Kontakt zu maexware solutions

Hast Du Fragen, möchtest ein erstes Kennenlernen vereinbaren oder hast bereits konkrete Pläne? Du kannst Dich jederzeit unverbindlich an uns wenden.

Telefon: 0 76 41 - 948 77 68
Email: info@maexware-solutions.de

über Kontaktformular:

Mit Absenden des Kontaktformulars erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Deine Daten zur Bearbeitung Deines Anliegens verwendet werden. Weitere Informationen kannst Du der Datenschutzerklärung entnehmen.

Shopware 6: Teile und Herrsche in der E-Commerce-Architektur

- Monib Asad Masud

Von Machiavelli springen wir direkt in den aktuellen E-Commerce. Aber was hat das bekannte Prinzip „Teile und Herrsche“ mit Shopware 6 und modernen Online-Shops zu tun?

Der Gedanke passt besser, als es auf den ersten Blick scheint. Shopware 6 steht für einen architektonischen Wandel im Onlinehandel: weg vom schwerfälligen monolithischen Shopsystem, hin zu modularen Services, klareren Schnittstellen und einer flexibleren Systemlandschaft.

Für Shopbetreiber, Entwickler und Agenturen verändert sich dadurch nicht nur die technische Umsetzung. Auch Migration, Betrieb, Erweiterbarkeit und die Verbindung zu ERP, Warenwirtschaft, Payment, PIM und weiteren Systemen müssen anders gedacht werden.

Rückblick: Shopsysteme als Monolithen

Wie viele andere Systeme waren auch Shop-Systeme früher große, unbewegliche Blöcke. Richtige Monolithen. Für alle aus der E-Commerce- und IT-Branche ist klar, was solche Monolithen bedeuten.

Für einen Shop wurde im Grunde alles, was man für einen Auftritt im Onlinehandel braucht, in ein großes System gepackt: Warenwirtschaft, Rechnungsstellung, Benachrichtigungssystem, Accounting, Preise, Bilder, erweiternde Inhalte und viele weitere Funktionen.

Man schüttelte diesen Mixbecher gut durch und hoffte, dass das System möglichst lange den Anforderungen gerecht bleibt.

Warum monolithische Shopsysteme an Grenzen stoßen

Dass dies nicht dauerhaft funktionieren kann, liegt in der Natur solcher Monolithen. Sobald Anforderungen wachsen, neue Kanäle entstehen oder einzelne Komponenten modernisiert werden müssen, wird ein starres Gesamtsystem schnell zum Problem.

Der nächste Evolutionsschritt bestand darin, keinen Monolithen aus einem einzigen Guss mehr zu schaffen, sondern den Monolithen aus mehreren Teilen zusammenzusetzen. Das Endergebnis war zwar oft immer noch ein Monolith, aber einzelne Bestandteile konnten bei Bedarf ausgetauscht, erweitert oder über Schnittstellen angebunden werden.

In dieser Phase etablierten sich Spezialisten für einzelne Komponenten. Warenwirtschaft, Rechnungsstellung, Benachrichtigungssysteme, Payment, Versand, PIM und viele weitere Bereiche im Onlinehandel bekamen eigenständige Vertreter, Tools und Dienste.

Vom großen System zu spezialisierten Services

In dieser Ära befinden sich viele Unternehmen auch heute noch. Gleichzeitig ist klar geworden, dass sich kaum ein System noch erfolgreich positionieren kann, wenn es nicht erweiterbar, integrierbar und anpassbar ist.

Der Open-Source-Gedanke ist für dieses „Teile und Herrsche“-Prinzip wichtig. Ebenso wichtig ist die Entwicklung hin zu Services: möglichst kleine, professionelle Einheiten, die eine bestimmte Aufgabe besonders gut erfüllen.

Auf der einen Seite stehen also spezialisierte Dienste. Auf der anderen Seite braucht es eine Orchestrierung dieser Dienste, damit im Zusammenspiel ein stabiles Gesamtsystem entsteht. Genau hier wird moderne E-Commerce-Architektur spannend.

Zurück zu Shopware 6

An dieser Stelle können wir wieder zu Shopware 6 zurückkehren. Der Shop-Spezialist aus Schöppingen hat diesen Wandel aufgegriffen und mit Shopware 6 eine Architektur geschaffen, die stärker auf Modularität, Erweiterbarkeit und Services setzt.

Während bei Shopware bis Version 5 Backend, Frontend und Datenpersistenz enger miteinander verbunden waren, arbeitet Shopware 6 stärker mit getrennten Komponenten und klareren Schnittstellen.

Für Anwenderinnen und Anwender erscheinen diese Services weiterhin als zusammenhängendes Backend und Frontend. Für Entwicklerinnen, Entwickler und technische Dienstleister beginnt jedoch eine andere Art, mit dem System zu arbeiten.

Services, Schnittstellen und Orchestrierung

Schnittstellen hat fast jeder im E-Commerce schon einmal gehört oder als Entwickler umgesetzt. In eine orchestrierte Systemlandschaft hineinzuarbeiten, ist jedoch mehr als nur eine einzelne API anzubinden.

Shop, ERP, Warenwirtschaft, Payment, PIM, Versand, Marktplätze und weitere Dienste müssen so zusammenspielen, dass der Gesamtprozess zuverlässig funktioniert. Fällt ein einzelner Service aus oder ist vorübergehend nicht erreichbar, darf nicht automatisch das gesamte System stillstehen.

Das ist einer der großen Vorteile moderner Architekturen: Ein Monolith kann bei einer Störung als Ganzes ausfallen. Bei verteilten Services kann ein Teilproblem isolierter betrachtet und behandelt werden – vorausgesetzt, die Orchestrierung ist sauber geplant.

Genau deshalb sind Schnittstellen und Individualprogrammierung im modernen E-Commerce so wichtig.

Was bedeutet das für Shopbetreiber?

Für Shopbetreiber verändert sich mit Shopware 6 nicht nur die technische Basis. Auch die Denkweise verändert sich.

Wenn beispielsweise Warenwirtschaft oder Rechnungsstellung zeitweise nicht erreichbar sind, sollte der Bestellprozess im Shop möglichst stabil weiterlaufen. Während solche Szenarien früher oft nur mit hohem Aufwand und tiefen entwicklerischen Kenntnissen umgesetzt werden konnten, werden sie durch moderne Architekturansätze besser planbar.

Das bedeutet aber nicht, dass alles automatisch einfacher wird. Verteilte Systeme brauchen klare Prozesse, gutes Monitoring, saubere Schnittstellen und ein Verständnis dafür, welche Services für welchen Teil der Wertschöpfung verantwortlich sind.

Wie entscheide ich mich für Shopware 6?

Was bedeutet das für Unternehmen, die darüber nachdenken, ein Shopware-6-System aufzusetzen, zu Shopware 6 zu wechseln oder von einem Shopware-5-System auf Shopware 6 zu migrieren?

Die Antwort hängt stark von der Ausgangslage ab. Ein neues Shopware-6-Projekt ist anders zu bewerten als eine Migration von Shopware 5 oder der Wechsel von einem ganz anderen Shopsystem.

Bei einer Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 handelt es sich nicht um ein klassisches Update. Es ist eine Migration von Daten, Prozessen, Erweiterungen und Integrationen aus einem alten Shop-System in eine architektonisch anders arbeitende Shopware-6-Umgebung.

Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag zur Shopware Migration von 5 auf 6.

Shopware 5 auf 6: Migration statt Update

Gerade beim Wechsel von Shopware 5 auf Shopware 6 muss klar sein: Bestehende Plugins, Themes, Schnittstellen, Datenmodelle und Prozesse können nicht einfach unverändert übernommen werden.

Stattdessen sollte geprüft werden, welche Funktionen weiterhin benötigt werden, welche Erweiterungen ersetzt werden können und welche Integrationen neu gedacht werden müssen.

Das betrifft insbesondere ERP-Anbindungen, Zahlungsdienstleister, Versandprozesse, Produktdaten, Kundendaten, SEO-relevante URLs und individuelle Erweiterungen.

Eine solche Migration ist deshalb nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch eine gute Gelegenheit, die gesamte E-Commerce-Systemlandschaft zu überprüfen.

Die Rolle von Agenturen und Entwicklern

Beim initialen Aufsetzen eines Shopware-6-Systems oder bei einer Migration ist es wichtig, dass Agenturen und Entwickler die Architektur verstehen. Es reicht nicht, alte Denkweisen auf ein neues System zu übertragen.

Der Hersteller Shopware gibt mit der Architektur den Rahmen vor. Die einzelnen Services, Erweiterungen, Schnittstellen und Dienstleister müssen diesen Rahmen richtig verstehen und sinnvoll nutzen.

Man könnte sagen: Shopware bleibt der Dirigent, aber die einzelnen Instrumente müssen sauber zusammenspielen. Genau darin liegt die Herausforderung moderner E-Commerce-Projekte.

Wenn Du dafür Unterstützung suchst, findest Du mehr Informationen auf unserer Seite zur Shopware Agentur.

Verteilte Software als Zukunft des E-Commerce

Machen wir uns nichts vor: Es handelt sich um eine neue Art, Software-Systeme im elektronischen Handel zu etablieren. Viele der zugrunde liegenden Prinzipien wurden zwar schon deutlich früher diskutiert, doch im modernen Web und im heutigen E-Commerce werden sie zunehmend praktisch relevant.

Verteilte Software auf Basis verteilter Services geht weit über klassisches SaaS hinaus. Es geht nicht nur darum, Software über das Internet bereitzustellen, sondern darum, spezialisierte Dienste so zu verbinden, dass sie gemeinsam stabile Geschäftsprozesse ermöglichen.

Aus Sicht moderner E-Commerce-Architektur ist es sinnvoll, diesen Weg zu gehen. Shopware, Spryker, SAP Commerce und andere Systeme zeigen, dass die Zukunft des Onlinehandels stark durch modulare, integrierbare und skalierbare Architekturen geprägt wird.

Fazit: Shopware 6 braucht Architekturverständnis

Shopware 6 ist mehr als eine neue Version eines bekannten Shopsystems. Es ist ein Schritt hin zu einer moderneren E-Commerce-Architektur, in der Services, Schnittstellen und Orchestrierung eine zentrale Rolle spielen.

Für Shopbetreiber bedeutet das mehr Flexibilität, aber auch mehr Verantwortung. Wer Shopware 6 erfolgreich einsetzen möchte, sollte nicht nur den Shop betrachten, sondern die gesamte Systemlandschaft: ERP, Warenwirtschaft, Payment, PIM, Versand, Datenflüsse und Geschäftsprozesse.

Genau hier liegt die Stärke von maexware solutions. Wir unterstützen Unternehmen bei Shopware, digitalem Handel, Systemintegration, individuellen Erweiterungen sowie Schnittstellen- und Individualprogrammierung für Shopware und ERP.

- Monib Asad Masud

maexware solutions