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Softwarearten im Überblick: Welche Arten von Software gibt es?

- Ing. Jozef Nano

Software lässt sich in unterschiedliche Arten und Kategorien einteilen. Zu den bekannten Begriffen gehören beispielsweise Systemsoftware, Anwendungssoftware, Standardsoftware, Individualsoftware, proprietäre Software oder Open Source Software. Diese Begriffe beschreiben jedoch nicht immer dieselbe Eigenschaft einer Software und lassen sich deshalb nicht einfach als gleichrangige Softwarearten nebeneinanderstellen.

Je nach Betrachtungsweise kann Software nach ihrer technischen Funktion, ihrer Entwicklung und Bereitstellung, dem Lizenzmodell oder ihrem Einsatzbereich unterschieden werden. Eine Anwendung kann dadurch gleichzeitig mehreren Softwarearten angehören. Ein ERP-System kann beispielsweise Anwendungssoftware, Standardsoftware, Unternehmenssoftware und proprietäre Software zugleich sein.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Arten von Software, erklärt die unterschiedlichen Software-Kategorien anhand konkreter Beispiele und zeigt, nach welchen Kriterien sie sich sinnvoll unterscheiden lassen. Dabei betrachten wir unter anderem Systemsoftware und Anwendungssoftware, Standardsoftware und Individualsoftware sowie proprietäre und Open Source Software.

Was sind Softwarearten?

Softwarearten sind Kategorien, mit denen sich Software nach bestimmten Merkmalen einordnen lässt. Dabei gibt es jedoch nicht nur eine einzige Möglichkeit der Einteilung. Welche Kategorie sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Eigenschaft einer Software betrachtet werden soll.

So kann Software beispielsweise danach unterschieden werden, welche Funktion sie erfüllt, wie sie entwickelt und bereitgestellt wird, unter welchen Lizenzbedingungen sie genutzt werden kann oder für welchen Einsatzbereich sie vorgesehen ist. Systemsoftware und Anwendungssoftware beschreiben beispielsweise eine andere Eigenschaft als Standardsoftware und Individualsoftware.

Deshalb schließen sich verschiedene Software-Kategorien nicht automatisch gegenseitig aus. Eine Anwendung kann mehreren Kategorien gleichzeitig zugeordnet werden. Die Bezeichnung einer Softwareart beantwortet also immer eine bestimmte Frage über die Software – etwa welche Aufgabe sie erfüllt, wie sie entstanden ist oder in welchem Bereich sie eingesetzt wird.

Welche Arten von Software gibt es?

Software kann nach unterschiedlichen Kriterien in verschiedene Arten eingeteilt werden. Eine grundlegende Unterscheidung erfolgt nach der technischen Funktion zwischen Systemsoftware und Anwendungssoftware. Daneben gibt es weitere Einteilungen, beispielsweise nach Entwicklung und Bereitstellung, Lizenzmodell oder Einsatzbereich.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kategorien von Software und macht deutlich, nach welchem Kriterium sie jeweils unterschieden werden:

Kriterium

Softwarearten

Was wird unterschieden?

Technische Funktion

Systemsoftware und Anwendungssoftware

Welche grundlegende Aufgabe die Software innerhalb eines Computersystems oder für den Anwender erfüllt.

Entwicklung und Bereitstellung

Standardsoftware und Individualsoftware

Ob eine Software für viele Anwender entwickelt oder gezielt für individuelle Anforderungen erstellt wird.

Lizenzmodell

Proprietäre Software und Open Source Software

Unter welchen Bedingungen die Software genutzt, eingesehen, verändert und weitergegeben werden kann.

Einsatzbereich

Unternehmenssoftware, Branchensoftware und weitere Fachsoftware

Für welche Aufgaben, Anwendergruppen oder Einsatzgebiete die Software vorgesehen ist.

Diese Einteilungen betrachten Software aus unterschiedlichen Perspektiven. Deshalb sind beispielsweise Anwendungssoftware und Standardsoftware keine Gegensätze: Eine Standardsoftware kann gleichzeitig eine Anwendungssoftware sein. Ebenso kann eine Unternehmenssoftware als Standardsoftware oder als individuell entwickelte Lösung umgesetzt werden.

Systemsoftware und Anwendungssoftware

Eine grundlegende Einteilung von Software erfolgt nach ihrer Funktion. Dabei wird zwischen Systemsoftware und Anwendungssoftware unterschieden. Systemsoftware stellt technische Grundlagen für den Betrieb eines Computers oder Geräts bereit, während Anwendungssoftware konkrete Aufgaben für den Nutzer erfüllt.

Was ist Systemsoftware?

Systemsoftware umfasst Programme, die den Betrieb eines Computersystems ermöglichen oder dessen technische Ressourcen verwalten. Sie bildet damit eine Grundlage, auf der andere Programme ausgeführt werden können, und arbeitet häufig im Hintergrund.

Typische Beispiele für Systemsoftware sind Betriebssysteme, Gerätetreiber und systemnahe Dienstprogramme. Ein Betriebssystem verwaltet beispielsweise Hardware-Ressourcen, Dateien, Speicher und laufende Prozesse und stellt grundlegende Funktionen für weitere Software bereit.

Was ist Anwendungssoftware?

Anwendungssoftware umfasst Programme, die für konkrete Aufgaben oder Anwendungsbereiche entwickelt werden. Im Mittelpunkt steht nicht der grundlegende Betrieb des Computersystems, sondern eine Funktion, die ein Nutzer oder ein Unternehmen mit der Software ausführen möchte.

Typische Beispiele für Anwendungssoftware sind Textverarbeitungsprogramme, Tabellenkalkulationen, Webbrowser, Grafikprogramme oder Kommunikationssoftware. Auch betriebliche Anwendungen wie ERP-Systeme, CRM-Systeme, Warenwirtschaftssysteme und Shopsysteme gehören zur Anwendungssoftware.

Systemsoftware und Anwendungssoftware: Was ist der Unterschied?

Der wichtigste Unterschied liegt in ihrer Aufgabe: Systemsoftware schafft und verwaltet die technische Umgebung, die für den Betrieb eines Systems notwendig ist. Anwendungssoftware nutzt diese Umgebung, um konkrete Aufgaben für Anwender zu erfüllen.

Kriterium

Systemsoftware

Anwendungssoftware

Hauptaufgabe

Betrieb und Verwaltung des Computersystems unterstützen

Konkrete Aufgaben für Nutzer oder Unternehmen erfüllen

Bezug zum Nutzer

Arbeitet häufig als technische Grundlage im Hintergrund

Wird für bestimmte Anwendungen und Arbeitsaufgaben eingesetzt

Typische Beispiele

Betriebssysteme, Gerätetreiber, systemnahe Dienstprogramme

Office-Programme, Browser, ERP-, CRM- und Shopsysteme

Die Unterscheidung beschreibt damit die Funktion einer Software. Sie sagt dagegen noch nichts darüber aus, ob eine Anwendung als Standardsoftware oder Individualsoftware entwickelt wurde oder unter welchem Lizenzmodell sie angeboten wird.

Standardsoftware und Individualsoftware

Software kann auch danach unterschieden werden, ob sie für einen größeren Anwenderkreis entwickelt oder gezielt an individuelle Anforderungen angepasst wird. Diese Einteilung beschreibt nicht die technische Funktion einer Software, sondern die Art ihrer Entwicklung und Ausrichtung.

Standardsoftware wird für viele Anwender oder Unternehmen entwickelt und stellt einen bereits definierten Funktionsumfang bereit. Typische Anforderungen werden durch vorhandene Funktionen, Konfigurationen, Module oder Erweiterungen abgedeckt. Dazu können beispielsweise Office-Programme, ERP-Systeme, CRM-Systeme oder Shopsysteme gehören.

Individualsoftware wird dagegen für konkrete Anforderungen eines Unternehmens oder eines bestimmten Anwendungsfalls entwickelt. Funktionen, Prozesse, Datenstrukturen und Schnittstellen können dabei gezielt an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

Standardsoftware und Individualsoftware bilden deshalb keine Alternative zu Systemsoftware und Anwendungssoftware. Eine Anwendungssoftware kann beispielsweise als Standardsoftware angeboten oder individuell entwickelt werden. Auch Kombinationen sind möglich, bei denen bestehende Standardsoftware durch individuelle Funktionen, Anwendungen oder Schnittstellen ergänzt wird.

Welche Unterschiede bei Anpassbarkeit, Kosten, Integration und langfristiger Weiterentwicklung relevant sind und wann welcher Ansatz sinnvoll ist, zeigt unser ausführlicher Vergleich Standardsoftware vs. Individualsoftware.

Proprietäre Software und Open Source Software

Eine weitere Möglichkeit, Software zu unterscheiden, ist das Lizenz- und Nutzungsmodell. Dabei geht es nicht darum, welche Funktion eine Software erfüllt oder für welchen Einsatzbereich sie entwickelt wurde, sondern unter welchen Bedingungen sie genutzt, eingesehen, verändert und weitergegeben werden darf.

Was ist proprietäre Software?

Proprietäre Software wird unter Lizenzbedingungen bereitgestellt, die vom jeweiligen Rechteinhaber festgelegt werden. Der Quellcode ist für Nutzer in der Regel nicht frei zugänglich, und Nutzung, Veränderung oder Weitergabe der Software sind an die Bedingungen der jeweiligen Lizenz gebunden.

Typische Beispiele für proprietäre Software sind viele kommerzielle Betriebssysteme, Office-Anwendungen, Grafikprogramme sowie zahlreiche ERP-, CRM- oder andere Unternehmenslösungen. Ob eine Software proprietär ist, sagt dabei nichts darüber aus, ob sie Systemsoftware oder Anwendungssoftware ist.

Was ist Open Source Software?

Bei Open Source Software ist der Quellcode unter einer Open-Source-Lizenz zugänglich. Abhängig von der jeweiligen Lizenz darf die Software genutzt, untersucht, verändert und weitergegeben werden. Welche Bedingungen dabei gelten, unterscheidet sich zwischen den einzelnen Open-Source-Lizenzen.

Open Source beschreibt damit ebenfalls keine bestimmte technische Funktion. Sowohl Systemsoftware als auch Anwendungssoftware können als Open Source bereitgestellt werden. Ebenso kann Open-Source-Software im privaten Bereich, in Unternehmen oder für branchenspezifische Anwendungen eingesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen proprietärer Software und Open Source Software?

Der wesentliche Unterschied liegt in den Rechten und Bedingungen, unter denen der Quellcode und die Software genutzt werden können. Proprietäre und Open-Source-Software unterscheiden sich damit vor allem hinsichtlich ihres Lizenzmodells und nicht hinsichtlich ihrer grundlegenden Funktion.

Kriterium

Proprietäre Software

Open Source Software

Quellcode

Für Nutzer in der Regel nicht frei zugänglich

Unter einer Open-Source-Lizenz zugänglich

Veränderung

Nach den Vorgaben und Rechten des jeweiligen Lizenzmodells

Nach den Bedingungen der jeweiligen Open-Source-Lizenz möglich

Weitergabe

Durch die jeweiligen Lizenzbedingungen geregelt

Nach den Bedingungen der jeweiligen Open-Source-Lizenz möglich

Softwareart

Kann beispielsweise System- oder Anwendungssoftware sein

Kann ebenfalls System- oder Anwendungssoftware sein

Softwarearten nach Einsatzbereich

Software kann auch danach eingeordnet werden, für welche Aufgaben, Nutzergruppen oder Einsatzgebiete sie entwickelt wurde. Im Unterschied zur technischen Einteilung in Systemsoftware und Anwendungssoftware steht hier also der konkrete Anwendungsbereich im Mittelpunkt.

Auf diese Weise entstehen Bezeichnungen wie Unternehmenssoftware, Branchensoftware oder Fachsoftware. Auch diese Kategorien können sich mit den zuvor beschriebenen Softwarearten überschneiden: Eine Branchensoftware kann beispielsweise gleichzeitig Anwendungssoftware, Standardsoftware und proprietäre Software sein.

Unternehmenssoftware

Unternehmenssoftware bezeichnet Softwarelösungen, die betriebliche Aufgaben, Prozesse und Daten unterstützen. Dazu gehören beispielsweise ERP-Systeme, Warenwirtschaftssysteme, CRM-Systeme, PIM-Systeme, E-Commerce-Lösungen oder Anwendungen zur Unterstützung und Automatisierung von Geschäftsprozessen.

Der Begriff beschreibt damit vor allem den Einsatzkontext und keine einzelne technische Softwareart. Unternehmenssoftware kann als Standardsoftware verfügbar sein, individuell entwickelt werden oder aus mehreren miteinander verbundenen Anwendungen bestehen.

Welche Systeme Unternehmen typischerweise einsetzen, welche Aufgaben sie übernehmen und wie daraus eine sinnvolle Softwarelandschaft entsteht, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur Unternehmenssoftware.

Branchensoftware

Branchensoftware ist auf die Anforderungen einer bestimmten Branche oder eines bestimmten Wirtschaftszweigs ausgerichtet. Sie bildet Funktionen, Datenstrukturen oder Abläufe ab, die in diesem Einsatzgebiet regelmäßig benötigt werden.

Beispiele sind Softwarelösungen für Handel, Produktion, Logistik, Gesundheitswesen, Bauwesen oder andere spezialisierte Bereiche. Branchensoftware kann als Standardlösung für viele Unternehmen einer Branche angeboten oder individuell für einen bestimmten Betrieb entwickelt werden.

Weitere Fach- und Anwendungsbereiche

Software lässt sich nach ihrem Einsatzgebiet noch wesentlich feiner einteilen. Dazu gehören beispielsweise Office-Software, Grafiksoftware, Kommunikationssoftware, Entwicklungssoftware, Buchhaltungssoftware oder Software für wissenschaftliche und technische Aufgaben.

Solche Bezeichnungen beschreiben vor allem, wofür eine Software eingesetzt wird. Sie bilden deshalb keine konkurrierende Klassifikation zu Begriffen wie Systemsoftware, Standardsoftware oder Open Source Software, sondern betrachten die Software aus einer anderen Perspektive.

Softwarearten und Beispiele im Überblick

Die verschiedenen Softwarearten lassen sich besonders gut anhand konkreter Beispiele unterscheiden. Entscheidend ist dabei, nach welchem Kriterium eine Software betrachtet wird. Dieselbe Anwendung kann deshalb gleichzeitig mehreren Kategorien zugeordnet werden.

Die folgende Übersicht zeigt typische Softwarearten und Beispiele und ordnet sie nach technischer Funktion, Entwicklung und Bereitstellung, Lizenzmodell sowie Einsatzbereich ein:

Beispiel

Technische Funktion

Entwicklung und Bereitstellung

Lizenzmodell

Einsatzbereich

Betriebssystem

Systemsoftware

meist Standardsoftware

proprietär oder Open Source

Betrieb von Computersystemen

Textverarbeitung

Anwendungssoftware

meist Standardsoftware

proprietär oder Open Source

Office und Dokumentenerstellung

ERP-System

Anwendungssoftware

Standardsoftware oder Individualsoftware

abhängig von der Lösung

Unternehmenssoftware

CRM-System

Anwendungssoftware

Standardsoftware oder Individualsoftware

abhängig von der Lösung

Unternehmenssoftware

Individuelle Webanwendung

Anwendungssoftware

Individualsoftware

abhängig von der Umsetzung und Lizenzierung

abhängig vom Anwendungsfall

Branchenspezifische Anwendung

Anwendungssoftware

Standardsoftware oder Individualsoftware

abhängig von der Lösung

Branchensoftware

Die Tabelle zeigt, warum Begriffe wie Anwendungssoftware, Standardsoftware, proprietäre Software und Unternehmenssoftware nicht als alternative Kategorien auf derselben Ebene verstanden werden sollten. Sie beantworten unterschiedliche Fragen über eine Software und können sich deshalb überschneiden.

Warum eine Software zu mehreren Softwarearten gehören kann

Die Zuordnung zu einer Softwareart hängt davon ab, welches Merkmal betrachtet wird. Technische Funktion, Entwicklung, Lizenzmodell und Einsatzbereich sind voneinander unabhängige Kriterien. Deshalb kann dieselbe Software gleichzeitig mehrere unterschiedliche Bezeichnungen tragen, ohne dass sich diese widersprechen.

Ein ERP-System ist beispielsweise eine Anwendungssoftware, weil es konkrete betriebliche Aufgaben unterstützt. Gleichzeitig kann es als Standardsoftware für viele Unternehmen angeboten werden, unter einer proprietären Lizenz stehen und aufgrund seines Einsatzbereichs zur Unternehmenssoftware gehören.

Eine individuell entwickelte Anwendung kann ebenfalls Anwendungssoftware sein. Der Begriff Individualsoftware beschreibt in diesem Fall nicht ihre Funktion, sondern die Art ihrer Entwicklung. Wird die Anwendung beispielsweise speziell für Prozesse eines Logistikunternehmens entwickelt, kann sie zusätzlich als Unternehmenssoftware und je nach fachlicher Ausrichtung auch als Branchensoftware eingeordnet werden.

Bei der Einordnung ist deshalb nicht nur die Frage „Welche Softwareart ist das?“ entscheidend. Präziser ist die Frage, nach welchem Kriterium eine Software klassifiziert werden soll. Erst dadurch wird deutlich, warum mehrere Softwarearten gleichzeitig zutreffen können.

Wie lassen sich Softwarearten richtig unterscheiden?

Um eine Software sinnvoll einzuordnen, sollte zunächst geklärt werden, nach welchem Merkmal sie betrachtet wird. Statt verschiedene Begriffe direkt miteinander zu vergleichen, helfen vier Fragen dabei, die passende Kategorie zu bestimmen.

  1. Welche Funktion erfüllt die Software?
    Hier wird zwischen Systemsoftware und Anwendungssoftware unterschieden. Entscheidend ist, ob die Software vor allem technische Grundlagen bereitstellt oder konkrete Aufgaben für Anwender erfüllt.

  2. Wie wurde die Software entwickelt und bereitgestellt?
    Diese Frage führt zur Unterscheidung zwischen Standardsoftware und Individualsoftware. Dabei geht es darum, ob eine Lösung für viele Anwender konzipiert oder gezielt für individuelle Anforderungen entwickelt wurde.

  3. Unter welchen Bedingungen wird die Software genutzt?
    Das Lizenzmodell bestimmt unter anderem, welche Rechte für Nutzung, Quellcode, Veränderung und Weitergabe gelten. Hier lassen sich beispielsweise proprietäre Software und Open Source Software unterscheiden.

  4. Für welchen Einsatzbereich ist die Software vorgesehen?
    Diese Perspektive beschreibt den fachlichen oder betrieblichen Einsatz. Eine Software kann beispielsweise als Unternehmenssoftware, Branchensoftware oder Fachsoftware eingeordnet werden.

Erst die Kombination dieser Fragen ergibt eine präzise Einordnung. Statt eine Anwendung nur einer einzigen Softwareart zuzuweisen, lässt sich so beschreiben, welche Funktion sie erfüllt, wie sie entwickelt wurde, welchem Lizenzmodell sie folgt und in welchem Bereich sie eingesetzt wird.

Welche Softwarearten sind für Unternehmen relevant?

Für Unternehmen ist meist nicht eine einzelne Softwareart entscheidend. Relevant ist vielmehr, welche Aufgaben eine Software übernehmen soll, welche Prozesse sie unterstützt und wie sie sich in die bestehende Systemlandschaft einfügt.

Im betrieblichen Umfeld kommt vor allem Anwendungssoftware zum Einsatz, die konkrete fachliche oder organisatorische Aufgaben unterstützt. Je nach Anforderungen kann es sich dabei um Standardsoftware, Individualsoftware oder eine Kombination aus bestehenden Systemen und individuellen Erweiterungen handeln. Auch das Lizenzmodell und branchenspezifische Anforderungen können bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Entscheidend ist deshalb weniger, möglichst viele unterschiedliche Softwarelösungen einzusetzen, sondern die passenden Systeme für Prozesse und Anforderungen auszuwählen. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, welche Daten zwischen Anwendungen ausgetauscht werden müssen und welche Systeme langfristig zusammenarbeiten sollen.

FAQ zu Softwarearten

Welche Arten von Software gibt es?

Software kann nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt werden. Nach ihrer technischen Funktion unterscheidet man beispielsweise Systemsoftware und Anwendungssoftware. Weitere Einteilungen sind Standardsoftware und Individualsoftware nach Entwicklung und Bereitstellung, proprietäre Software und Open Source Software nach dem Lizenzmodell sowie Unternehmenssoftware oder Branchensoftware nach dem Einsatzbereich.

Was sind Beispiele für Softwarearten?

Beispiele für Softwarearten sind Systemsoftware, Anwendungssoftware, Standardsoftware, Individualsoftware, proprietäre Software, Open Source Software, Unternehmenssoftware und Branchensoftware. Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Eigenschaften einer Software und stehen deshalb nicht alle auf derselben Klassifikationsebene.

Was ist der Unterschied zwischen Systemsoftware und Anwendungssoftware?

Systemsoftware stellt grundlegende Funktionen für den Betrieb eines Computersystems bereit und verwaltet technische Ressourcen. Anwendungssoftware dient dagegen dazu, konkrete Aufgaben für Nutzer auszuführen, beispielsweise Texte zu bearbeiten, zu kommunizieren oder betriebliche Prozesse zu unterstützen.

Ist ein Betriebssystem Systemsoftware?

Ja. Ein Betriebssystem gehört zur Systemsoftware, weil es grundlegende Funktionen eines Computersystems bereitstellt, Hardware-Ressourcen verwaltet und eine Umgebung schafft, in der Anwendungssoftware ausgeführt werden kann.

Ist ein ERP-System Anwendungssoftware?

Ja. Ein ERP-System ist Anwendungssoftware, weil es konkrete betriebliche Aufgaben und Prozesse unterstützt. Gleichzeitig kann es beispielsweise Standardsoftware, proprietäre Software und Unternehmenssoftware sein. Die verschiedenen Bezeichnungen beziehen sich auf unterschiedliche Merkmale derselben Software.

Kann eine Software zu mehreren Softwarearten gleichzeitig gehören?

Ja. Eine Software kann nach Funktion, Entwicklung, Lizenzmodell und Einsatzbereich gleichzeitig unterschiedlichen Kategorien zugeordnet werden. Eine Anwendung kann beispielsweise Anwendungssoftware, Standardsoftware, proprietäre Software und Unternehmenssoftware zugleich sein.

Fazit: Softwarearten nach dem richtigen Kriterium unterscheiden

Softwarearten lassen sich nur sinnvoll vergleichen, wenn klar ist, nach welchem Merkmal eine Software eingeordnet wird. Begriffe wie Systemsoftware, Standardsoftware oder Unternehmenssoftware beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und stehen deshalb nicht automatisch in Konkurrenz zueinander.

Eine Software kann mehreren Kategorien gleichzeitig angehören. Entscheidend ist daher das Kriterium der Einteilung – erst dann lässt sich eine Anwendung eindeutig und nachvollziehbar einordnen.

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