielsweise jede Rolle einen eigenen Bereich, in dem ihre Aufgaben angeordnet werden. So wird nicht nur sichtbar, was passiert, sondern auch, wo Verantwortung und Informationen zwischen Beteiligten wechseln.
BPMN
Bei komplexeren Abläufen kann die Business Process Model and Notation (BPMN) eingesetzt werden. Sie bietet standardisierte Elemente für Aktivitäten, Ereignisse, Entscheidungen und Verbindungen und ermöglicht dadurch eine detailliertere Prozessmodellierung. Ein BPMN-Diagramm kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn ein Ablauf eindeutig dokumentiert und von unterschiedlichen Beteiligten nach einer gemeinsamen Notation gelesen werden soll.
BPMN ist jedoch keine Voraussetzung für einen gut definierten Workflow. Entscheidend ist nicht die möglichst komplexe Darstellung, sondern dass Aufgaben, Rollen, Regeln, Entscheidungen und Ausnahmen für den jeweiligen Zweck eindeutig nachvollziehbar sind.
Workflow dokumentieren: Was sollte festgehalten werden?
Ein Diagramm zeigt den Ablauf eines Workflows, ersetzt aber nicht in jedem Fall eine vollständige Dokumentation. Zusätzlich sollte festgehalten werden, welche fachlichen Regeln gelten, welche Informationen benötigt werden, wer Verantwortung trägt und wie mit Abweichungen vom Standardablauf umzugehen ist. Dadurch bleibt der Workflow auch für Personen nachvollziehbar, die nicht an seiner ursprünglichen Erstellung beteiligt waren.
Eine Workflow-Dokumentation kann gleichzeitig als strukturierte Vorlage dienen. Für jeden Workflow sollten mindestens die folgenden Punkte geprüft und, soweit relevant, beschrieben werden:
Dokumentationspunkt | Was sollte festgehalten werden? |
|---|---|
Zweck | Welches fachliche Ziel verfolgt der Workflow? |
Startbedingung | Welches Ereignis oder welche Voraussetzung startet den Ablauf? |
Input | Welche Informationen, Daten oder Dokumente werden benötigt? |
Aufgaben | Welche Arbeitsschritte werden ausgeführt und in welcher Reihenfolge? |
Rollen | Wer bearbeitet, prüft oder entscheidet an welcher Stelle? |
Regeln | Welche Bedingungen bestimmen den weiteren Verlauf? |
Status und Übergänge | Welche Zustände gibt es und wodurch wechseln sie? |
Fristen und Eskalationen | Welche zeitlichen Vorgaben gelten und was passiert bei einer Überschreitung? |
Ausnahmen | Welche relevanten Sonderfälle gibt es und wie werden sie behandelt? |
Output | Welches Ergebnis erzeugt der Workflow und wann gilt er als abgeschlossen? |
Systeme und Daten | Welche Systeme sind beteiligt und welche Daten werden zwischen ihnen benötigt oder übergeben? |
Eine solche Workflow-Vorlage sorgt dafür, dass bei der Dokumentation keine wesentlichen Punkte übersehen werden. Sie muss jedoch nicht für jeden Ablauf gleich umfangreich sein. Ein einfacher interner Workflow benötigt weniger Details als ein Ablauf mit mehreren Rollen, Systemen, Entscheidungen und Ausnahmewegen.
Die Dokumentation sollte außerdem aktualisiert werden, wenn sich Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Regeln oder beteiligte Systeme ändern. Andernfalls beschreibt sie mit der Zeit nicht mehr den tatsächlich gelebten Ablauf und verliert ihren Nutzen als Grundlage für Optimierung oder technische Umsetzung.
Beispiel: Einen Freigabe-Workflow erstellen
Wie die einzelnen Bausteine zusammenspielen, lässt sich an einem einfachen Freigabe-Workflow zeigen. Ausgangspunkt ist ein Antrag, der geprüft und anschließend freigegeben oder abgelehnt werden soll. Bereits an diesem überschaubaren Beispiel wird deutlich, dass eine reine Abfolge von Aufgaben nicht ausreicht.
Schritt | Rolle | Möglicher Status | Was passiert? |
|---|---|---|---|
Antrag einreichen | Antragsteller | Neu | Der Antrag wird mit den erforderlichen Informationen eingereicht und der Workflow gestartet. |
Formale Prüfung | Prüfende Rolle | In Prüfung | Es wird geprüft, ob die erforderlichen Angaben und Unterlagen vorhanden sind. |
Rückfrage | Antragsteller | Rückfrage | Fehlen notwendige Informationen, wird der Antrag zur Ergänzung zurückgegeben. |
Fachliche Prüfung | Fachlich verantwortliche Rolle | In Prüfung | Der vollständige Antrag wird nach den definierten fachlichen Regeln bewertet. |
Entscheidung | Freigabeberechtigte Rolle | Freigegeben oder Abgelehnt | Auf Grundlage der festgelegten Regeln wird über den weiteren Verlauf entschieden. |
Abschluss | Definierte Rolle oder System | Abgeschlossen | Das Ergebnis wird dokumentiert und der Vorgang fachlich abgeschlossen. |
Die entscheidende Verzweigung entsteht bereits bei der formalen Prüfung: Sind erforderliche Informationen nicht vorhanden, kann der Antrag nicht regulär weiterbearbeitet werden. Nach der Ergänzung kehrt er in den definierten Prüfpfad zurück. Auch eine Ablehnung sollte nicht lediglich als Ende des Diagramms erscheinen. Es muss geklärt sein, ob der Vorgang damit abgeschlossen ist oder unter bestimmten Voraussetzungen erneut bearbeitet werden darf.
Damit verbindet der Freigabe-Workflow Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Status und Entscheidungswege zu einem nachvollziehbaren Ablauf. In einem realen Unternehmen können je nach Prozess weitere Freigabestufen, Vertretungsregeln, Fristen oder Eskalationen hinzukommen.
Soll ein solcher Ablauf nicht nur beschrieben, sondern technisch gesteuert werden, müssen die definierten Regeln, Rollen, Statuswerte und Entscheidungswege in den beteiligten Systemen umgesetzt werden. Auf dieser Grundlage lässt sich ein Freigabeprozess automatisieren und mit Aufgaben, Benachrichtigungen, Statuswechseln oder weiteren Systemaktionen verbinden.
Wann ist ein Workflow bereit für die Automatisierung?
Ein Workflow sollte nicht allein deshalb automatisiert werden, weil einzelne Aufgaben wiederkehrend oder zeitaufwendig sind. Vor der technischen Umsetzung muss der fachliche Ablauf ausreichend klar definiert sein. Andernfalls werden bestehende Unklarheiten lediglich in ein digitales System übertragen und müssen später mit zusätzlichem Aufwand korrigiert werden.
Mit den folgenden Fragen lässt sich prüfen, ob ein Workflow fachlich ausreichend vorbereitet ist:
Ist eindeutig definiert, wodurch der Workflow startet?
Sind alle notwendigen Aufgaben und ihre Reihenfolge bekannt?
Sind Rollen und Verantwortlichkeiten eindeutig zugeordnet?
Sind Regeln und Entscheidungspunkte klar beschrieben?
Sind Status und zulässige Übergänge nachvollziehbar?
Sind relevante Ausnahmen und Sonderfälle berücksichtigt?
Ist bekannt, welche Daten und Informationen benötigt werden?
Sind beteiligte Systeme und notwendige Übergaben identifiziert?
Sind Fristen, Vertretungen und Eskalationen definiert, sofern sie für den Ablauf relevant sind?
Ist eindeutig festgelegt, welches Ergebnis den Workflow abschließt?
Je eindeutiger diese Fragen beantwortet werden können, desto besser lässt sich beurteilen, welche Schritte technisch gesteuert werden sollen und an welchen Stellen weiterhin menschliche Bearbeitung oder Entscheidungen erforderlich sind. Dabei muss nicht zwangsläufig der gesamte Ablauf automatisiert werden. Auch eine gezielte Automatisierung einzelner wiederkehrender Schritte kann sinnvoll sein.
Erst auf dieser Grundlage sollte entschieden werden, wie Aufgaben, Regeln, Benachrichtigungen, Statuswechsel und Systemübergaben technisch umgesetzt werden. Wenn Sie einen definierten Workflow automatisieren und in Ihre bestehende Systemlandschaft integrieren möchten, unterstützt maexware bei der technischen Konzeption und Umsetzung.
Häufige Fragen zum Erstellen von Workflows
Wie kann man einen Workflow erstellen?
Definieren Sie zunächst Auslöser und Ziel des Workflows. Anschließend werden benötigte Daten, Aufgaben, Rollen, Regeln, Status, Übergänge und relevante Ausnahmen festgelegt. Zum Schluss sollte dokumentiert werden, welches Ergebnis den Workflow beendet.
Was gehört in einen Workflow?
Zu einem Workflow gehören mindestens ein definierter Startpunkt, die erforderlichen Aufgaben, verantwortliche Rollen, Regeln und Entscheidungen sowie ein eindeutiges Ergebnis. Je nach Ablauf sollten zusätzlich Status, Fristen, Eskalationen, Ausnahmen und beteiligte Systeme berücksichtigt werden.
Wie stellt man einen Workflow grafisch dar?
Ein Workflow kann als Diagramm mit Start- und Endpunkt, Aufgaben, Entscheidungen und Verbindungen dargestellt werden. Bei mehreren Rollen kann ein Swimlane-Diagramm sinnvoll sein, während für komplexere Abläufe beispielsweise BPMN verwendet werden kann.
Was ist ein Workflow-Diagramm?
Ein Workflow-Diagramm stellt den Ablauf eines Vorgangs visuell dar. Es zeigt, welche Schritte aufeinander folgen, wo Entscheidungen getroffen werden und welche alternativen Wege ein Vorgang durchlaufen kann.
Was ist der Unterschied zwischen Workflow und Prozess?
Ein Prozess beschreibt einen übergeordneten fachlichen Ablauf und dessen Ziel. Ein Workflow konkretisiert einen solchen Ablauf oder einen Teil davon und legt fest, welche Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Regeln und Zustände den Ablauf bestimmen.
Wie dokumentiert man einen Workflow?
Dokumentiert werden sollten Zweck und Startbedingung, benötigte Daten, Aufgaben, Rollen, Regeln, Status und Übergänge, Ausnahmen sowie das gewünschte Ergebnis. Bei Bedarf kommen Fristen, Eskalationen und beteiligte Systeme hinzu.
Wann eignet sich ein Workflow für die Automatisierung?
Eine technische Automatisierung lässt sich sinnvoll vorbereiten, wenn Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Regeln, Status, Ausnahmen und benötigte Daten ausreichend eindeutig definiert sind. Dabei können auch nur einzelne geeignete Schritte automatisiert werden, statt den gesamten Workflow technisch abzubilden.
Muss ein Workflow mit BPMN modelliert werden?
Nein. Für einfache Abläufe kann ein übersichtliches Workflow- oder Swimlane-Diagramm ausreichen. BPMN eignet sich vor allem dann, wenn komplexere Abläufe mit Ereignissen, Entscheidungen und mehreren Pfaden nach einer standardisierten Notation modelliert werden sollen.
Fazit: Einen Workflow klar definieren und dokumentieren
Ein funktionierender Workflow entsteht nicht allein durch die richtige Reihenfolge von Aufgaben. Erst wenn auch Rollen, Entscheidungen, Status, Übergänge und relevante Ausnahmen eindeutig definiert sind, wird aus einem groben Ablauf eine belastbare Grundlage für die tägliche Arbeit.
Wer diese Zusammenhänge vor der technischen Umsetzung sauber dokumentiert, schafft gleichzeitig die Voraussetzung dafür, wiederkehrende Schritte gezielt zu automatisieren und beteiligte Systeme sinnvoll miteinander zu verbinden.
Workflow technisch automatisieren?
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