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Warum Excel in Unternehmen einfach nicht sterben will

- Ing. Jozef Nano

Excel ist in vielen Unternehmen ein bisschen wie der alte Drucker im Flur: Jeder weiß, dass er nicht die Zukunft ist, aber irgendwie rettet er trotzdem regelmäßig den Tag. Obwohl ERP-Systeme, Shops, CRM-Lösungen, PIM-Systeme, Portale und Automatisierungen längst zum Unternehmensalltag gehören, lebt Excel erstaunlich gesund weiter.

Und das ist zunächst gar nicht verwerflich. Excel ist schnell geöffnet, vertraut, flexibel und für viele Aufgaben erstaunlich praktisch. Eine Liste ist in wenigen Minuten erstellt, eine Formel schnell gebaut, ein Filter gesetzt, ein Export geöffnet. Kein Ticket, kein Projektplan, keine lange Abstimmung. Einfach machen.

Genau deshalb verschwindet Excel nicht einfach aus Unternehmen. Es ist oft nicht das Hauptsystem, aber es ist der Ort, an dem Dinge zwischendurch geklärt, sortiert, verglichen, korrigiert oder irgendwie gerettet werden. Excel wird zur Brücke zwischen Prozessen, Systemen und Menschen.

Problematisch wird es erst, wenn aus dieser Brücke eine dauerhafte Autobahn wird. Wenn Bestellungen, Produktdaten, Preise, Lagerbestände, Kundenlisten oder Freigaben regelmäßig über Tabellen laufen, obwohl eigentlich Systeme dafür zuständig sein sollten. Dann ist Excel nicht mehr nur ein Werkzeug, sondern ein Hinweis darauf, dass Prozesse, Datenflüsse oder Verantwortlichkeiten nicht sauber geregelt sind.

Spannend wird Excel vor allem dort, wo Tabellen regelmäßig gebraucht werden. Denn dann erzählen sie oft mehr über den Unternehmensalltag als jede Prozessdokumentation. Sie zeigen, wo Menschen pragmatische Lösungen finden, wo Systeme nicht ganz ausreichen und wo Prozesse vielleicht genauer betrachtet werden sollten.

Excel ist nicht das Problem. Meistens.

Excel hat in vielen Unternehmen einen schlechteren Ruf, als es verdient. Dabei ist Excel nicht automatisch ein Zeichen für schlechte Digitalisierung. Manchmal ist es einfach das passende Werkzeug: schnell, flexibel, bekannt und für kleine Auswertungen oder einmalige Listen vollkommen ausreichend.

Das Problem beginnt meist nicht mit der ersten Tabelle. Es beginnt mit der fünften Version derselben Tabelle, mit drei Kopien auf unterschiedlichen Laufwerken und mit der Frage, welche Datei jetzt eigentlich die richtige ist. Spätestens wenn jemand sagt: „Ich glaube, die aktuelle Version liegt bei Frau Müller im Ordner“, wird es spannend.

Excel ist stark, wenn Menschen schnell etwas prüfen, sortieren oder vergleichen müssen. Excel ist schwach, wenn es dauerhaft Aufgaben übernimmt, die eigentlich ein System, ein Prozess oder eine Schnittstelle lösen sollte.

Ein paar Beispiele zeigen den Unterschied:

  • Eine einmalige Auswertung für ein Meeting: meistens unkritisch.
  • Eine manuelle Preisliste, die jede Woche in den Shop übertragen wird: schon spannender.
  • Eine Lagerbestandsliste, die vor jeder Bestellung händisch geprüft wird: riskant.
  • Eine Kundendatei, die parallel zum ERP gepflegt wird: ein Warnsignal.
  • Eine Produktdaten-Tabelle, die alle für richtig halten, aber niemand verantwortet: Klassiker.

In solchen Fällen ist Excel nicht der eigentliche Fehler. Excel zeigt nur sichtbar, wo ein Prozess noch nicht sauber geregelt ist. Es wird zum Pflaster auf einer Stelle, die eigentlich eine bessere Lösung braucht.

Deshalb sollte die Frage nicht lauten: „Wie schaffen wir Excel komplett ab?“ Das wäre ungefähr so realistisch wie ein Büro ohne Kaffee. Die bessere Frage lautet: „Wo ist Excel hilfreich, und wo hält es heimlich einen kritischen Unternehmensprozess am Leben?“

Warum Excel so beliebt bleibt

Excel bleibt nicht deshalb so beliebt, weil Unternehmen moderne Systeme ablehnen. Excel bleibt beliebt, weil es ein Problem löst, das viele Systeme im Alltag nicht immer gut lösen: Menschen wollen schnell etwas sehen, ausprobieren, sortieren, berechnen oder vergleichen.

Ein ERP-System ist stark, wenn Prozesse klar definiert sind. Ein Shop ist stark, wenn Produkte, Preise und Bestellungen sauber laufen. Ein PIM ist stark, wenn Produktdaten strukturiert gepflegt werden. Excel ist stark, wenn jemand innerhalb von fünf Minuten eine Liste braucht, die gestern noch niemand vorgesehen hatte.

Genau darin liegt die eigentliche Stärke von Excel: Es wartet nicht auf ein Projekt. Es fragt nicht nach Rollenmodellen, Berechtigungskonzepten oder Schnittstellenbeschreibungen. Es öffnet sich einfach und sagt sinngemäß: „Na gut, dann bauen wir eben kurz eine Tabelle.“

Das macht Excel in Unternehmen so attraktiv:

  • Es ist vertraut. Fast jeder hat schon einmal damit gearbeitet.
  • Es ist schnell. Eine Liste, ein Filter oder eine Formel ist sofort erstellt.
  • Es ist flexibel. Spalten können ergänzt, Werte angepasst und Ideen getestet werden.
  • Es gibt Kontrolle. Nutzer sehen direkt, was sie ändern und berechnen.
  • Es braucht keine Abstimmung. Zumindest nicht am Anfang. Genau das ist Segen und Fluch zugleich.

Viele Excel-Dateien entstehen aus einem sehr nachvollziehbaren Grund: Ein Fachbereich braucht eine Lösung, aber das Hauptsystem kann sie nicht sofort liefern. Also wird exportiert, sortiert, ergänzt, gefiltert und wieder importiert. Oder auch nicht. Manchmal bleibt die Datei einfach liegen und wird plötzlich zum inoffiziellen Prozess.

Das erklärt, warum Excel selten auf einen Schlag verschwindet. Selbst wenn neue Systeme eingeführt werden, bleibt Excel oft als Denkwerkzeug, Kontrollinstrument oder Notlösung bestehen. Es ist der schnelle Seiteneingang, wenn der offizielle Haupteingang gerade klemmt.

Die Herausforderung liegt deshalb nicht darin, Excel zu verbieten. Die Herausforderung liegt darin zu erkennen, wann Excel nützlich bleibt und wann es ein Zeichen dafür ist, dass ein Prozess noch nicht im richtigen System angekommen ist.

Wann Excel praktisch ist

Es gibt viele Situationen, in denen Excel genau das richtige Werkzeug ist. Nicht jede Liste braucht ein eigenes System, nicht jede Auswertung eine Schnittstelle und nicht jede Idee sofort ein Automatisierungsprojekt. Manchmal ist eine einfache Tabelle die schnellste und vernünftigste Lösung.

Excel ist besonders praktisch, wenn Informationen kurzfristig gesammelt, verglichen oder vorbereitet werden müssen. Zum Beispiel vor einem Workshop, für eine einmalige Analyse, für eine schnelle Plausibilitätsprüfung oder um Daten aus verschiedenen Quellen nebeneinanderzulegen.

Typische sinnvolle Einsatzbereiche sind:

  • eine einmalige Liste für ein Meeting oder eine Entscheidung,
  • ein schneller Vergleich von Preisen, Artikeln oder Kundengruppen,
  • eine temporäre Auswertung aus ERP, Shop oder CRM,
  • eine Vorbereitung von Daten vor einer Bereinigung,
  • eine einfache Kontrolle nach einem Export oder Import,
  • ein erster Entwurf für neue Felder, Regeln oder Prozessschritte.

In solchen Fällen ist Excel nicht der Gegner der Digitalisierung. Es ist eher das digitale Notizbuch für Menschen, die schnell verstehen wollen, was gerade passiert. Gerade in frühen Projektphasen kann eine Tabelle helfen, Gedanken zu ordnen, Daten sichtbar zu machen und Fragen zu konkretisieren.

Auch für Fachbereiche ist Excel oft hilfreich, weil es einen direkten Blick auf Daten ermöglicht. Wer mit Kunden, Produkten, Preisen, Beständen oder Aufträgen arbeitet, kann in Excel schnell Muster erkennen: fehlende Werte, unlogische Kategorien, doppelte Datensätze oder Ausnahmen, die im Systemalltag leicht untergehen.

Problematisch wird Excel erst, wenn niemand mehr weiß, ob die Tabelle noch Hilfsmittel oder bereits Prozessbestandteil ist. Eine Datei, die einmal für eine schnelle Analyse erstellt wurde, kann nach einigen Monaten plötzlich zur entscheidenden Grundlage für Preise, Bestellungen oder Produktdaten werden. Dann hat Excel heimlich eine Beförderung bekommen, ohne dass jemand die Stellenbeschreibung angepasst hat.

Wann Excel gefährlich wird

Excel wird nicht dadurch gefährlich, dass jemand eine Tabelle erstellt. Gefährlich wird es, wenn eine Tabelle dauerhaft Aufgaben übernimmt, für die eigentlich klare Prozesse, Systeme oder Datenflüsse zuständig sein sollten.

Das passiert oft schleichend. Erst ist die Datei nur eine Übergangslösung. Dann wird sie jede Woche aktualisiert. Danach bekommt sie zusätzliche Spalten, ein paar Formeln, vielleicht noch ein zweites Tabellenblatt. Irgendwann fragt niemand mehr, warum es diese Datei gibt. Alle fragen nur noch, ob sie schon aktualisiert wurde.

Besonders kritisch wird Excel, wenn wichtige Unternehmensdaten parallel zu ERP, Shop, CRM, PIM oder Warenwirtschaft gepflegt werden. Dann entstehen schnell mehrere Wahrheiten: Im System steht ein Preis, in der Tabelle ein anderer. Im Shop ist ein Produkt aktiv, in Excel aber schon abgekündigt. Im ERP steht ein Bestand, der im Alltag niemandem mehr ganz geheuer ist.

Typische Warnsignale sind:

  • mehrere Versionen derselben Datei,
  • manuelle Importe und Exporte als regelmäßiger Prozess,
  • kritische Entscheidungen auf Basis einzelner Tabellen,
  • unklare Verantwortlichkeit für Datenänderungen,
  • Formeln, die niemand mehr anfassen möchte,
  • Dateien, die nur eine Person wirklich versteht,
  • Daten, die im System anders aussehen als in Excel.

Spätestens dann geht es nicht mehr nur um eine Tabelle. Es geht um Datenqualität, Verantwortlichkeiten und die Frage, wie Informationen zwischen Systemen fließen. Eine saubere Datenintegration kann helfen, solche Brüche zu reduzieren, weil Daten nicht mehr manuell zwischen Systemen und Tabellen hin- und hergeschoben werden müssen.

Ein weiteres Risiko ist die Unsichtbarkeit. Ein offizielles System hat Rollen, Rechte, Protokolle, Schnittstellen und meist auch klare Zuständigkeiten. Eine Excel-Datei hat oft nur einen Dateinamen, einen Speicherort und die stille Hoffnung, dass niemand versehentlich die falsche Spalte sortiert.

Excel wird also nicht gefährlich, weil es schlecht ist. Excel wird gefährlich, wenn es besser organisiert wirkt als der eigentliche Prozess. Dann ist die Tabelle nicht mehr das Werkzeug, sondern das Warnlicht auf dem Armaturenbrett.

Die berühmte Datei „final_final_neu.xlsx“

Fast jedes Unternehmen kennt sie: die Datei mit einem Namen, der mehr über den Projektverlauf erzählt als jedes Protokoll. Preisliste_final.xlsx. Preisliste_final_neu.xlsx. Preisliste_final_neu_wirklich.xlsx. Und irgendwo liegt vermutlich noch eine Version mit dem Zusatz bitte_diese_nehmen.

Solche Dateinamen sind nicht nur lustig. Sie zeigen, dass ein Prozess versucht, sich selbst zu organisieren. Wenn eine Tabelle immer neue Versionen bekommt, liegt das selten daran, dass Menschen besonders gerne Dateien umbenennen. Meistens fehlt ein klarer Ort, an dem Daten gepflegt, geprüft, freigegeben und verteilt werden.

Besonders spannend wird es, wenn mehrere Personen gleichzeitig mit solchen Dateien arbeiten. Eine Abteilung ergänzt Preise, eine andere korrigiert Produktnamen, jemand passt Lieferzeiten an und eine weitere Person importiert am Ende irgendetwas in den Shop. Wenn alles gut geht, merkt niemand etwas. Wenn etwas schiefgeht, beginnt die Suche nach der richtigen Version.

Die typische Frage lautet dann nicht mehr: „Ist der Prozess sauber?“ Sondern: „Wer hat die aktuelle Datei?“ Das klingt harmlos, ist aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass Verantwortung, Datenquelle und Freigabeweg nicht eindeutig geregelt sind.

Excel-Dateien mit kreativen Namen sind deshalb oft kleine Warnschilder. Sie sagen: Hier wird etwas Wichtiges manuell zusammengehalten. Vielleicht funktioniert es noch, weil alle Beteiligten aufmerksam sind. Vielleicht funktioniert es auch nur, weil eine bestimmte Person genau weiß, welche Spalte nicht sortiert werden darf.

Das Problem ist nicht der Dateiname. Das Problem ist, dass hinter solchen Dateien oft ein Prozess steckt, der zu wichtig geworden ist, um nur in einer Tabelle zu leben.

Was Excel über Prozesse verrät

Excel-Dateien sind oft ehrlicher als Prozessdokumentationen. In einer Prozessbeschreibung steht vielleicht, dass Daten automatisch aus dem ERP in den Shop übertragen werden. In der Praxis liegt daneben aber eine Tabelle, in der jeden Montag Preise kontrolliert, Bestände angepasst oder Produkttexte korrigiert werden.

Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Excel-Dateien im Unternehmen. Sie zeigen, wo Prozesse nicht so laufen, wie sie offiziell gedacht sind. Sie zeigen, wo Systeme Lücken lassen, wo Daten mehrfach gepflegt werden und wo Mitarbeitende sich eigene Wege gebaut haben, damit die Arbeit trotzdem funktioniert.

Typische Fragen sind:

  • Welche Excel-Dateien werden regelmäßig genutzt?
  • Welche davon enthalten geschäftskritische Daten?
  • Welche Dateien werden manuell aus Systemen exportiert oder wieder importiert?
  • Welche Tabellen ersetzen Freigaben, Kontrollen oder Abstimmungen?
  • Welche Dateien versteht nur eine bestimmte Person?
  • Welche Datei würde sofort fehlen, wenn sie morgen nicht mehr da wäre?

Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, erkennt oft sehr schnell, welche Prozesse genauer betrachtet werden sollten. Excel wird dann nicht als Störfaktor gesehen, sondern als Hinweisgeber. Die Tabelle zeigt, wo etwas geregelt, vereinfacht oder digital besser abgebildet werden kann.

Gerade beim Digitalisieren von Geschäftsprozessen ist dieser Blick wertvoll. Denn Digitalisierung beginnt selten mit der Frage, welches neue Tool gekauft werden soll. Sie beginnt oft mit der Frage, warum eine bestimmte Tabelle überhaupt gebraucht wird.

Manchmal zeigt Excel, dass ein Systemfeld fehlt. Manchmal zeigt es, dass ein Freigabeprozess nicht klar geregelt ist. Manchmal zeigt es, dass Daten aus zwei Systemen zusammengeführt werden müssen. Und manchmal zeigt es einfach, dass Menschen einen pragmatischen Weg gefunden haben, den offiziellen Prozess zu überleben.

In jedem Fall lohnt sich der Blick hinter die Tabelle. Denn dort sitzt meistens nicht Excel als Problem, sondern ein Prozess, der noch nicht ganz erwachsen geworden ist.

Von Excel zu sauberen Prozessen

Der Weg weg von kritischen Excel-Dateien beginnt selten mit einem Verbot. Wer Excel einfach abschafft, ohne den dahinterliegenden Prozess zu verstehen, bekommt meistens nur neue Workarounds. Dann heißt die Datei vielleicht nicht mehr Excel, sondern Export, Zwischenliste, manuelle Kontrolle oder temporäre Ablage. Das Problem bleibt.

Sinnvoller ist es, zuerst zu unterscheiden: Welche Tabellen sind harmlose Hilfsmittel, und welche Tabellen tragen bereits Verantwortung für wichtige Abläufe?

Eine Excel-Datei sollte genauer betrachtet werden, wenn sie regelmäßig genutzt wird, geschäftskritische Daten enthält oder manuelle Arbeitsschritte zwischen Systemen ersetzt. Besonders spannend sind Tabellen, die Preise, Bestände, Produktdaten, Kundendaten, Bestellungen, Freigaben oder Auswertungen steuern.

Der erste Schritt ist deshalb nicht die Automatisierung, sondern das Verstehen:

  • Welche Aufgabe erfüllt die Tabelle?
  • Welche Daten werden darin gepflegt oder korrigiert?
  • Aus welchen Systemen kommen die Daten?
  • Wohin werden sie anschließend übertragen?
  • Wer entscheidet, ob die Daten richtig sind?
  • Welche Fehler entstehen, wenn die Tabelle nicht aktuell ist?

Erst danach lässt sich entscheiden, was mit dem Prozess passieren sollte. Manchmal reicht es, Daten im bestehenden System sauberer zu pflegen. Manchmal braucht es eine Schnittstelle. Manchmal muss ein Freigabeprozess definiert werden. Und manchmal lohnt sich eine gezielte Prozessautomatisierung, damit wiederkehrende Arbeit nicht dauerhaft manuell über Tabellen laufen muss.

Wichtig ist dabei, nicht jede Excel-Datei sofort in Software zu verwandeln. Eine einmalige Analyse darf eine Tabelle bleiben. Ein wiederkehrender, fehleranfälliger und geschäftskritischer Ablauf sollte dagegen nicht dauerhaft von Copy & Paste, persönlichem Wissen und Dateinamen mit mehreren Unterstrichen abhängen.

Saubere Prozesse entstehen, wenn klar ist, welches System welche Daten führt, welche Schritte automatisiert werden können und wo Menschen bewusst prüfen oder entscheiden sollen. Dann wird Excel nicht verbannt, sondern wieder auf seine eigentliche Rolle zurückgesetzt: als Werkzeug, nicht als heimliche Prozessplattform.

Wie maexware Unternehmen dabei unterstützt

maexware betrachtet Excel-Dateien nicht automatisch als Problem. Oft sind sie ein wertvoller Hinweis darauf, wie Arbeit im Unternehmen tatsächlich funktioniert. Gerade deshalb lohnt es sich, nicht nur auf Systeme zu schauen, sondern auch auf die kleinen Tabellen, Exporte und Zwischenlisten, die den Alltag am Laufen halten.

In Projekten geht es deshalb zuerst um die Frage, welche Rolle Excel wirklich spielt. Ist die Tabelle ein praktisches Hilfsmittel? Eine einmalige Auswertung? Eine Kontrollliste? Oder ist sie längst Teil eines wichtigen Prozesses geworden, ohne dass es offiziell so genannt wird?

maexware unterstützt Unternehmen dabei, solche Situationen strukturiert zu bewerten:

  • Welche Excel-Dateien werden regelmäßig genutzt?
  • Welche Daten sind darin enthalten?
  • Welche Systeme liefern oder erhalten diese Daten?
  • Welche manuellen Schritte entstehen rund um die Tabelle?
  • Welche Fehler oder Verzögerungen treten immer wieder auf?
  • Welche Prozesse lassen sich durch bessere Datenflüsse, Schnittstellen oder Automatisierung vereinfachen?

Daraus muss nicht sofort ein großes Softwareprojekt entstehen. Manchmal reicht eine klarere Datenverantwortung. Manchmal hilft eine bessere Struktur im bestehenden System. Manchmal braucht es eine Schnittstelle zwischen ERP, Shop, PIM oder CRM. Und manchmal zeigt sich, dass ein manueller Tabellenprozess so wichtig geworden ist, dass er dauerhaft stabiler gelöst werden sollte.

Der Vorteil einer solchen Analyse ist, dass Unternehmen nicht blind automatisieren. Es wird zuerst verstanden, warum Excel überhaupt genutzt wird. Erst danach wird entschieden, ob ein Prozess vereinfacht, digitalisiert, integriert oder automatisiert werden sollte.

So bleibt Excel dort, wo es sinnvoll ist: als schnelles Werkzeug für Auswertungen, Ideen und Kontrollen. Und es verschwindet dort Schritt für Schritt, wo es heimlich Aufgaben übernommen hat, die besser in sauberen Prozessen und verbundenen Systemen aufgehoben sind.

Fazit: Excel darf bleiben, aber nicht alles tragen

Excel wird in Unternehmen wahrscheinlich nicht so schnell verschwinden. Und das ist auch in Ordnung. Für schnelle Analysen, einfache Listen, Kontrollen, Ideen und einmalige Auswertungen ist Excel weiterhin ein nützliches Werkzeug.

Problematisch wird es erst, wenn Excel dauerhaft Prozesse ersetzt, Daten zwischen Systemen zusammenhält oder geschäftskritische Entscheidungen auf Basis einzelner Dateien getroffen werden. Dann ist die Tabelle nicht mehr nur praktisch, sondern ein Hinweis darauf, dass Prozesse, Datenflüsse oder Verantwortlichkeiten genauer betrachtet werden sollten.

Die Frage ist also nicht, ob Excel gut oder schlecht ist. Die bessere Frage lautet: Welche Excel-Dateien helfen wirklich, und welche halten heimlich einen Prozess am Leben, der eigentlich stabiler gelöst werden sollte?

Wenn Unternehmen diese Frage ehrlich beantworten, entsteht oft ein sehr klarer Blick auf die nächsten Schritte. Manche Tabellen dürfen bleiben. Manche sollten besser strukturiert werden. Und manche sind ein guter Ausgangspunkt, um Prozesse zu digitalisieren, Datenflüsse zu verbinden oder wiederkehrende Arbeit zu automatisieren.

Excel muss also nicht sterben. Es sollte nur nicht mehr allein für Dinge verantwortlich sein, die eigentlich ein Prozess, ein System oder eine saubere Integration tragen sollte.

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